Barbados

05 03 Karibik

 

 

Celebrity Equinox in BarbadosBarbados, alleine der Name klingt nach Traumurlaub. Neben St Lucia ist Barbados, nach allem was ich bis jetzt gehört und gelesen habe, die Insel, die für mich für die Karibik steht. Mal schauen ob Barbados hält was es verspricht.
Barbados ist das östlichste Ziel unserer Kreuzfahrt und die östlichste Insel der Kleinen Antillen. Die anderen Inseln über dem Wind liegen 160km weiter westlich und sind durch den 2700m tiefen Tobago-Graben von Barbados getrennt. Barbados ist so etwas wie der Vorposten der Karibik. Deshalb bekommt Barbados die Hurrikans auch immer als erste Insel zu spüren. Durch diese Tatsache ist Barbados Ostküste besonders rau und stark zerklüftet. Die Westküste wiederum liegt geschützt, so dass hier die schönen Strände und somit auch viele Touristenhotels zu finden sind.
Barbados ist eines der am dichtesten besiedelten Länder der Karibik. 270000 Menschen verteilen sich auf nur 430km². Etwa 100000 davon leben in der Stadt oder den Vororten von Bridgetown.

Celebrity Equinox im Hafen von Barbados

Bridgetown - BarbadosDie Equinox liegt im Kreuzfahrthafen von Barbados, ein ganzes Stück außerhalb der Hauptstadt Bridgetown. Neben uns liegt auch wieder die Carnival Victory, die ja schon auf St. Thomas direkt vor uns im Hafen lag. Der Kreuzfahrthafen von Barbados liegt so weit außerhalb von Bridgetown, dass wir mit dem Taxi in die Stadt fahren müssen. Zum Glück muss nicht jeder Kreuzfahrer einzeln ein Taxi nehmen. Es gibt Sammelpunkte für die Strände und für Barbados. Dort fahren Minibusse vor und wir werden von reichlich unfreundlichem Personal zu den entsprechenden Minibussen begleitet. Na das geht ja gut los, hoffentlich sind nicht alle Bajans so unfreundlich.


National Heroes Square - Bridgetown - BarbadosIn der Stadt angekommen, werden wir an dem zentralen Taxipunkt rausgelassen. Von hier kann man auch jederzeit wieder mit dem Taxi weiter oder zurück zum Schiff fahren. Wir gehen die Broad Street, die wichtigste Geschäftsstraße Bridgetowns, herunter zum National Heroes Square.

Trafalgar Square - Bridgetown - Barbados

 

 

 

 

 

Der Platz hieß bis 1999 in Anlehnung an das original in London Trafalgar Square. Die wichtigsten Gebäude an diesem Platz sind die zwischen 1871 und 1974 erbauten „Parliament Buildings". Bis zur ihrer Umbenennung hießen sie Public Buildings. Die Ähnlichkeit mit dem Westminster in London ist verblüffend. In den Parliament Buildings, befindet sich, wie der Name schon sagt, mit dem House of Assembly und dem Senate Chamber der Sitz der beiden Kammern des barbadischen Parlaments. Das Parliament auf Barbados ist das drittälteste im gesamten Commonwealth.
Lord Nelson - National Heroes Square - Bridgetown - BarbadosEbenfalls auf dem National Heroes Square befindet sich die Statue von Lord Nelson, die bereits 1813 eingeweiht wurde und damit über 30 Jahre älter ist als das Original in London. So richtig wohl fühlen sich die Bajans mit dem ollen Lord auf ihrem wichtigsten Platz allerdings nicht. Vor ein paar Jahren wurde die Blickrichtung des Herren gedreht. Zunächst schaute er direkt auf das Parlament, jetzt die Broad Street entlang. Aber das geht einigen Insulanern nicht weit genug. Es gibt Bestrebungen die Statue von Lord Nelson ganz zu entsorgen, weil er zu sehr an die koloniale Vergangenheit erinnert.
Bridgetown - Barbados

 

 

 

 

 

 

 

