Dominica

05 03 Karibik

 

 

Als wir uns am frühen Morgen Dominica nähern stehen wir an Deck der Equinox. Wir sind gespannt was uns auf Domenica erwartet, nach all dem was wir so gelesen haben, scheint scheint Dominica eine sehr interessante Insel zu sein.

Dominica - Karibik

Dominica - Rosenau - KaribikDominica ist 46,4 km lang und 25,6 kmbreit. Dominica gehört natürlich ch zu den Kleinen Antillen, aber bei der Zuordnung „Insel über dem Winde“ scheiden sich die Gelehrten, denn Dominica liegt genau an der Grenze. Egal! Vom Deck der Equinox sieht Dominica ein wenig aus wie die Schwester von St. Kitts. Grün, bergig und eine bunte Hafenstadt. Allerdings muss das dann die große Schwester sein. Was sich nicht unbedingt auf die Inselgröße bezieht, denn da ist Dominica nicht viel größer, aber Dominica ist von allen Inseln der Kleinen Antillen, vielleicht sogar der ganzen Karibik, die gebirgigste und regenreichste. Dominica hat 365 Flüsse und Bäche. Der höchste Berg ist der 1447m hohe Morne Diablotin. Er ist vulkanischen Ursprungs und hinter dem Vulkan Soufrière auf der Insel Basse-Terre der zweithöchste Berg der Kleinen Antillen. Auf Dominica gibt es kaum brauchbare Strände, dass ist auch der Grund, warum die großen Touristenkonzerne kein Interesse an Dominica haben. Was wiederum dafür gesorgt hat, dass Dominica noch sehr ursprünglich ist.

Dominica - Rosenau - Karibik

Ela am Morne Bruce Point - Dominica - Rosenau - Karibik

 

 

Das wollen wir jetzt mal überprüfen. Die Straßenverhältnisse sind eine Katastrophe, Mietwagen sind sehr teuer und außerdem wollten wir gerne von einem Einheimischen mehr über diese interessante Insel erfahren, also entschieden wir uns zu einer geführten Tour in einem Kleinbus und gegen einen Mietwagen.
Los geht es direkt am Schiff. Unser erster Stopp ist der Aussichtpunkt Morne Bruce, oberhalb von der Hauptstadt Roseau.

 

Blick vom Morne Bruce Point - Dominica

 

Früher Stand hier oben eine Festung, von der ist nichts über geblieben, außer der herrliche Panoramablick über Roseau und die Celebrity Equinox. Roseau ist mit ca. 16000 Einwohnern die größte Stadt Dominica. Die zweitgrößte ist mit 3700 Einwohner Portsmouth. Wobei Stadt da wohl dann doch schon etwas übertrieben ist. Dominica ist mit etwa 80000 Einwohnern eines der am dünsten besiedelten Länder der Karibik. Der Anteil der weißen Inselbewohner ist auf Dominica der niedrigste der gesamten Karibik. Das hat seinen Grund in der Geschichte, aber dazu komme ich später.

 

Botanischen Garten - RosenauWir fahren zurück nach Roseau und dort fahren wir durch den Botanischen Garten. Der war mal der schönste der gesamten Karibik, aber der eine oder andere Hurrikan hat ihn doch sehr in Mitleidenschaft gezogen. Überhaupt wird Dominica immer wieder heftig von Hurrikans heimgesucht. Marylin und Luis 1995, Bertha 1996, Gorges 1998, Lenny 1999… Jedes Mal traf es die Insel heftig und die Bananenernte, wichtigster Bestandteil der Wirtschaft, wurde fast komplett zerstört. Dieses Bild hier zeugt ebenfalls von einem Hurrikan. Am 24. August 1979 traf Hurrikan David Dominica mit voller Wucht. Bäume knickten um wie Streichhölzer, so auch dieser afrikanische Boabab Tree. Der Baum fiel auf den, zum Glück, leeren Schulbus. Kaum vorstellbar was das für eine Tragödie gewesen wäre, wenn der Bus besetzt gewesen wäre. Wie ihr seht, ist der Baum nicht Tot zu kriegen gewesen. Nachdem er umgefallen war, sind seine Äste Richtung Licht einfach weiter gewachsen. Den Bus wollte er behalten. :-)) Inzwischen ist der eine Ast ein ausgewachsener Baum.

