Mount Rainier National Park

Mount Rainier National Park

 

Chinook PassMount Rainier National Park
Schon lange bevor man den Park erreicht, der nach ihm benannt ist, beherrscht Mount Rainier den Horizont.
Der 942 km² große Park umfasst ein Gebiet in großartiger Landschaft um den 4.392 m hohen Vulkan Mount Rainier. Auch er gehört zum sogenannten Ring of Fire und ist einer der 22 aktiven Vulkane im Nordwesten der USA. Die Zweitausender um ihn herum erscheinen winzig gegen diesen Riesen.
Der Vulkan Mount Rainier bietet zu jeder Jahreszeit ein eindrucksvolles Bild. Die Gletscher reichen weit nach unten; der Krater ist immer schneebedeckt. Dünne Rauchspuren künden häufig von der in seinem Inneren noch brodelnden vulkanischen Aktivität, die - wie im Fall des Mount St. Helens - eines Tages zum Ausbruch führen könnte. Der weißblaue Gipfel ist bei klarer Sicht selbst im 100 km entfernten Seattle noch deutlich zu sehen. Herrlich unberührte Wälder und Almen umgeben diesen majestätischen Berg.
Mount Rainier ist das Geschöpf von Feuer und Eis. Er entstand vor über einer 1/2 Million Jahren auf einem Lavasockel, den ältere Vulkane geschaffen hatten. Wohl tausendmal quollen im Laufe der Zeit Asche und Lava aus seinem Schlund, füllten die benachbarten Täler und bauten, Schicht um Schicht, den Vulkankegel bis zu einer Höhe von ca. 5000 m auf.
Noch während Mount Rainier wuchs, schnitten die Gletscher Täler in den Berg und sein Umland. Die 25 großen Gletscher hier bilden die größte Eismasse, die ein einzelner Berg der USA südlich von Alaska auf sich versammelt hat.
Der Gipfel des Mount Rainier verfiel im Laufe der Zeiten, aber die Ausbrüche der letzten 2000 Jahre ließen ihn erneut auf 4392 m emporwachsen. Sein letzter Ausbruch liegt etwa ein Jahrhundert zurück. Nach heutigen Erkenntnissen scheint es nicht unwahrscheinlich, dass der Mount Rainier in Zukunft wieder ausbricht. Bereits 1988 kam es zu einem kräftigen Erdbeben, das in etwa die Stärke aufwies wie jenes, das die Aktivität des Mount St. Helens 1980 einleitete. Es blieb jedoch bei diesem einen Beben, seither ist es wieder weitgehend ruhig. Bemerkenswert ist, dass oben auf dem Berg infolge der Wärmeentwicklung ein Stück eisfrei ist, man kann den dunklen Felsrand von unten mit bloßem Auge erkennen! Auf Luftaufnahmen lässt sich deutlich ein kleiner Krater auf dem Gipfel erkennen.
Wir haben den Park von Yakima kommend über den HWY 410 angefahren und wollten zunächst nach Sunrise fahren. Sunrise ist über eine von zwei Stichstrassen im Park zu erreichen. Die Straße geht an der Ostseite des Parks den Berg hinauf. Nachdem wir problemlos über den Chinook Pass gekommen sind, sind wir davon ausgegangen, dass es bei der Fahrt nach Sunrise ebenfalls keine Probleme geben würde. Von hieraus hat man einen sagenhaften Blick auf den Mount Rainier.
Mount Rainier


Wir fahren auf Hwy. 410 weiter nach Norden und biegen Sie dann scharf nach links in Richtung White River Entrance ab. Die Straße endet bei Sunrise. Leider kamen wir nur bis zum White River Campground. „Road Closed“! Hier liegt noch so viel Schnee, dass eine Fahrt nach Sunrise nicht möglich ist.
Schade, also fahren wir über den Cayuse Pass, 1.431 m, Richtung Paradise. Unterwegs haben wir immer wieder schöne Blicke auf den Mount Rainier.

 

 
Mount RainierDen Mount Rainier kann man von den Straßen aus in verschiedensten Perspektiven betrachten. Immer neu fügt sich seine schnee- und eisbedeckte Spitze in die Landschaft ein und beherrscht sie in grandioser Weise. Zu Recht wird der Mount Rainier als einer der schönsten Berge Amerikas bezeichnet. Es empfiehlt sich daher, dieses Erlebnis auf einer Rundfahrt durch den Park ausgiebig zu genießen. Wenn man ihn zu Gesicht bekommt, denn er versteckt sich oft Tage oder Wochen hinter Wolken. Wir hatten Glück...
Box Canyon

 

 

 

 

Unser erster Stop ist der Box Canyon. Gleich hinter dem Picknickplatz. Der Blick fällt in den fast ebenen Canyon. Es liegt eine 30 m tiefe Schlucht vor uns, die der Cowlitz River geschnitten hat. Das besondere am Box Canyon ist, dass man von der Brücke aus zwei der größten Berge Nordamerikas sehen kann. In östlicher Richtung den 40 Meilen entfernten Mount Adams und in westlicher Richtung den 12 Meilen entfernten Mount Rainier.

 

Reflection LakeWeiter geht es zum Reflection Lake, in dem sich der eisbedeckte Berg spiegelt. Mal mehr, mal weniger gut. Das hängt hauptsächlich mit dem Wind zusammen. Je ruhiger desto mirror. :-) Es ging ein wenig Wind und deshalb ist das Foto nicht ganz ideal, aber ich denke es kann sich sehen lassen.