Ela in Bridgetown - BarbadosAber ich stelle gerade fest, ich bin ja schon mitten in der Geschichte von Barbados. Tja ganz ohne geht es also doch nicht, dann werde ich euch mal ein paar Takte erzählen.
Der Name Barbados stammt von den portugiesischen Entdeckern, die 1536 auf die Insel kamen. Allerdings waren damit nicht etwa die Ureinwohner von Barbados gemeint, sondern die frei herabhängenden Wurzeln der Feigenbäume, die an die Bärte der Matrosen erinnerten. Die Portugiesen versklavten oder ermordeten die gesamten Ureinwohner, so dass die Engländer 1625 bei der Übernahme eine fast menschenleere Insel vorfanden, die sie nach very britishen Vorstellungen besiedeln und aufbauen konnten. Geld wurde, wie in der gesamten Karibik, mit dem Anbau von Zuckerrohr, der Herstellung von Rum und Sirupprodukten erzielt.
Chamberlain-Brücke - Bridgetown - Barbados

 

 

 

 

 

Für die Arbeit auf den Feldern holten sich die britischen Plantagenbesitzer Sklaven, die zunächst in guter alter Manier unterdrückt und misshandelt wurden. Auch die 1692 in Kraft tretende „Charta of Barbados“, in der zwar die Religionsfreiheit, die Rechtsstaatlichkeit, sowie die Unabhängigkeit geklärt wurden, galt zunächst natürlich nicht für die schwarze Bevölkerung. Erst nach der Sklavenemanzipation im Jahre 1838 wurden die Rechte zwischen der schwarzen und der weißen Bevölkerung nach und nach angeglichen. Abgeschlossen wurde dieser Prozess eigentlich erst mit der Unabhängigkeit Barbados am 30. November 1966. In der Zeit der britischen Herrschaft trieben hier auch solch bekannte Herren wie Kapitän Bligh mit seiner berühmten Bounty und der Meuterei auf der selbigen, sowie ein Admiral Lord Nelson ihr Unwesen. Womit sich der Kreis zu dem Denkmal auf dem National Heroes Square wieder geschlossen hat. Vom National Independence Square - Bridgetown - BarbadosHeroes Square gehen wir über die Chamberlain-Brücke mit ihrem Unabhängigkeitsbogen. Der Bogen wurde 1987 zum 21. Jahrestag der Unabhängigkeit auf der Brücke errichtet. Die Brücke führt über den Constitution River, der hier im Mündungsbereich auch Careenage genannt wird. Die erste Brücke über den Constitution River haben bereits die Ureinwohner gebaut. Als dann 1628 britische Siedler hier eine Stadt gründeten hatten sie die glorreiche Idee die Stadt Bridgetown zu nennen. Was für ein Geistesblitz für einen Briten. Der Bereich um die Chamberlain-Brücke wird heute als Yachthafen genutzt. Früher wurden hier Segelboote repariert. Inzwischen hat sich der Bereich zu einem Vergnügungsviertel entwickelt. Die alten Lagerhäuser wurden in Restaurants und Kneipen umgebaut. Besonders beliebt ist das Waterfront Cafe.

Independence Square - Bridgetown - Barbados

Auf der anderen Seite der Chamberlain-Brücke kommen wir zum Independence Square. Ein 2007 errichteter Platz mit Banken, Bäumen und einem schönen Mosaikfussboden. Auch eine Statue von Errol Walton Barrow steht hier. Wie ich später gelesen habe, ist das der Premierminister von Barbados. Auf jeden Fall hat man von hier einen netten Blick auf die Chamberlain-Brücke und das im Hintergrund zu sehende Parliament Buildings.
Independence Square - Bridgetown - Barbados

Wir verlassen das Stadtzentrum Richtung Osten und kommen über die St. Michaels Row zur St. Michaels Cathedral aus dem Jahre 1665. Das heißt, das Original war aus dem Jahre 1665. Nach einem Brand im 18. Jahrhundert musste die Kirche neu aufgebaut werden. Wir kommen gerade ungünstig, in wenigen Minuten beginnt ein Gottesdienst. Na für ein paar Blicke in die Kirche reicht es noch. Die hübsche Inneneinrichtung ist weitestgehend aus Holz. Besonders schön sind die Balkone rings herum, der offene Dachstuhl und das Baptisterium. Jetzt aber raus hier, schließlich wollen wir nicht stören…
St. Michaels Cathedral - Bridgetown - BarbadosSt. Michaels Cathedral - Bridgetown

 

 

 

 

 

 

 

Bridgetown - BarbadosBridgetown - BarbadosWir gehen zurück ins Zentrum und von da aus in die Swan Street. In dieser Fußgängerzone sollen laut Reiseführer hübsche mit Balkonen geschmückte Gebäude stehen. Als wir in die Straße einbiegen trauen wir unseren Augen nicht. Nichts als hässliche Betonbauten, in denen Ramschläden zu finden sind. Na das war ja wohl gar nichts. Nächster Versuch! In den Seitenstraßen, auf dem Weg zur Synagoge und der öffentlichen Bibliothek, können wir dann doch tatsächlich das eine oder andere Gebäude aus der Kolonialzeit entdecken. Allerdings sind allesamt doch ganz schön heruntergekommen. Wenn ihr die auch noch sehen wollt, müsst ihr euch beeilen, denn lange werden die Hütten hier wohl nicht mehr stehen. Die Synagoge kann man dann wieder getrost vergessen und die öffentliche Bibliothek hat auch schon bessere Tage gesehen.

