Kakadu National Park - Yellow Water

Kakadu National Park - Yellow Water

 

Bootstour Kakadu National ParkAm nächsten Morgen wollen wir uns die Billabongs mal von der Nähe ansehen. Dazu haben wir gestern in Visitor Center eine Bootstour gebucht. Südlich des Visitor Centers am Kakadu Hwy ist der Abzweig nach Cooinda und zum Yellow Water Billabong. Das ist der beste Ort im Kakadu National Park, um die Tierwelt in ihrer ganzen Bandbreite zu erleben.
Die Flüsse im Park, der Wildman-, West- und South Alligator River sind zusammen mit dem angrenzenden Gebiet des Yellow Water Lagoon eines der wichtigsten Feuchtgebiete in der Welt.
Die Bootstour beginnt 1km von der Cooinda Lodge entfernt. Wir werden eingewiesen nie Arme, Beine oder Kamera über das Boot hinauszuhängen, denn man weiß ja nie ob ein hungriges Kroko vorbei kommt. Ich meine wir wollen ja Krokodile sehen, aber so dicht dann halt auch nicht....

Yellow Water LagoonBootstour - Yellow Water Lagoon

 

 

 

 

 

 

 

Die Mangrovenbestände längs der Flüsse zeigen, dass auch diese salzhaltig sind. Jetzt während der Regenzeit sind jedoch riesige Süßwasserflächen entstanden und auf ihnen wieder ein Teppich von Wasserpflanzen. Der Billabong nimmt durch Pflanzenpartikel eine gelbliche Färbung an.

 Vögel- Kakadu National Park
Unsere zweieinhalbstündige Bootstour bringt uns in die entferntesten Verästelungen des Billabong. Leise gleitet das Boot an den scheuen Vögeln vorüber etwa am Jabiru, Australiens einzigem Storch, an Vögeln, die einst über den ganzen Kontinent verbreitet waren und hier nun eins ihrer letzten Refugien gefunden haben. Mit 275 Vogelarten ist ein Drittel aller in Australien vorkommenden Vögel im Park vertreten. Manche mit ungewöhnlichen oder kuriosen Gewohnheiten, wie der Kookaburra, der nur selten lacht, und der Magpie-Gänserich, der zwei Gänsedamen beschäftigt, ihm das Nest zu richten. Der mächtigste Vogel im Park ist der Weißbauch-Seeadler. Hin und wieder stößt er hinab, um sich einen fetten Fisch aus dem Wasser zu ziehen, ein tolles Schauspiel. Das australische Blatthühnchen stakst mit riesigen Füßen über die Blätter der Seerosen. Viele Reiher-, Löffler- und Ibisarten bekommen wir zu Gesicht.
Unterwegs hören wir wahre Froschkonzerte. Sie sind mit 25 Arten eine wichtige Nahrungsquelle für Vögel und Schlangen. Sobald das Wasser zurückgeht, graben sie sich in die Erde ein und warten auf die nächste Regenzeit.

Boottour - BillabongWeißbauch-Seeadler - Kakadu National Park

 


 

 

 

 

 

 

Vögel- Kakadu National Park

 

 


 

Boattour - Billabong

 

 

 

 

 

 

 

 

