North Rim

Grand Canyon National Park - North Rim

 


North Rim
Den North Rim haben wir bis jetzt 2x besucht. 1998 haben wir einen Tagesausflug von Page aus unternommen und damals hat es uns so gut gefallen, dass wir beschlossen haben dort eine Nacht zu verbringen. 2004 war es dann soweit, wir haben uns eine Cabin in der Lodge gebucht. Den North Rim erreicht man über den HWY67, der als Stichstraße vom HWY89 ALT abbiegt und sich ab Joseph Lake über 44 km bis zum Rim hinzieht. Nach dem Fredonia Paß (1,520 m) steigt dabei die Straße kontinuierlich zum Kaibab Plateau an, verläuft dann auf landschaftlich herrlicher Strecke durch den Kaibab National Forest und erreicht bei Jacob Lake (Motel) 2.407 m Höhe. Danach ist die Steigung kaum noch spürbar und durch fast ebene Mischwälder, durchsetzt von weiten Wiesen gelangen wir bald zur Kaibab Lodge. Hier gibt es ein Motel, eine Tankstelle und ein Campingplatz. Etwas weiter südlich befindet sich der Parkeingang an der North Rim Entrance Station (2.690 m).
Der North Rim liegt im Schnitt 300 m höher als South Rim. Deshalb öffnet der Park erst Mitte Mai.
Grand Canyon LodgeIm Juli und August ist es am wärmsten, während der Herbst deutlich früher als am South Rim beginnt. Gegen Ende September setzt die Herbstfärbung der Laubwälder ein. Zu einem überirdisch schönen Bild werden dann der blaue Himmel, der rote, graue und bläuliche Stein, die dunkelgrünen Tannen sowie die weißen Espenstämme mit ihrem goldenen Blätterdach.
Grand Canyon Lodge

 

 

 

 

Im Mittelpunkt steht die alte Grand Canyon Lodge, in den 1920er Jahren am Rande des Canyons erbaut, abgebrannt und 1932 wiederaufgebaut. An der Rezeption erhält man Informationen über Ausflüge, Maultierritte und Wanderwege. Am beeindruckendsten ist jedoch die Lage der Lodge. Wie ein Adlernest hoch auf dem Felsen platziert, bieten die großen Fenster des Sun Romms ein atemberaubendes Panorama, dass man auch genießen kann, wenn draußen ein eisig kalter Wind den Aufenthalt unangenehm macht. Von hier kann man den Blick auf den Bright Angel Canyon genießen, der sich 11 Meilen tief ins Plateau zurückschneidet und vom Deva, Brahma und Zoroaster Temple bewacht wird.

Cabin - Grand Canyon LodgeWir haben hier 2004 in einer Cabin der Logde eine Nacht verbracht. Nach dem einchecken mussten wir die Koffer vom Parkplatz ein gutes Stück ziehen, da man mit dem Auto nicht vorfahren darf. Au weia ist die Cabin klein. Hier befinden sich in den einem Raum zwei einzelne getrennte Betten, Tisch und zwei Stühle. In der rechten Mitte befindet sich das kleine Badezimmer. Und in dem anderen Raum (für Peter und Nicole) fanden wir ein Schreibtisch und zwei Betten vor. Und wo sind die ganzen Steckdosen? Hinter den Vorhängen versteckt! Na ja wir schlafen nur eine Nacht hier drinnen und wollen hier nicht unseren Lebensabend verbringen. Bevor wir unser Cabin bezogen haben erkundigten wir uns im Visitor Center, wann der Sonnenuntergang ist. Um 19.47 Uhr. Daraufhin reservierten wir für 20.30 Uhr einen Tisch in dem guten, aber nicht ganz billigen Restaurant in der Lodge. Es gibt auch noch eine Kantine, aber das muß nun auch wieder nicht sein. So etwa 5$ mehr pro Person muß man rechnen, aber davon wird man nicht Pleite gehen und außerdem isst man hier wirklich stilvoll.