Bibliothek - Bridgetown - BarbadosBridgetown - Barbados

 

 

 

 

 

 

 


Farley Hill National Park - BarbadosWir machen uns wieder auf den Rückweg zum Schiff, denn wir wollen uns ja schließlich noch ein wenig die Insel selber anschauen. Bridgetown hat uns nicht überzeugt. Zu sehen gibt es viel verblichenen Glanz eines längst vergangenen Empires.
Auf Barbados führen eigentlich alle Straßen sternförmig von und nach Bridgetown. Es gibt eine Straße rings um Barbados herum und sonst eigentlich nur sternförmige Stichstraßen, die untereinander kaum Verbindungen haben. Das macht es nicht gerade einfach Barbados an einem Tag zu entdecken. Beim Lesen des Reiseführers war ich doch ein wenig erstaunt, eigentlich hatte ich mit vielen Highlights gerechnet, aber irgendwie hat mich alles nicht so richtig vom Hocker gehauen. War das jetzt nur schlecht beschrieben oder lebt Barbados wirklich nur vom klangvollen Namen?
Farley Hill National Park - BarbadosUnsere Tour führt uns als erstes zum Farley Hill National Park. Das dazu gehörige Farley Hill House wurde 1861 von Sir Graham Briggs gebaut. Briggs war der mächtigste Zuckerbaron und baute das feine Herrenhaus extra für den Besuch von Prinz Albert. Wow das war ja ein echt feiner Zug von dem Kerl. Das war nicht der einzige hohe Besuch, aber nachdem der Zucker nicht mehr genug Kohle brachte, zerfiel das Haus und wurde erst 1957 für den Film „Island in the Sun“ von Harry Belafonte wieder aufgebaut. Bei einem Brand wurde das Gebiet 1966 zum Farley Hill National Park erklärt. Aufgebaut wurde das Haus bis heute noch nicht wieder. Die Regierung ist sich scheinbar nicht sicher ob sich der Ausbau lohnt.

Farley Hill National Park - BarbadosInzwischen ist die Ruine mit einem Bauzaun gesichert, denn die Reste der Hütte scheinen mächtig baufällig. Für diese Bruchbude lohnt sich die Fahrt zu Farley Hill National Park eigentlich nicht, aber es ist ja noch nicht aller Tage Abend. Wir gehen den kleinen Hügel zwischen Mahagonibäumen hinauf zu dem Aussichtspunkt.

Blick vom Farley Hill National Park - Barbados

 

 

 

 

Kinder in barbados

 

 

 

 

Hier stehen ein paar Bänke und es bietet sich aus 260m Höhe ein guter Blick auf die raue Ostküste von Barbados. Ganz nett, aber doch recht weit weg. Dieser Platz wird auch oft von Bajans als Picknickplatz benutzt. So auch heute, in dem Picknickhäuschen sitzt eine Kindergartengruppe. Die sind ja niedlich. Hier findet im Januar das Barbados Jazz Festival statt. Eine weitere gute Möglichkeit einen Blick auf die Ostküste zu erhaschen, ist der Cherry Tree Hill, etwas weiter im Norden. Wenn ihr euch für diesen Spot entscheiden solltet, dann könnt ihr auch gleich noch der St. Nikolas Abbey, eines der ältesten Plantagenhäuser, einen Besuch abstatten. Im Gegensatz zum Farley Hill House ist dieses Gebäude renoviert und man kann es auch von innen besichtigen. Allerdings gibt es wohl nur wenig lohnenswertes. Eher was für Regentage.


Bathsheba - BarbadosUnsere Tour geht weiter zur Ostküste. Hinter der Ortschaft Belleplaine verläuft der Highway 3 in Richtung Süden an der Küste entlang. Dieser Abschnitt gilt als schönste Küstenstraße von Barbados. Schöne Sandstrände mit bizarren Felsgebilden sorgen für immer neue spektakuläre Ausblicke.