Ab in die Natur...Dominica - KaribikWir verlassen Roseau über eine der zwei Brücken über den Roseau River und machen uns auf den Weg in Richtung Inselmitte. Die schmale Straße führt durch unendlich viel Natur. Hier zeigt sich warum Dominica auch die Naturinsel der Karibik oder einfach Insel der Schönheit genannt wird. Pflanzen in allen Formen und Farben direkt an der Straße. Ein Großteil der Insel ist Urwald. Nur 1/5 von Dominica lässt sich überhaupt landwirtschaftlich nutzen. Wir kommen immer wieder an kleinen Bananenplantagen vorbei. Die Bananenstauden sind mit Tüten umhüllt, um Schädlinge abzuhalten und weil sonst die Sonne den Reifeprozess zu schnell vorantreiben würde. Schließlich wollt ihr doch keine braunen Bananen im Supermarkt liegen haben.


Ortschaft Trafalgar - DominicaStart zu den Trafalgar Falls

 

 

 

 

 

 

 

Nach wenigen Kilometern, aber vielen, vielen Kurven erreichen wir die Ortschaft Trafalgar, die als Namensgeber für die Trafalgar Falls dient. Kurz hinter Trafalgar kommen wir zu einem Wasserkraftwerk, dass 70% des gesamten Stroms für Dominica produziert. Um das Kraftwerk zu speisen wurde ein dritter Wasserfall, der in der Gegend war, in Fallrohre umgeleitet. Man mag darüber denken wie man will, aber die Insel muss schließlich mit Strom versorgt werden und warum nicht die natürlichen Ressourcen nutzen?

 

Wanderung zu den Trafalgar FallsUrwald Dominica

 

 

 

Gleich hinter dem Kraftwerk befinden sich ein Parkplatz und ein Restaurant. Hier beginnt der Pfad, der uns in etwa 10 Minuten, unter hohen Bäumen, durch üppige Natur, zu den Trafalgar Falls führt. Das heißt nicht zu den Falls, sondern zu der Plattform, von der man einen schönen Blick auf die Trafalgar Falls hat. Ein wahrlich majestätischer Anblick.

 

 

Trafalgar Falls - Dominica - Karibik

Trafalgar Falls - Dominica - KaribikHolger am Fuße der Trafalgar Falls - Dominica - Karibik

 

 

Leider ist das Licht nicht ganz ideal, wir sind etwas zu früh hier, denn wir haben noch ein wenig Gegenlicht über den Wasserfällen. Geht gerade so, aber wenn ihr selber unterwegs sein solltet, dann wäre der Nachmittag die ideale Zeit um die Trafalgar Falls zu besuchen. Es führt noch ein kleiner Weg die Plattform herunter, den ich natürlich gehen muss. Ich dachte er würde mit zu der Basis der Wasserfälle führen, aber leider ist am Wasserlauf, den der linke Wasserfall bildet, Schluss. Hier ist der Weg zugewachsen. Na dann eben nicht.

 


Weiter durch die Natur...Dominica - Karibik

 

Na das war doch schon mal ein netter Anfang was die Natur betrifft. Unser nächstes Ziel der Emerald Pool und die Trafalgar Falls liegen Luftlinie nur ca. 8km auseinander, aber mit dem Auto dauert die Fahrt über eine Stunde. Wir müssen zunächst wieder zurück nach Roseau. Von dort ein Stück die Westküste endlich Richtung Norden, bevor es wieder in Richtung Inselmitte geht.

Restaurant unterwegs auf Dominica

 

 

Die Natur...Dominica - Karibik

 

 

 

Die vielen hohen und steilen Berge lassen durchs Inselinnere keine Nord-Südverbindungen zu. Mensch, die Fahrt auf den mit Schlaglöchern übersäten Straßen macht aber wirklich durstig. Da kommt der Stopp im Springfield Valley am Mountain View Restaurant and Bar gerade recht. Das Restaurant mitten in der Pampas lebt scheinbar von den vorbeikommenden Touristen. Was bestellt man wenn man in der Karibik unterwegs ist? Richtig! Natürlich einen leckeren Rumpunsch. Hmmm der ist aber wirklich gut, da könnte man doch glatt… ach nee lieber nicht, wir wollen ja noch was vom Tag haben. :-)) Das Mountain View Restaurant liegt wirklich herrlich im Tal und hat einen wunderschönen Garten.
 

 

Wanderung zum Emerald PoolEla unteregs zum Emerald Pool

 

 

 

Frisch gestärkt nehmen wir das letzte Stück zum Emerald Pool in Angriff. Noch auf dem Parkplatz bekommen wir eine Eintrittskarte ausgehändigt, denn der Emerald Pool liegt im Nationalpark Morne Trois Pitons. Der 7000 ha große Morne Trois Pitons Nationalpark wurde 1998 zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt.