Nort Rim - Angel's WindowSo, nun geht es aber wieder los.
Von der Lodge fahren wir drei Meilen nordwärts zur Cape Royal Road, einer der landschaftlich schönsten Strecken im Park. Sie führt durch Wälder von Fichten, Tannen, Robinien und Ponderosa-Kiefern, in die Bestände von Zitterpappeln eingestreut sind, vorbei an Wiesen voller blauer Lupinen und roten Günsels.
Die Straße endet am Parkplatz von Cape Royal.Wir gehen den geteerten 0,5 Meilen langen Naturlehrpfad. Dieser führt auf dem Sporn an Angel's Window vorbei, einem Fenster im Fels, das durch den Stein gewittert ist.

 

 

Grand Canyon North RimGrand Canyon North Rim

 

 

 

 

 

 

 

 

Vorn am Aussichtspunkt sind es Wotan's Throne und Vishnu Temple, die den Vordergrund beherrschen, während die Palisades of the Desert sich jenseits des Canyons erheben. Der ungewöhnlich freie Blick hier vermittelt einen Eindruck von der fremdartigen und grandiosen Schönheit des Grand Canyon. Nort Rim - Cape Royal

Nort Rim - Cape RoyalHier und am Walhalla Overlook ähnelt der Blick ein wenig der Aussicht vom South Rim. Ansonsten ist der Blick in den Canyon vom North Rim ein völlig anderer. Bedingt durch die größere Entfernung zum Colorado sieht der Grand Canyon hier völlig anders aus. Der Blick geht viel länger die Seitencanyons entlang, bevor er auf den Colorado trifft. Wir schauen noch von Angels Window in den Canyon, bevor wir uns auf den Weg zu den anderen Viewpoints machen.

 

Walhalla Overlook

 

 

Der nächste ist der unscheinbar am Straßerand liegende Walhalla Overlook. Hier solltet ihr unbedingt halten. Er bietet einen tollen Ausblick in den Canyon und durch die recht engen Canyonwände hat man den Eindruck man schaut durch ein Fenster.

 

 

 

Walhalla Overlook

Roosevelt Overlook

 

 

 

 

Am Roosevelt Overlook ist der Blick ein ganz anderer,
man blickt auf das Navajo-Indianerreservat.

 

 

 

 

Roosevelt Overlook

 

Point Imperial

 

Mein absoluter Lieblingspunkt am North Rim, vielleicht sogar am gesamtem Grand Canyon ist der Point Imperial. Der Point Imperial ist über eine 3 Meilen lange Nebenstraße zu erreichen und ist mit 2653 m der höchste Aussichtspunkt auf beiden Rims und ein fabelhafter Platz für einen Sonnenaufgang. Von hier aus schaut man inmitten hoher Nadelbäume, bis zu den Hochplateaus des Navajo-Indianerreservats hinüber, außerdem kann man in der Ferne den Marble Canyon erkennen. Wir wollen aber zum Abend hier sein, um die tolle Stimmung einzufangen, die das tiefstehende Licht nun mal zaubert.

 

Point Imperial

 

Point Imperial


 

 

Aber es wurde sehr knapp. Durch die Höhe des Aussichtspunkts und durch die hohen Bäume rings um den Viewpoint, verschwindet die Sonne deutlich früher als gedacht. Nach ca. einer Millionen Fotos fahren wir zurück zur Lodge, um den Sonnenuntergang nicht zu verpassen.

 

 


Sunset Grand Canyon LodgeSunset Grand Canyon Lodge

 

 

 

 

 

 

 

Der Sonnenuntergang hier am North Rim ist nicht mit dem am South Rim zu vergleichen. Das beziehe ich aber nicht auf die Schönheit, sondern auf die Ruhe. Hier hat man den Sonnenuntergang fast für sich. Mit einem Drink in der Hand kann man das Schauspiel ganz in Ruhe auf der Terrasse der Lodge geniessen, oder man sucht sich einen Aussichtspunkt um die Lodge herum. Das Farbenspiel steht dem am South Rim in nichts nach.