In den Wasserläufen sind fünf Schildkrötenarten ebenfalls heimisch. Die nördlichen Schlangenhalsschildkröten beobachtet  man am besten, wenn sie sich auf Sandbänken oder am Flussufer ausruhen. Der Höhepunkt einer jeden Bootsfahrt ist die Begegnung mit einem Krokodil. Natürlich ist dabei Vorsicht geboten, wie schon gesagt, NIE Arme oder Beine über Bord halten, aber wenn man sich an die Regeln hält ist es eine faszinierende Begegnung. Immer wieder tauchen weltweit in den Medien Horrorgeschichten über Krokodile auf. Die meisten jedoch basieren auf Übertreibungen oder Wichtigtuerei, Krokodile stellen im Grunde keine Gefahr für Menschen dar, solange man ihnen mit dem nötigen Respekt begegnet. Ursache der meisten Unfälle sind Unvorsichtigkeit oder Unwissenheit von Seiten der Menschen.
In Australien sind zwei Krokodilarten heimisch, dass harmlose Johnston oder Süßwasserkrokodil, meist als Freshie bezeichnet, und das Leisten- oder Salzwasserkrokodil, meist Saltie genannt.
Freshies haben ihr Verbreitungsgebiet in den Flüssen, Teichen und Seen der nördlichen Regionen. Die bis zu 3m langen Männchen erreichen wie die Weibchen, die selten größer als 2m werden, die Geschlechtsreife im Alter von zwölf Jahren. Nach der Begattung in der Dry Season legt das Weibchen ungefähr zwölf Eier in eine Mulde, meist auf einer Sandbank in Flussnähe. Das Ausbrüten übernehmen die Sonne und Gärungswärme. Wie bei vielen Krokodilen beobachtet, betreiben auch die Freshies mitunter hochentwickelte Brutpflege. Die Pflanzenteile, im Maul herbeigetragen, werden sorgsam über und zwischen die Eier gelegt. Um eine gleichmäßige Befeuchtung zu gewährleisten, werden die Pflanzenteile sogar umgschichtet, und um einer Überhitzung des Nestes entgegenzuwirken, lüften die Weibchen gelegentlich sogar ihr Gelege. Während der Brutzeit halten sie sich immer in der Nähe des Nestes auf, um durch Knurren oder Schnappen Eierräuber auszuschalten. Nach 65 bis 90 Tagen, noch bevor die ersten Fluten der neuen Regenzeit hereinbrechen, schlüpfen die Jungen und werden von der Mutter behutsam im Maul zum Wasser getragen. Freshies ernähren sich in jungen Jahren von Insekten, Spinnen, kleinen Fischen und Fröschen, später wird der Speiseplan um Eidechsen, Schildkröten, Vögel und manchmal auch Säugetiere erweitert.

 

Kakadu National Park - BillabongBillabong - Kakadu National Park


 

 

 

 

 

 

Die größeren Salties, deren Männchen bis zu 7m und Weibchen bis zu 5m lang werden, trifft man an der mangrovengesäumten Küste von Broome in Westaustralien bis Rockhampton in Queensland an. Allerdings wurden auch schon einige Exemplare weit im Hinterland angetroffen.
Die Männchen dieser Art werden nach fünfzehn Jahren, die Weibchen bereits nach zehn Jahren geschlechtsreif. Begattung und Eiablage erfolgen in der Wet Season von November bis März. Das Weibchen legt dabei ca. 50 Eier in einen großen Hügel aus Erde und Pflanzenresten. Wie auch beim Freshie brüten Sonne und Erdwärme die Eier aus, und nach 90 Tagen schlüpft der Nachwuchs. Auch vom Leistenkrokodil ist eine Brutfürsorge bekannt. Nach der Eiablage vertreibt das Weibchen Nesträuber, befeuchtet und lüftet regelmäßig das Gelege, sodass sich die Temperatur nie mehr als um 3°C ändert. Nicht wenige Nester werden aber schon vorher von den Wassermassen der Regenzeit weggeschwemmt oder von Waranen und Wildschweinen geplündert. Die Jungen ernähren sich bis zu einer Größe von 2m von Krabben, Krebsen, Fischen und Kleintieren. Mit zunehmendem Alter wächst der Appetit, und Fische, Reptilien, Vögel und Säugetiere ergänzen die Mahlzeiten.
Den Namen „Salzwasserkrokodil" sollte man nicht allzu wörtlich nehmen, denn sie kommen auch in Süßwassergebieten (Teichen, Flüssen etc.) und insbesondere in den Brackwasserzonen an Flussmündungen vor.
Nach der Rückkehr zum Bootsteg, ohne von einem Kroko gefressen worden zu sein, machen wir uns auf dem Weg nach Katherine. Der Kakadu National Park ist wunderschön, wir möchten ihn gerne mal in der Dry Season sehen, um die unterschiedlichen Gesichter des Parks kennen zu lernen.
 

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