|
Am nächsten Tag stand die Stadtrundfahrt mit Arabian Advantures auf dem Programm. Erster Stop war Jumeirah Moschee. Weil es sich um eine sehr grosse Moschee handelt, gibt es auch einen extra Trakt für Frauen. In kleinen Moscheen haben Frauen keinen Zutritt.

Es geht weiter, vorbei an der Residenz des Scheichs zum Creek. Hier werden die Unterschiede zwischen alt und neu besonders deutlich. Unten im Hafen das alte Viertel und hier nur wenige 100m weiter eine hypermoderne Skyline. An Dubai’s Skyline sieht man was aus einem kleinen verträumten Fischerdorf in nur 40 Jahren werden kann.
 |
Der kometenhafte Aufstieg Dubais begann 1966, als vor der Küste Öl gefunden wurde. Dubai ist Hafenstadt. Die Schiffsanleger sind riesig und die großen Öltanker legen ständig an, werden beladen und legen wieder ab. Das erste Öl wurde noch mit Hilfe der Amerikaner gefördert. Doch sehr schnell (und zwar schon mit dem ersten beladenen und Dubai verlassenen Öltanker) hat der damalige Scheich die Ölförderung und -vermarktung in die eigenen Hände genommen und Dubai unabhängig von der Hilfe (und auch von der Einmischung) anderer Staaten gemacht. Während die traditionellen Wirtschafts- Giganten der Welt über Handelsdefizite und Börsenflaute jammern, boomt am arabischen Golf das Geschäft. Aber wie lange noch? Man sagt etwa 10 Jahre, dann sollen die Erdölvorkommen aufgebraucht sein. Bis dahin will man in Dubai ein anderes Standbein haben. Na und was? Richtig der Tourismus, aber nicht der Massentourismus, sondern die gutbetuchten Touristen sollen ihr Geld in den Emiraten lassen. Im Jahre 2003 besuchten über 5 Millionen Touristen die Emirate. Bis im Jahr 2010 soll dies auf über 15 Millionen Gäste ansteigen.
Das Jumeirah Beach Resort und vor allem das Burj al Arab sind da nur der Anfang. Zur Zeit wird das Projekt "The Palm", eine künstliche Inselwelt in Form einer Palme gebaut. Der Stamm ist die Hauptinsel und jeder Ast eine weitere. Es gibt hier Hotels, aber auch Appartements, von denen sich zum Beispiel Ralf Schuhmacher schon eins gegönnt hat. The World Dubai ist das neueste und wohl mit Abstand spektakulärste Projekt von His Highness Sheikh Mohammed bin Rashid al Maktoum, Kronprinz von Dubai und Verteidigungsminister der Vereinigten Arabischen Emiraten. Mit The World Dubai möchte er mit der gleichen Technik wie auf The Palm die ganze Welt als Inseln nachbauen. Diese Megainsel soll aus 300 kleinen Inseln bestehen, wo dann jede Insel ein Land wie z.B. Deutschland darstellen soll. Auf den Inseln sollen dann exclusive Villen, Häuser mit privaten Yachthafen entstehen. Wer schon Interesse und die Kohle an einer Immobilie auf The World hat, kann sich unter folgender Website schon einmal vorab registrieren: www.theworld.ae Ski fahren in Dubai? Das geht doch nicht mitten in der Wüste! Ach klar hier gibt es nichts was es nicht gibt: an der Mall of The Emirates an der Sheikh Zayed Road das größte Hallen Schnee Resort der Welt Ski Dubai. Es hat eine Größe von drei Fußballfeldern und wird mit über 6000 Tonnen künstlich erzeugtem Schnee vielfältigen Wintersport bieten. 1500 Ski Begeisterte können gleichzeitig auf einer Abfahrtslänge von ca. 400 Metern und fünf separaten Pisten den Hang hinunter fahren. Für Snowboard Fahrer steht ein spezieller " Stunt Park " zur Verfügung der dann den letzten Kick geben soll. Für Apres Ski ist im spektakulären Ski Dome auch gesorgt. Direkt neben der Piste gibt es ein Cafe und mehrere Restaurants. http://www.skidxb.com/
Anschliessend sehen wir die historischen Häuser der Altstadt mit ihren Windtürmen. Diese Windtürme sind zu Beginn des vorigen Jahrhunderts von persischen Kaufleuten mit nach Dubai gebracht worden. Sie siedelten alle zusammen an einem Ort und nannten ihn "Bastakiya". 15 m hoch sind diese Windtürme, die nach allen vier Seiten offen sind. So entsteht eine "Klimaanlage", die ständig kühle Luft ins Innere der Häuser leitet. Bastakiya liegt heute übrigens im alten Stadtteil Deira.
