Istanbul - Bosporus Bootsfahrt

 

Bosporus Anlegestelle Bogaz Hatti

 

Heute Mittag geht es mit der AIDA schon weiter, aber ein Istanbul Besuch ohne Bootsfahrt auf dem Bosporus? Das geht gar nicht! Also sind wir früh aus den Federn, um uns dieses Erlebnis nicht entgehen zu lassen. Die Tour beginnt am Goldenen Horn, in der Nähe der Galata Brücke. Die Anlegestelle heißt Bogaz Hatti und liegt auf der Sultanahmet Seite. Wenn man über die Brücke nach Sultanahmet geht, nach rechts, am Busbahnhof vorbei und noch ein paar Meter.

 

Istanbul vom Bosporus

Istanbul vom BosporusMan kann die Tour mit den städtischen Fähren machen, aber auch die AIDA bietet die Tour an. Wir haben uns ausnahmsweise mal entschieden die Tour mit der AIDA zu machen. Zwei Gründe sprachen dafür: Erstens wäre die Tour mit den städtischen Fähren zeitlich recht knapp geworden, wehe die verspäten sich mal und zweitens war der Preisunterschied nicht so riesig groß.

 

AIDA in Istanbul

 


Die Tour führt zunächst auf dem Goldenen Horn unter der Galata Brücke hindurch zum Bosporus. Dort wo das Marmarameer, das Goldene Horn und der Bosporus aufeinandertreffen, passieren wir die AIDA. Auf der anderen Seite liegt der schöne Leanderturm, der angeblich gebaut wurde, um die Lieblingstochter eines Sultans vor einer bösen Prophezeihung zu retten. Die Ärmste!

 

Bospurus Panorama

Dolmabahce-Palast direkt am Bosporus

 

So langsam tauchen die ersten Bürotürme auf und als Kontrast dazu steht direkt am Bosporus der letzte Sultanspalast – der Dolmabahce-Palast. Der 250000m² große Palast wurde 1856 errichtet. Durch die Verwestlichung des Osmanischen Reichs sah sich Sultan Abdülmecit gezwungen den Topkapi-Palast zu verlassen und hierher zu ziehen. Ich hoffe er war nicht all zu traurig, denn man kann durchaus schlechter wohnen. Gold und Marmor wo man hinsieht. Wir fahren eine ganze Weile an der Anlage vorbei, kein Wunder 500m ist die Palastfront lang. Neben dem letzten Sultan lebte hier auch der letzte Kalif des Osmanischen Reichs. Als dieser 1938 in die Verbannung nach Nizza geschickt wurde war der Untergang des Osmanischen Reichs endgültig besiegelt. Seitdem der Palast 1990 renoviert wurde, kann man ihn innerhalb einer Führung besichtigen.

Erste Bosporusbrücke

 

Kurze Zeit später kommen wir zur ersten Bosporusbrücke. Die 70m hohe Brücke wurde 1973 zum 50. Jahrestag der türkischen Republik gebaut und ist inzwischen zu einem weiteren Wahrzeichen Istanbuls geworden. Mit der Fertigstellung der Brücke wuchs der Stadtteil Üsküdar besonders schnell. Bewohnt war der asiatische Bereich, an dem jetzt der Brückkopf steht, schon in der Antike. Von hier konnte schon immer die Einfahrt in den Bosporus kontrolliert und Zölle kassiert werden. Deshalb gab es um dieses Fleckchen Land auch immer wieder heftige Kämpfe, bis 1936 das Abkommen von Montreux die Durchfahrt durch die 31 km lange Wasserstraße regelte.

Bosporusbrücke zwischen Europa und Asien

Wir genießen die Bosporus BootstourDie Sonne scheint uns ins Gesicht, wir genießen die Bootsfahrt über den Bosporus. Jetzt können wir uns vorstellen warum Alexander von Humboldt von einem der schönsten Flecken der Erde sprach, als er vom Bosporus sprach. Nun gut soweit würde ich nicht gehen wollen, aber schön ist es schon.

Villa am Ufer des Bosporus

 

 

 

Das Boot kreuzt ständig zwischen Europa und Asien. Auf beiden Seiten tauchen immer wieder prächtige Paläste, alte Villen und neue Luxushäuser auf. Wer hier nicht geerbt hat muss Wahnsinnssummen auf den Tisch legen um hier ein Grundstück zu erwerben. Vor vielen dieser netten Häuschen liegt auch gleich ein Boot am eigenen Steg. Wie gesagt hier wohnen Millionäre.

 

Zweite Bosporusbrücke

 

Auf Höhe der zweiten Hängebrücke ist der Bosporus am schmälsten. Hier ist auch die Strömung am tückischsten. Das entdeckte 1680 bereits der Italiener Ferdinande Marsigli. Er stellte fest, dass an der Oberfläche Wasser vom Schwarzen Meer Richtung Mittelmeer führt, in der Tiefe aber eine Strömung Wasser in die Gegenrichtung drückt.

 

 

Rumeli Hisari - osmanische Festungsanlage am Bosporus

Hier, kurz vor der zweiten Hängebrücke steht auch die Festungsanlage Rumeli Hisari. Sultan Mehmed II. ließ die Anlage 1452 im Zuge der Vorbereitungen für die Eroberung Konstantinopels, neun Monate vor der Eroberung, an der schmalsten Stelle des Bosporus, errichten. Die Festung wurde in nur vier Monaten aus dem Boden gestampft. Nachdem der Sultan erfolgreich war, diente die Anlage als Gefängnis. Die Anlage wurde strategisch sehr gut gebaut, sie besteht aus zwei Rundtürme auf dem Kamm des Hügels und ein Eckturm am Fluss. Ideal um das gesamte Gebiet unter Kontrolle zu halten.
Borporus Brücke und die osmanische Festungsanlage
Nachdem wir die zweite Brücke passiert haben, wird der Bosporus kilometerbreit und die Bebauung lässt deutlich nach. Besonders auf der asiatischen Seite wird es jetzt richtig grün. Wir fahren noch soweit, dass wir ins Schwarze Meer hinein sehen können. In der Ferne sehen wir die Tanker und Frachter, die dicht aufgereiht in das Schwarze Meer hineinfahren. Ist schon ein irrer Betrieb hier. Kein Wunder das die Anwohner des Bosporus große Angst vor einen Tankerunglück haben.

Einfahrt vom Borporus ins Schwarze Meer

Einfahrt vom Borporus ins Schwarze Meer

Für uns geht die Tour jetzt zu Ende. Wir legen hier an und werden mit dem Bus zur AIDA zurück gebracht.
 

Ablegen! Verpasst die Ausfahrt aus Istanbul nicht...