Reflection Lake

 

 

 

 

 

Die Temperaturen waren top, wir hatten 25°C und so konnten Peter und ich eine prima Schneeballschlacht machen. Nachdem wir zu Ende gespielt hatten ging es nach Paradise.

 
Reflection Lake Panorama

Reflection Lake

Henry M. Jackson Memorial Visitor CenterParadise, woher kommt so ein komischer Name?
„Das ist ja wie im Paradies!“ rief Martha Longmire aus, als sie die liebliche Hügellandschaft, in Blumen eingehüllt und vom weißhäuptigen Mount Rainier bewacht, 1885 zum ersten Mal erblickte. Hier fallen 2500 mm Niederschlag im Jahr; auf dünnem, vulkanischem Boden blühen hier im Hochsommer an die 40 Sorten Blumen. Wir parken am Henry M. Jackson Memorial Visitor Center. Es zeigt umfangreiche Ausstellungen und Erklärungen zur Geschichte und Natur des Parks. Man erfährt einiges über Vulkanismus und seiner Erscheinungsform am Mount Rainier, das Pflanzen- und Tierleben der Gegend sowie die frühere Besiedlung durch Küstenindianer, deren Kultur und das Auftauchen erster Weißer. Dia Shows und Filmvorführungen ergänzen die Ausstellungen und außerdem stehen die Ranger mit Rat und Tat zur Verfügung.
Hier steht auch das Paradise Inn. Es lohnt von hier aus den wohl schönsten Blick auf den Berg von Süden aus zu genießen. Noch schöner wird das Erlebnis, wenn man einen der verschiedenen kürzeren und längeren Wanderwege in diesem Teil des Parks benutzt.


Nisqually Vista TrailEs gibt viele Wanderwege im Park, deren Gesamtlänge fast 500 km beträgt.
Der bekannteste Trail im Park ist der Wonderland Trail. ein ca.150 km langer Wildnisweg rund um den Mount Rainier. Für die gesamte Tour braucht man je nach Kondition und Laune zwischen sieben und 14 Tagen. Man muss viele Pässe überqueren, kommt oft in Höhen, in denen das Wetter schnell wechselt und mit Kälte und auch mit Schnee gerechnet werden muss. Entsprechend gute Ausrüstung und Vorbereitung sowie Wildniswandererfahrung sind daher unbedingt erforderlich!
Nun ja das muss nicht sein, aber eine schöne 2-3 Meilen Wanderung kann es schon sein. Aber wie? Alle Wege sind verschneit und geschlossen. Einzig der Nisqually Vista Trail ist geöffnet und mit Stangen markiert.

„Wählen Sie für Ihren Gang durch die Wiesen von Paradise den Nisqually Vista Trail (1,5 Meilen). Dieser leichte Lehrpfad beginnt an der Treppe westlich des Visitor Center. Die begleitende Broschüre führt Sie kompetent in die Geologie und Ökologie der Wiesen von Mount Rainier ein.“
 

Nisqually Vista TrailSo steht es in der Beschreibung im Visitor Center. Wiesen? Grün? Weg? Wir rutschen mehr schlecht als recht durch die Stangen, wie ein Alpine Slalomläufer. Aber das Panorama entschädigt für alles. Man hat von den Aussichtspunkten einen idealen Blick auf die Gletscher. Jetzt kurz trockenlegen und weiter.

Nisqually Vista Trail

 

 

 

 


 

 

 

Mount Rainier GletscherNisqually Vista Trail

 

 

 

 

 

 


 

Narada FallsNarada Falls

 

 

Nach weiteren 3 Meilen gelangt man zum Halteplatz für Narada Falls. Hier stürzt der Paradise River schäumend 51m in die Tiefe. Es lohnt den kurzen, aber steilen Gang zur Aussichtsstelle unter der Brücke. Aber Vorsicht bei Gegenwind Spritzwassergefahr. :-)

 

 

 

Narada Falls


 

 

 

 

 

 

 

 

Tatoosh Range

 

Einen kurzen Abstecher machen wir noch in die Stichstraße zum Ricksecker Point. Im Süden ragen die Sägezähne der Tatoosh Range auf, merkwürdige Überreste von Lavaströmen, die 25 bis 35 Millionen Jahre älter sind als Mount Rainier. Die Gletscher der Eiszeit haben scharfe Zacken und steilwandige Kanten in den Fels geschnitten. Unten zieht der Nisqually River seine Schleifen. Im großen und ganzen aber nichts neues mehr.
 

 

Longmire Museum

 

Einen letzten Stop im Park legen wir noch am Longmire Museum ein. Eigentlich sollte es ein reiner Toilettenstop werden. Aber schaut doch ganz nett aus hier. Der Pionier James Longmire entdeckte hier 1883 Mineralquellen und baute das erste Hotel am Mount Rainier. Seine Reklame für wunderwirkende Wasserkuren hat nicht nur den frühen Tourismus, sondern auch die Idee des Nationalparks beflügelt. Wir schauen auch kurz ins Hiker Information Center, wo man Auskunft über Wetter und Wanderwege bekommt.


 

Weitere Infos gibt es hier:
http://www.nps.gov/mora/
http://www.mount.rainier.national-park.com/
http://gorp.away.com/gorp/resource/us_national_park/wa_mount.htm
 

Es ist schon spät und wir wollen noch bis Seattle, also los...