Niagara Falls


 

Niagara FallsDie Niagara Falls entstanden aus dem Überlauf der 5 Großen Seen, die sich vor über 12000 Jahren gebildet haben. Der Überlauf heißt Niagara River und seine Strömung wusch den weichen Sandstein unter harten, aber porösen, wasserdurchlässigen Kalksteinschichten solange aus, bis der Kalkstein einbrach und die Niagara Falls entstanden waren. Die Erosion wirkt auch heute noch, denn die Niagarafälle wandern. In jedem Jahr verschoben sich die Fälle um ca. einen Meter, weil die Kante immer weiter abgefräst wurde. Im Laufe der Jahrtausende um insgesamt 11 km. Die Energiegewinnung die seit einigen Jahrzehnten betrieben wird, verringerte die Wassermenge der Niagarafälle um bis zu 75%. Dadurch verringerte sich auch die Erosion auf nur noch 4cm pro Jahr. 


Niagara Falls

 

Die Indianer kannten die Niagara Falls schon lange bevor 1678 Jesuit Louis Hennepin als erster Europäer die Wasserfälle entdeckte. Nachdem der Grenzverlauf zwischen dem amerikanischen Teil und dem damals noch britischem Teil festgelegt wurde, kamen schnell die ersten Touristen. Bereits 1846 fuhr die erste Maid of the Mist, noch heute eine der größten Attraktionen an den Falls. Aber dazu später mehr…
 

 

Die Niagara Falls bestehen aus zwei Fällen, den amerikanischen Falls und den kanadischen Falls, wobei klar ist, welcher von den Beiden der Star ist. Die Horseshoe Falls, also die kanadischen Falls sind größer, schöner, besser zu besichtigen. Horseshoe Falls sind 54 m hoch und 675 m breit, die American Falls 328 m breit und 56m hoch. Diese 2m Höhenunterschied sind allerdings nur statistisch zu sehen, denn die Fallhöhe des Wassers ist zwischen 21 und 34m, der Rest sind dann Felsen die im Wasser herumliegen.

Niagara Falls

Nicht die Höhe und die Breite macht die Niagara Falls zu etwas Besonderem, sondern die Wassermasse. 170 Mio. Liter pro Minute stürzen trotz der Reduzierung über die kanadischen Falls. Überraschend ist allerdings das die amerikanischen Falls nur etwa 10% der Wassermenge abbekommen. So groß hätte ich den Unterschied beim betrachten nicht eingeschätzt. Ups fast hätte ich vergessen die Bridal Veil zu erwähnen, das ist der kleine Rinnsal neben den amerikanischen Fällen. Die Insel zwischen den Horseshoe und American Falls heißt Goat Island, an der der Niagara River seine Wassermassen links und rechts vorbeidrücken.
Ela und Holger vor den Niagara FallsBei dem Patriotismus der Amerikaner wundert es mich eigentlich sehr, dass es wegen der Niagara Falls nie einen Konflikt zwischen den USA und Kanada gab. Die Lage von den Niagara Falls auf der amerikanischen Seite ist genaugenommen sehr schlecht. Der Blick auf die Fälle gelingt nur über einen Turm oder über die Goat Island. Diesen Grenzverlauf hätte sich ein Georg W. Bush nie gefallen lassen. :-)))
Im Laufe der Zeit gab es natürlich auch immer wieder ein paar Verrückte, die sich mit Booten, Regentonnen oder Sonstigen mehr oder weniger tauglichen Hilfsmitteln die Wasserfälle hinabzustürzen. Als es die ersten Toten gab, wurden solch Spielchen genauso verboten, wie auf einem Hochseil über die Seile zu balancieren.


Ela vor den Niagara Falls

 

 

Der Ort Niagara Falls ist doch sehr touristisch und man ist zunächst ein wenig irritiert von der extremen Vermarktung der Wasserfälle, man könnte meinen sich doch auf der amerikanischen Seite der Fälle zu befinden. Natürlich gibt es jede Menge Hotels und Restaurants, dass ist ja auch gut so, aber ob die vielen Shops,  Wachsfigurenkabinette, Rummelbuden…. sein muss? Eher nicht, aber egal, wir folgen dem donnernden Lärm, der die Fälle schon aus einiger Entfernung ankündigt. Etwa auf Höhe der amerikanischen Fälle sehen wir zum ersten Mal auf die Fälle. Es ist schon ein begeisterndes Naturschauspiel. Nach vielen, vielen Bildern gehen wir langsam den Fußweg in Richtung Abbruchkante. Das grollen der Horseshoe Falls wird lauter und lauter. Der Eindruck wird immer mächtiger. Immer wieder gibt es neue Blickwinkel, um Bilder von den Falls zu machen, bis wir schließlich auf der gischtbesprühten Aussichtsterrasse mit dem Besucherkomplex Table Rock House ankommen.