 

 

 

Natur pur auf DominicaNatur pur auf Dominica

 

 

 

Neben dem 1356m hohen Morne Trois Pitons gibt es in dem Nationalpark noch vier weitere Vulkane, Frischwasserseen, heiße Quellen und mit dem Boiling Lake ein ganz besonderes Naturphänomen. Der Boiling Lake liegt im Vally of Desolation und ist über die Ortschaft Laudat in einem anstrengenden Ganztagesmarsch zu erreichen. Also nichts für unseren Kurzbesuch.
 

 

 

Ela ist gleich am Emerald Pool angekommen...Wir machen uns auf den Weg zum Emerald Pool. Die Vegetation unterscheidet sich doch ganz eindeutig von dem Weg zu den Trafalgar Falls. Wir sind hier ein ganzes Stück höher und wir befinden uns in der Übergangszone zum Regenwald. Die Bäume sind viel dichter und viele Wurzeln und Stämme sind mit Moos bewachsen. Auch die Luftfeuchtigkeit ist deutlich höher. Der 15 Minuten lange Weg führt über mehrere Holzbrücken, bevor er zu einer Art Grotte führt, in der eingebetet der Emerald Pool liegt.

 

Holger am Emerald Pool - Dominica

 

 

 

Der Wasserfall, der sich in den Emerald Pool ergießt, ist etwa 13m hoch. Das Wasser ist kristallklar und links und rechts vom Wasserfall hängen Lianen die Klippen hinunter. Nun fehlt nur noch ein Sonnenstrahl, der durch die Bäume genau in den Pool scheint und die Szenerie wäre perfekt. Aber auch so sieht das hier alles schon ganz schick aus. Ich klettere mal hinter den Wasserfall, ihr könnt hier zusammen mit Manuela warten. Während ihr euch die Bilder anschaut, wird es Zeit das ich mal ein paar Sätze zur Geschichte von Dominica erzähle. Wer hat Dominica entdeckt? Richtig, natürlich Kolumbus auf seiner zweiten Reise 1493. Allerdings ging er nicht an Land und machte es sich mit der Namensgebung mal wieder sehr einfach. Es war ein Sonntag an dem er mit seinem Kutter vorbei gesegelt ist, also hieß die Insel Dominica. Da waren dem Kerl die Ideen wohl schon ausgegangen. 1627 kam mit Earl of Carlisle der erste Engländer und bis 1748 war England im Besitz von Dominica. Von dem Zeitpunkt an wechselte der Besitz unzählige Male zwischen England und Frankreich hin und her. 1805 hatten die Engländer Dominica dann mal wieder in ihrem Besitz und machten sie zur Kolonie. Der starke Widerstand der Ureinwohner sorgte dafür, dass Dominica die letzte karibische Insel war, die von den Europäern kolonialisiert wurde.


Emerald Pool - Dominica

 Emerald Pool - Dominica

 

Wie überall in der Karibik wurde auch hier um 1835 die Sklaverei abgeschafft und 1838 erreichten die Mulatten erstmals eine Mehrheit im Parlament. Erst 1951 wurde ein gleiches Wahlrecht eingeführt. Bis dahin orientierte es sich am Vermögen. 1967 entließ Großbritannien Dominica in eine Teilselbständigkeit, nur die Verteidigungs- und Außenpolitik blieb in britischer Hand. Das änderte sich am 3. November 1978, als die vollständige Unabhängigkeit Dominicas von Großbritannien erklärt wurde.
Vom starken Widerstand der Ureinwohner habe ich ja schon berichtet. Dieser starke Widerstand sorgte auch dafür, dass sie der Sklaverei entgingen. Sie wären lieber gestorben als sich der Sklaverei zu unterwerfen. Ihr Widerstand hielt sehr lange an, so dass 1903 die britische Kolonialregierung ein Karibenreservat einrichtete.
Das Carib Territory im Osten Dominicas existiert heute noch. Hier leben die letzten ca. 500 reinrassigen Indianer vom Stamm der Kariben, die es in der gesamten Karibik noch gibt. Dieser Stamm gab der gesamten Karibik ihren Namen.
So meine Klettertour hinter den Wasserfall ist beendet und für uns wird es Zeit den Emerald Pool wieder zu verlassen. Wir gehen zurück zum Auto und verlassen den Nationalpark Morne Trois Pitons. Hier im gebirgigen Inselinneren zeigt sich warum Dominica als die ursprünglichste und wildeste Insel der gesamten Karibik bezeichnet wird. Der Urwald bietet eine unfassbare Tier- und Pflanzenvielfalt.
 

 Emerald Pool - Dominica

Roseau ist auch eine nette Stadt in der Karibik, schaut selber...