 

Sunset North Rim

Den ganzen Sonnenuntergang gibt es in der Gallerie:

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Bright Angel PointAm nächsten Morgen wollten wir noch den Bright Angel Point Trail abgehen. Doch zunächst genießen wir das Frühstück in der Lodge. Die Lodge ist wirklich klasse. Doch nun auf zum Bright Angel Point.

Tiere North Rim

 

 

 

 

 

Aber wir kamen nicht weit, da einige Skipmunks unsere Aufmerksamkeit erregten. Es war niedlich zu zusehen, wie sie sich begrüßten oder knutschten und wie sie die Nahrung futtern.

Wobei wir beim Thema Tier- und Pflanzenwelt sind:
Der North Rim ist mit durchschnittlich 660 mm fast doppelt so regenreich wie der South Rim, außerdem ist er höher und kühler. Mit ausgedehnten Wiesen, Fichten, Ponderosa-Kiefern, Douglas- und Weißtannen, Stechfichten und Espen hat die Region deswegen ein deutlich nördlicheres Aussehen, dass eher nach Kanada weist. Für kleine und große Säugetiere ist dies ein idealer Tummelplatz. Außer Hasen, Bibern, Füchsen und Hirschen leben auch einige Waschbären auf dieser Seite. Äußerst selten ist das Kaibabhörnchen (grau mit weißem Schwanz), dessen Vetter das südlich lebende Aberthörnchen ist. Nachdem der Puma hier ausgerottet wurde, haben sich die Maultierhirsche so sprunghaft vermehrt, dass darüber das ökologische Gleichgewicht aus den Fugen geriet. Schließlich kamen 80.000 Tiere in harten Wintern um. Heute liegt ihre Zahl bei ca. 10.000 Exemplaren und wird auf diesem vernünftigen Level durch wiedereingewanderte Pumas gehalten.

 

Nun aber den Bright Angel Piont Trail entlang:

Bright Angel PointDer Trail ist nur eine ¼ Meile lang. Doch er lohnt sich. Man sieht hier wieder wie dicht die Lodge am Abgrund gebaut ist und vom Aussichtspunkt hat man einen sehr guten Blick in den Canyon. Von hieraus konnten wir den Bright Angel Trail (den wir letztes Jahr hinunter gelaufen sind) mit Desert Garden und Plateau Point sehen.Bright Angel Point

 

 

 

 

 

 

 

Außer dem Bright Angel Point Trail, nicht zu verwechseln mit dem Bright Angel Trail, gibt es noch den North Kaibab Trail und den Patrick Trail.
Der North Kaibab Trail wurde ursprünglich von Indianern und Goldsuchern benutzt, heute ist der nördliche Kaibab Trail ein populärer Pfad für Maultierausflüge und ausdauernde Wanderer. Er beginnt etwa 2 Meilen nördlich der Grand Canyon Lodge und folgt dann dem Lauf des Bright Angel Creek bis zum Colorado. Insgesamt ist die Strecke 23km lang und überwindet 1.800m Höhenunterschied. Der Trail endet an der Phantom Ranch. Über die Suspension Bridge hat man dort Anschluss an den südlichen Kaibab Trail sowie den Bright Angel Trail zum South Rim. Für die anstrengende Wanderung muss man mindestens zwei Tage einplanen.
Der Ken Patrick Trail ist nicht allzu anstrengend. Der 12 Meilen lange Pfad führt durch dichte Wälder und entlang des Canyon Rims und bietet prächtige Aussicht. Der Startpunkt ist der gleiche wie beim North Kaibab Trail, dass Ziel ist Point Imperial im Norden des Walhalla Plateaus.

 

Habt ihr auch schon immer mal 1000m senkrecht auf den Colorado blicken wollen und habt euch immer geärgert, dass er sooooo weit weg ist?
Ja? Dann klickt auf den Pfeil und folgt uns zum Toroweap Point!