 

 

 

Niagara RiverNiagara Falls von sehr dichtem

Hier direkt an den Fällen ist man in wenigen Minuten nass. Wir treten kurz an die Abbruchkante heran und genießen die Macht des Wassers. So nun aber schnell ins Trockene, denn nach wenigen Minuten waren wir wirklich SEHR nass.

Niagara Falls von sehr dichtemNiagara Falls von sehr dichtem

 


 

 

 

 

 

 

Maid of the MistVor dieser ersten nassen Begegnung mit den Falls waren wir uns eigentlich sicher, die Fahrt mit der Maid of the Mist ist ein absolutes Muss, aber nachdem wir hier oben schon so nass geworden sind und Peter und Nicole erzählt haben, wie nass man trotz der hübschen blauen „Regenjacken“ (welche sie extra vorher gekauft hatten) unten auf dem Boot wird, haben wir uns das Ganze mit dem Teleobjektiv noch mal genau angesehen. Der Name des Klassikers alle Besichtigungsmöglichkeiten, Maids of the Mist, also Jungfrauen der Gischt, stammt aus der Indianerzeit. Irokesische Mädchen, wurden regelmäßig geopfert, in dem man sie in ein mit Früchten und Blüten gefülltes Kanu setzte und der Gewalt des Niagara River überlies.
Ganz so schlimm ist die halbstündige Fahrt heute nicht mehr, aber die Boote fahren bis dicht unter die Fälle und wie deutlich zu erkennen ist, bleibt keine Stelle am Körper trocken und außer einer weißen Nebelwand ist dort unten auf dem Boot nichts zu sehen. Nach dem schon feuchten Erlebnis oben am Wasserfall lassen wir den Mist mit der Mist. :-))   www.maidofthemist.com
Eine Zweite, für Amerikaner, unverzichtbare Attraktion ist Journey behind the Falls. Eine Wanderung vom Table Rock hinter den Horseshoe Falls. Über Fahrstühle und Tunnels gelangt man zu einem Loch im Fels, welches Einblicke von hinten auf die Fälle gewährt.

Skylon Tower

 

 

 

Da schon unser Hotelzimmer einen Blick von leicht oben in Richtung Fälle bietet, lassen wir uns den Skylon Tower nicht entgehen.

 

 

 

Niagara Falls vom Skylon Tower

 

Amerikanische Niagara FallsDer Turm ermöglicht einen Blick von oben auf die Fälle und den Niagara River. So bekommt man einen Überblick wie die Fälle sich aus dem Niagara River heraus bilden. Wie sich das Wasser in die amerikanischen und die kanadischen Fälle aufteilt und sich mühsam um Goat Island herum schlängelt. Auch die Rainbow Bridge, welche die USA und Kanada verbindet ist von hier oben gut zu sehen.
Amerikanische Niagara Falls

 

 

 

 

 

 

 

Kanadische Niagara Falls

 

Der Turm ist 160m hoch plus seine 70m hohe Basis. Mit dem Fahrstuhl geht es außen am Turm entlang aufs Observation Deck. Im Turm befinden sich mehrere Restaurants, unter anderem auch ein Drehrestaurant. Der Blick von hier oben ist sensationell. Natürlich ist auch der Spaß nicht ganz billig, aber im Vergleich zu den anderen „Attraktionen“ ist das Geld gut angelegt. Außer dem Skylon Tower gibt es noch den Minolta Tower. Der ist mit 99m deutlich kleiner, wird aber sicher auch nicht schlecht sein. Allerdings steht man dort hinter Glas, wenn es auch Spezialglas ohne Reflektionen sein soll. Wie dem auch sei, ich kann den Skylon Tower auf jeden Fall empfehlen.


Als nächstes machen wir einen Abstecher in Richtung Norden zum sogenannten Whirlpool. Eine Ausspülung des Flusses, die sich im Laufe der Zeit gebildet hat. Eine auf alt getrimmte Seilbahn, Aero Car, gondelt über den Fluss und man kann von oben auf die Strudel schauen. Hmm nichts Besonderes und außerdem auch sehr teuer.

 Aero Car - Niagara FallsAero Car

 

 

 

 

 

 

 

Zu guter Letzt genießen wie die abendliche Lichtershow an den Niagara Falls

Niagara Falls at nightNiagara Falls at night

 

 

 

 

 

 

 

 

Niagara Falls at nightNiagara Falls bei Dunkelheit

 

 

 

 

 

Vom wilden Wasser hier geht es nun in ruhigere Gefilde...