Kangaroo Island - Seal Bay

Kangaroo Island - Seal Bay

 

Koala - Flinders Chase National ParkNun ist es bereits Mittag und wir haben nach dem frühen Start heute Morgen auch schon richtig Hunger. Als ob Greg es geahnt hätte, kündigt er an, dass er uns jetzt ein Lunch bereiten wird. Dazu fahren wir zur Rangerstation. Die Rocky River Camping Area, mit dem Parkhauptquartier ist der Mittelpunkt des Parks. Greg sagt er braucht 20 Minuten, ob wir solange Koalas in freier Natur sehen wollen. Klar wollen wir. Greg zeigt uns einen Weg, der mitten in den Wald führt. Wir sollen die Augen aufhalten, mit ein wenig Glück finden wir welche. Wir sind gespannt...  Zunächst können wir keine Koalas entdecken, aber nach ein paar Minuten finden wir wirklich eine Gruppe der süßen Kerle in den Bäumen sitzen. Wenn man erst mal einen entdeckt hat findet man auch mehr. Aber die Augen müssen erst ein wenig üben, bis man sie sieht.
Koala - Kangaroo Island

 

 

 

 

 

 

 

Lunch im Flinders Chase National ParkKoalas waren eigentlich nicht heimisch auf Kangaroo Island, sie wurden aber eingeführt, weil die Naturschützer glaubten, auf der Insel könnte sich die bedrohte Tierart gut fortpflanzen. Die Annahme war richtig. Während anderswo der Koala durch immer weiter schreitende Siedlungsräume vom Aussterben bedroht ist, besteht auf Kangaroo Island die Gefahr, dass sich zu viele Tiere die Futterquellen gegenseitig vernichten. Jetzt soll eine Sterilisierung der Tiere Abhilfe schaffen. Tagsüber sitzen sie meist zum Verdauungsschlaf in den Bäumen, nachts futtern sie ununterbrochen Eukalyptusblätter. Andere Tiere können diese Blätter nicht essen, das Eukalyptusöl würde sie vergiften. Die Koalas haben, gemessen an ihrer geringen Größe, einen enorm langen Darmtrakt. Auf 2m Länge wird die schwierige Kost verdaut. Die 20 Minuten vergehen viel zu schnell, wir können uns gar nicht von den Koalas trennen. Aber der Hunger will auch besiegt werden. Greg hat uns ein tolles Lunch gezaubert. Beef Steak mit Salat und gegrillte Kartoffeln. Dazu Weißwein, oder Rotwein nach Wahl. Das hat doch was.
Gleich hinter der Rangerstation führt ein Wanderweg zu einem ruhigen See, in dem mit etwas Glück und viel Geduld Schnabeltiere zu beobachten sind. Die übrigen Wege, mit verschiedenen Stränden als Ziel, haben alle ihren Ausgangspunkt an der Zufahrtsstraße zu Rocky River.
Kängurus - Flinders Chase National ParkGut gestärkt machen wir uns auf den Weg quer durch den Flinders Chase National Park, Tiere suchen. Greg kennt die Stellen und so werden wir fündig. Wir sehen Känguruhs in allen größen, Wallabies, Koalas und Possums.

 

 

Kangaroos - Flinders Chase National Park

 

 

 

Wir haben sogar besonderes Glück und sehen einen Echidnas, die lassen sich relativ selten blicken. Die in ganz Australien heimischen Echidnas, von denen auch einige Exemplare in Papua-Neuguinea leben, sind igelartige Tiere, die sich von Ameisen ernähren. Ihre einzigen Verwandten sind die Schnabeltiere, die in den Seen und Flüssen der Ostküste leben und wie Otter mit Entenschnäbeln aussehen.

 

Echidnas - Flinders Chase National ParkWallabies - Flinders Chase National Park

 

 

 

 

 

 

 

Nach verlassen des Parks geht es an den weit geschwungenen Strand von Vivonne Bay, er gilt als einer der schönsten Insel. Allerdings ist das Schwimmen hier nicht ungefährlich, da es in Küstennähe starke Strömungen gibt. Nun gut ist nicht unser „Job“ hier, wir sind hier weil Greg uns Fairy Penguins zeigen will. Die sind zwar Tagsüber fast alle im Meer unterwegs, zum fischen, aber Greg sagt einige bleiben immer an Land. Und tatsächlich nach kurzer Suche finden wir ein paar einzelne Pinguine in den Eingängen ihrer Höhlen sitzen. Nun kommen wir also doch zu unseren Pinguin Fotos. Natürlich nur ohne Blitz, da der ja die kleinen Frackträger verängstigen würde. Das war noch einmal ein tolles Erlebnis, bevor der Tag zu Ende geht. Greg fährt uns nach Kingscote, wo unser Hotel liegt.

Fairy PenguinFairy Penguin - Vivonne Bay

 

 

 

 

 

 

 

Kingscote - Kangaroo Island

 

Kingscote ist mit 1500 Einwohnern der Hauptort der Insel. Viel zu sehen gibt es hier nicht. Vielleicht das Hope Cottage Pioneer Museum, das an die Ankunft der ersten Siedler erinnert, der alte Maulbeerbaum (Old Mulberry Tree), der von ihnen gepflanzt wurde, die erste Poststation und der Friedhof mit alten Grabsteinen. Maulbeerbaum und Postgebäude stehen am historischen Reeves Point, der ersten Siedlung der Insel.
Wir nehmen abends noch an einer Penguin Parade teil. Wie schon auf Phillip Island gesehen, kommen die befrackten Gesellen bei Dämmerung vom Fischen und watscheln zu ihren Nestern. Ein guter Beobachtungspunkt ist südlich des Swimmingpools. Die Führung beginnt am Ozone Hotel.