Vorbei geht es an Moscheen, Schulen und hübschen Wohnhäusern. Der heutige Sultan sieht die Zukunft des Landes nicht nur im Erdöl, denn irgendwann werden diese Geldquellen auch mal versiegt sein. Dann braucht das Emirat andere Einnahmequellen. So wird Wert auf gute Ausbildung gelegt. Schon heute sind mehr als die Hälfte der Studenten junge Mädchen. Und sie studieren nicht nur "weibliche" Berufe. Ihnen steht die ganze Wirtschaft offen
. Weiter ging es zur 150 Jahre alten Fort Al Fahidi, der ältesten Festung Dubais. Ein 3D-Museum sozusagen erwartet uns. In den nachgebauten Szenen aus der Vergangenheit des Emirates wird mit moderner Technik eine mehrdimensionale Welt geschaffen, die zum Greifen nahe und lebensecht wirkt. Betritt man den Gewürzladen, so duftet es nach Weihrauch und anderen orientalischen Gewürzen. 
Verlässt man die Stadt, so suggeriert der Sand unter den Füssen, die erfrischende Kühle und der leichte Wind sowie der schwarze, mit Sternen bedeckte Himmel ein traumhafte Wüstennacht. Selbst die Geräusche aus allen Richtungen lassen ein Wüstenfeeling aufkommen. Selbst das Blau der Tiefsee ist greifbar nahe, wenn man durch den Raum der Perlenfischer geht. Man steht mit einem Male dicht neben einem tauchenden Mann, der mit einfachen Mitteln minutenlang unter Wasser nach den kostbaren Perlen sucht.
Wir fahren mit einem Abra auf die andere Seite des Creeks. Zurück in den Stadtteil Deira. Lebhaftes Basartreiben fängt uns in der Beni Yasi Road ein. Und der Duft strömt aus unzähligen kleinen Geschäften der Händler im Gewürzsouk. Wer kennt schon die Namen all dieser farbenfrohen Gewürze? Deira hat noch mehr orientalisches Basarleben zu bieten: den Goldsouk. Er gilt als der Grösste in der arabischen Welt. Der holzüberdachte Souk hat 700 klimatisierte Läden.
Jedes dieser Geschäfte beinhaltet Goldschmuck im Überfluss. Ein Teil schöner als das Andere, ein Teil wertvoller als das Andere. Gold, Juwelen, Diamanten, soweit das Auge reicht. Was mir hier sehr positiv auffiel, war die Tatsache, dass man in aller Ruhe schauen konnte, ohne sich bedrängt oder genötigt zu fühlen, etwas zu kaufen. Jeder Verkäufer war freundlich, lächelte einen an, war sehr gastfreundlich auch wenn man nur schauen wollte. Eine Sitzbank im Goldsouk wurde frei und wir liessen die anderen laufen. Menschen aus wirklich allen Ländern der Erde laufen hier herum. Aufgefallen sind mir die vielen tiefverschleierten Frauen mit Ihren Männern. Die Frauen suchten aus, die Männer lächelten nur und bezahlten.
Die Stadtrundfahrt ging zu Ende und unserer Stopover auch. Wir liessen den Abend am Creek ausklingen und machten uns dann auf den Weg ins Hotel. Mitten in der Nacht um 3:00 Uhr ging der Flug nach Bangkok, um den Urlaub in Thailand fortzusetzen. Während wir auf dem Flughafen auf unseren Weiterflug warten sehen wir uns um. Wir hören eine uns gekannte deutsche Stimme und während wir noch überlegen wem sie gehört, sehen wir ihn schon. Lothar Matthäus, der zu diesem Zeitpunkt Trainer bei Rapid Wien war. Lautstark wie immer unterhielt er den ganzen Flughafen. Den aktuellen Bauwahnsinn könnt ihr hier verfolgen: www.nakheel.com
Jetzt aber weiter nach Thailand.
|