Western Australia

Western Australia

 

 

Western Australia
ist mit mehr als 2,5 Mio. km² fast so groß wie ganz Westeuropa, hat aber nur etwa so viele Einwohner wie Hamburg. Dazu trägt sicher auch die unerträgliche Hitze in den nördlichen Gebieten bei, wo im Bereich von Marble Bar Temperaturen von 45° C keine Seltenheit sind. Die Durchschnittstemperatur im Norden liegt bei 35° C. Im Süden sind die Temperaturen gemäßigter.
Die Küste von Western Australia war die erste, die von Europäern betreten wurde, und dennoch blieb der Westen bis in die jüngste Vergangenheit fast menschenleer. 1616 ging Dirk Hartog an der Shark Bay erstmals an Land, ihm folgten später andere Niederländer. Alle kehrten mit enttäuschenden Berichten ins relativ nahe Niederländisch-Ostindien (heute Indonesien) zurück. Kein Gold, keine wertvollen Gewürze, die Kaufleute hatten kein Interesse an ihrer Entdeckung.
1828 kam der Entdecker James Stirling auf seiner Suche nach Siedlungsflächen in das Gebiet des heutigen Perth. Nur ein Jahr später ließen sich 300 Siedler etwa 18km landeinwärts an den Ufern von Swan River nieder, wo sie den Grundstein für die heutige Stadt legten. 1856 erhielt Perth die Stadtrechte, und das zu einer Zeit, als kaum mehr als 4.000 Menschen hier lebten. In den folgenden Jahren wuchs die Stadt kontinuierlich. Einen Wachstumsschub erfuhr sie durch die Telegrafenleitung, die von 1875 bis 1877 zwischen Perth und Adelaide errichtet wurde. Die Eisenbahn von Sydney nach Perth verknüpfte 1917 schließlich den Westen mit dem Osten. Aber auch heute, wo Western Australia über zwei transkontinentale Straßen mit dem Rest Australiens verbunden ist, wo dank guter Flugverbindungen Perth nur noch 3,5 Stunden von Sydney entfernt ist, bleibt die Hauptstadt von Western Australia doch die isolierteste Millionenstadt der Welt.
Einen deutlichen Zuwachs verzeichnete die Siedlung, als man gegen Ende des 19. Jahrhunderts im Bereich von Kalgoorlie und Coolgardie ergiebige Goldfunde machte und Glücksritter aus aller Welt nach Westaustralien strömten. The Golden Mile, wie das Gebiet zwischen den beiden Städten Kalgoorlie und Boulder genannt wurde, war zeitweise der größte Goldproduzent der Erde. Heute deckt diese Region zwar immer noch knapp über 50 % der australischen Goldproduktion, die aber auf dem Weltmarkt insgesamt keine Bedeutung mehr hat.
Aber auch heute spielen die Bodenschätze eine wichtige Rolle. Mit Eisenerz, Bauxit, Nickel, Ilmenit, Kali, Mangan und verschiedenen Salzen ist Westaustralien die "Schatzkammer" des Kontinents. Obwohl die Bodenschätze bereits früh entdeckt wurden, erkannte man ihre Bedeutung erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts, als die australische Industrie aufgebaut wurde und viele Lagerstätten der Alten Welt erschöpft waren. Heute werden die Bodenschätze in alle Welt exportiert, denn mit einem Eisengehalt von ca. 70 % sind australische Erze gefragt. So laufen die Abbauarbeiten, trotz der großen Hitze, in der Pilbara-Region und den Kimberleys auf vollen Touren.
Den Westen lassen viele Australien-Touristen links liegen, zumindest, wenn sie den fünften Kontinent zum ersten Mal besuchen, zu weit abseits, zu lange und teure Flüge. Wir nicht, aber leider haben wir Westaustralien nur einen kurzen Besuch abstatten können, bei dem wir uns Perth und Umgebung angesehen haben. Leider war es uns auf Grund der Gesamtroute und der Jahreszeit nicht möglich den Purnululu National Park, auch Bungle Bungle National Park genannt, zu besuchen. Egal, alles auf einmal geht halt nicht...

 

 

 

Perth

 

 

Nambung National Park
“The Pinnacles”