Bathsheba - Barbados

 

 

 

 

Am Picknickplatz Barclay’s Park kann man sich an der Snackbar etwas stärken oder einfach nur die Aussicht genießen. Der Ferienort Bathsheba gilt als Surferspot. Auch Profis stellt die starke Brandung vor eine echte Herausforderung. Deshalb wird der Strand auch Soup Bowl genannt.

 

Bathsheba - BarbadosBathsheba - Barbados

 

 

 

 

 

 

 

Bathsheba - BarbadosJow es brodelt hier ganz schön. Das ist auch der Grund warum schwimmen hier lebensgefährlich ist. Die Unterströmungen können auch gute Schwimmer einfach ins Meer hinausziehen. Wir stoppen am Hotel Atlantis, dem einzigen halbwegs annehmbaren Hotel in der Gegend. Sonst gibt es hier nur einfach B&Bs und ein paar Bars. Wir gehen auf die Aussichtsterrasse und genießen den Blick auf die wilde Atlantikküste von Barbados. Aber was ist das denn nun? Jetzt ziehen hier, am ersten Spot auf Barbados der uns so richtig gefällt, auch noch Wolken auf. Unglaublich! Links und rechts ist es wolkenfrei, nur hier…. Ohne Worte!

Ela bei Bathsheba - Barbados

 

 

Darauf brauchen wir erst mal einen Rumpunsch. Nachdem wir uns das Wetter schön getrunken haben, gehen wir runter an den Strand, um uns die Felsformationen mal etwas genauer anzusehen. Beim betreten der Steine sollte man unbedingt feste Schuhe anhaben, das Wasser hat messerscharfe Kanten in den Fels geschnitten.

Holger bei Bathsheba - Barbados

 

 

 

Wir schlendern ein ganzes Stück am Strand entlang, bevor wir uns wieder auf den Weg machen. An der Südostausfahrt von Bathsheba, an der Tent Bay, windet sich die Straße die Klippen hinauf und oben hat man einen tollen Panoramablick auf die Strände von Bathsheba.

 

 

Bathsheba - Barbados

Gun Hill Signal Station - BarbadosUnser Rückweg zum Hafen führt uns noch an der Gun Hill Signal Station vorbei. Einer von vielen Beobachtungstürmen, den die Briten auf der Insel gebaut haben. Im Falle eines Angriffs wurden mit Fahnen oder Kanonenböller Signale von Turm zu Turm weitergegeben und so die Bevölkerung gewarnt. Der Turm von 1818 kann besichtigt werden und man hat von oben einen guten Blick über die Insel. Aber was sieht man schon außer viel GRÜN? Unten, nahe der Straße, steht noch ein weißer Steinlöwe. Was soll der denn hier? Wie fahren weiter, zurück zum Hafen.

 

 

 

Banks Bar BarbadosIn einer Bar am Hafen lassen wir uns dann noch ein Banks schmecken. Ein Bier aus Barbados und ich muss sagen, dass war fast das beste an ganz Barbados.

Holger bei seinem Barbados Highlight

 

 

 

 

 

Um auf die Eingangsfrage zurückzukommen, Barbados hat bei weitem nicht gehalten was der Name verspricht. Barbados war die einzige Insel auf der gesamten Kreuzfahrt die uns enttäuscht hat.
Wenn ich gewusst hätte wie wenig schöne Spots es auf Barbados gibt, dann hätten wir uns wahrscheinlich das Barbados Concorde Experience angesehen. Das Überschallflugzeug Concorde flog Barbados, bis zur Einstellung ihrer Flüge, regelmäßig an. Aus diesem Grund wurde hier eine Art Museum für die Concorde errichtet. Man bekommt einen Film über die Geschichte der Concorde zu sehen und kann natürlich auch in die Concorde hinein.
Volker hat eine deutlich positivere Meinung über Barbados. Schau selbst
Nachdem das Banks vernichtet ist gehen wir an Bord. Die Ausfahrt und den Sonnenuntergang genießen wir diesmal oben an Deck.

Ela genießt die Ausfahrt

 

 

Ela genießt die Ausfahrt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

..und wieder ein taumhafter Sonnenuntergang auf dem Meer:

Ein taumhafter Sonnenuntergang auf dem Meer

Ein taumhafter Sonnenuntergang auf dem Meer

Die nächste Insel hat deutlich mehr zu bieten! Schaut sie euch doch einfach an...