 

 

Am nächsten Morgen fahren wir zunächst an die Ostküste. American River liegt an Pelican Lagoon, geschützt zwischen Kingscote und Penneshaw. Der Name und die Gründung der Siedlung gehen auf eine Gruppe von amerikanischen Robbenfängern zurück, die sich hier 1803 ein Schiff bauten. Der kleine Ferienort lädt zum Segeln und Fischen ein. Außerdem lassen sich hier wie der Name der Lagune schon sagt, Pelikane beobachten. Die findet man an den Stränden und Lagunen der Ostküste häufig, sogar im Hafenbecken von Kingscote soll es welche geben.

Seal Bay Conservation ParkSehr nett, aber wir haben schon wieder ein echtes Highlight vor Augen. Wir machen uns auf den Weg zum Cape Gantheaume Conservation Park. Der 214km² große Park an der Südküste der Insel besteht aus einem schmalen Band verkümmerter Küstenvegetation, die landeinwärts in ein fast undurchdringliches Malleegestrüpp übergeht. Im Norden liegt der größte See der Insel, Murray's Lagoon. Ein wahres Paradies für Wasservögel wie Enten und Schwäne, die hier ein schier unerschöpfliches Nahrungsreservoir haben. Der nahe Hilly Ground im Norden der Lagune ist ein idealer Vogel-Beobachtungsposten.

Seal Bay


 

Die unumstrittene Attraktion des Parks sind jedoch die Seelöwen im Seal Bay Conservation Park, ein Park im Park sozusagen. Die Population auf der Insel ist die zweitgrößte in Australien und stellt nahezu 10 % des gesamten Bestands dieser Art auf der Erde. Am Strand weisen Schilder mit der Aufschrift "No entry Seals snooze area" daraufhin, dass man die Tiere nicht stören soll. Normal darf man nur in kleinen Gruppen unter Aufsicht eines Rangers an den Strand. Mit Greg, der den Rangerstatus hat, gehen wir zum Strand.
 

Wir dürfen uns den Seelöwen bis auf wenige Meter nähern und sie genau betrachten. Die Bucht ist einer der wenigen Plätze auf der Erde, wo sie sich an die Anwesenheit von Menschen gewöhnt haben und sich nicht sonderlich gestört fühlen. Damit dies so bleibt und auch nachfolgende Generationen die Tiere noch sehen können, sollte man den Anweisungen der Ranger unbedingt Folge leisten. Vorsicht! Seelöwen sind überraschend schnell und man sollte ihnen nie den Fluchtweg zum Meer abschneiden.

Seal Bay Conservation ParkSeal Bay

 

 

 

 

 

 

 

Mehr als 500 Tiere wurden an der Seal Bay schon gezählt, viele verbergen sich allerdings, besonders bei kühler Witterung, in den Dünen. An schönen Tagen dagegen tummeln sich aber oft hundert und mehr Tiere zum Sonnenbaden am Strand. Bewegung kommt in die Herden eigentlich nur, wenn ein Bulle versucht, einem anderen eine Haremsdame abspenstig zu machen.

Seal Bay - Kangaroo IslandSeal Bay - Kangaroo Island

 

 

 

 

 

 

 


Seal Bay - Kangaroo IslandZur Familie der Ohrenrobben gehörend, haben diese Kolosse - Bullen erreichen eine Länge von 2,5 m und ein Gewicht von 300 kg - ihr Verbreitungsgebiet in der südlichen Hemisphäre vor der Küste Südaustraliens. Die wesentlich kleineren Kühe, 2m Länge und 100kg Gewicht, gebären ungefähr alle 18 Monate ein schwimmunfähiges junges am Strand. Die jungen Seelöwen erwerben ihre Schwimmkünste erst im Unterricht bei der Mutter, der nach ca. einem Monat beginnt. Ihr bei der Geburt dunkelbrauner Pelz wird nach einigen Monaten durch den silbergrauen Erwachsenenpelz ersetzt. Beim Männchen wird dieser Pelz nach acht bis neun Jahren wieder fast schwarz, und um den Kopf bildet sich die cremefarbene „Löwenmähne". Schon kurz nach der Geburt der Jungen versammeln sich die Erwachsenen wieder in abgelegenen Buchten, wo die Bullen durch Kämpfe unmarkierte Territorien erobern, die sie anschließend besetzen, um sich erneut zu paaren. Nachts und morgens verlassen die Seelöwen die Strände, um im Meer auf Jagd zu gehen. Die für ihr Gewicht unglaubliche Geschwindigkeit und Beweglichkeit erreichen sie durch den geschickten Einsatz ihrer Flossen. Dies kommt ihnen nicht nur bei der Jagd auf Tintenfische, Kraken und Fische zugute, sondern auch wenn sie auf der Flucht vor ihrem größten Feind sind, dem Weißen Hai.

Seelöwen - Seal Bay - Kangaroo IslandSeelöwen - Kangaroo Island

 

 

 

 

 

 

 

Tagsüber liegen die Tiere dann meist am Strand und schlafen. Werden sie dabei durch Touristen zu sehr gestört, können sie nicht genug Energie für die notwendige Nahrungsbeschaffung sammeln. Als Folge davon werden die Tiere mehr und mehr geschwächt und können schließlich weder sich selbst, noch ihre Jungen ausreichend ernähren, deshalb war es notwendig 1972 den Seal Bay Conservation Park zu gründen.
Nach diesem traumhaften Erlebnis hat uns Greg mitten im Busch des Cape Gantheaume Conservation Park ein leckeres Sandwitch serviert. Dazu gab es wieder Wein. So lässt es sich leben.

Wir fliegen gleich nach Perth weiter, und ihr kommt mit...