Hausboottour auf dem Lake Powell III

 

Tag 2:

Am nächsten Tag gab es mehrere Versuche uns freizubekommen. Zunächst unsere Nachbarn mit einem organisierten Boot. Dann kam eine Rangerin, die traute sich aber gar nicht in die Bucht und rief über Funk die Mechaniker. Diese kamen und blubberten ein wenig herum. Nein, nicht das sie uns was erzählten, sie blubberten mit ihren zwei riesigen Motoren im Wasser herum. Sie machten das Seil fest und zogen einmal kurz. Als sich nichts bewegte hörten sie auf und sagten es bringt nichts. Sie müssten ein Flachwasserboot holen. Aber erst am nächsten Tag. WAAASSSSS?????? Wir wollten eigentlich noch mehr als nur diese Bucht sehen!!!!
Als die Laune langsam sinkt kommt ein neuer Amerikaner auf einem Jetski um die Ecke. Schaut rein, fragt was passiert ist, er hat unseren Funkspruch gehört. JESUS ist sein erstes Wort, als er vom Jetski steigt und statt abzusaufen grade mal Knietief steht. Trotzdem bietet er Hilfe an. Er ist hier mit ein paar Kumpels die er mitbringen wird. Gesagt getan.

Rettung mit JetskiNach ein paar Minuten ist er wieder da, mit 5 Kumpels und einem älteren Amerikaner. Der redet gar nicht viel sondern schaut sich die Sachlage an. Er scheint sehr viel Erfahrung zu haben und macht gar keinen so skeptischen Eindruck, denn wir haben doch recht viel Wasser unter dem Grund. Also wollen sie einen Versuch wagen. Gerne, für jede Hilfe sind wir dankbar. Der ältere übernimmt das Ruder. Die Frauen sollen sich ans Heck stellen und alle Männer ins Wasser zum schieben. Die Motoren jaulen und wir und die Jungs schieben was das Zeug hält. Bewegt sich da was? Oder ist es nur die Hoffnung?

Peter und Holger auf Jetski

 

 

Neeeeeeee tatsächlich, eine leichte Seitwärtsbewegung. Also doch Hoffnung? Jetzt binden Sie noch die beiden Jetskis (mit denen sie gekommen waren) vor das Hausboot. So noch mal alle Kräfte aufbäumen, Motoren an, schlingern, Jetskis, doch was ist das? Auf einmal glitscht das Boot locker und lässig durch den Schlamm, wird frei und von leichter Hand aus der Bay gesteuert. Grosse Augen und das poltern der Felsen die vom Herzen fallen ist noch in Las Vegas zu hören. Das Boot eilt davon, und Peter und Holger sind noch im Wasser.


Aber kein Problem. Wir hopsen auf die Jetskis und werden noch mit Rettungswesten versorgt. Die sind auch nötig, denn Sedge (so heißt der Fahrer) versucht alles, um uns abzuwerfen. 42 mph haben wir drauf und der Jetski vollführt Bocksprünge über die Wellen. In einem lichten Augenblick sehen wir Nicole und Ela, die am Heck von unserem Hausboot um die Wette strahlen. Nach weiteren waghalsigen Kurven legen wir in einer wunderbaren Bay, umgeben von roten Felsen, an und wissen gar nicht was wir sagen sollen. Wow, diese Bucht ist nur 200m von unserer entfernt. Wir hätten es also viel einfacher haben können.

Unsere Traumbucht auf dem Lake Powell

John, Trix und KinderWie bedanken uns überglücklich bei unseren „Rettern“. Die winken nur lässig ab und reden von Selbstverständlichkeit und so. Für uns ist das gar nicht so selbstverständlich und wir sind von der Hilfsbereitschaft der Amerikaner wieder einmal begeistert. Wir jubeln noch immer und versuchen zu rekonstruieren, warum trotz weniger Hilfsmittel, es dieses Mal geklappt hat das Hausboot zu befreien. Da kommt die Frau des älteren Amerikaners  zu uns an Bord und lädt uns zu einer Bootstour ein. Neben Ihrem Hausboot und den Jetskis haben sie auch einen Wave Rider, also ein Powerboot mit 275-300 PS. Damit jagen wir übers Wasser und werden noch mit Bier und Getränken versorgt.

Open Arch im Lake Powell

 

 

Open Arch im Lake Powell

 

 

 

 

 

 

 

 

Powerbootfahrt auf dem Lake PowellIst uns fast peinlich, aber an den Spots wo wir hinfahren verschlägt es uns die Sprache. Eine Double Arch Höhle. Oben und von der Wasserseite her offen, herrlich kühl. Mittlerweile ist auch eine rege Konversation im Gange und wir erfahren, dass John (der Ältere) Arzt in Sedona ist, und Trix seine Frau. Zwei der Jungs sind Ihre Söhne, der Rest Freunde und Freundinnen der Jungs. Die Jungs alles Medizinstudenten an der University of America. Und leicht crazy, springt doch der eine durch den Sky Arch hinab in die Höhle (ca. 10 m). Aber unheimlich nett.

Powerbootfahrt auf dem Lake Powell

 

 

 

 

 

 

 

 

Sonnenuntergang auf dem Lake Powell

 

Wir genießen die Fahrt, die fast bis zum Sonnenuntergang dauert. John erzählt noch, dass wir nicht die Ersten sind, die er aus dem Schlamm befreit hat und das ARAMARK da einen sehr schlechten Job macht. Es wird den Mietern nur erzählt wie man das Boot fährt. Aber nicht wie man ankert und vor allem wie die Buchten aussehen sollten an denen man ankert. Wir können uns seinen Worten nur anschließen. Nach unser Rückkehr gehen wir in unserer Traumbucht noch eine Runde baden. Herrlich ist es hier.
Wir schmeißen den Grill an und feiern die wiedergewonnene Freiheit. :-))

 

Moon over Lake Powell

 

Mond über dem Lake Powell

 

 

 

 

 

 

 

Nächsten Morgen geht es erst mal tanken...