Pacific Rim National Park


 

 

 

Pacific Rim National Park
Pacific Rim National ParkWir fahren die Zufahrtsstraße von Ucluelet zurück und erreichen gleich hinter der Abzweigung nach Port Alberni die Grenze des Pacific Rim National Parks. Dieser Teil des National Parks wird Long Beach genannt.
Zu dem einzigartigen Park gehören außerdem noch die Inseln der Broken Group im Barkley Sound sowie der West Coast Trail südlich von Bamfield. Zu dem Trail später mehr. Kanadas erster National Marine Park umfasst insgesamt eine Fläche von über 500 km². Der Namensgeber des 80 km² großen Long Beach-Segments ist der beinahe 20 km lange, goldene Sandstrand zwischen Ucluelet und Tofino. An seinem Südrand befindet sich das Pacific Rim National Park am Ende der Long Beach Road. Das Besucherzentrum wurde nach einem früheren Häuptling benannt, der besonders schnell paddelte sein Name bedeutet „Der-im-Kanu-keinen-vor-sich-hat“. Jow von mir aus...


Pacific Rim National ParkDas Information Centre ist auch unser erstes Ziel. Ausstellungen, Filme und große Wandmalereien bieten einen tieferen Einblick in die Welt des nördlichen Pazifik. Auf der Aussichtsterrasse stehen Fernrohre, von denen man mit etwas Glück vor der Küste Wale entdecken kann. Wir decken uns mit den notwendigen Informationen ein und dann geht es zum Strand. Wir schlendern am Strand entlang und schauen über die Mengen an Treibholz, die es hier angeschwemmt hat. Hunderte, wahrscheinlich Tausende Stämme liegen hier an Long Beach.

Long Beach - Pacific Rim National Park

 

 

 

Nach ca. 300m erleben wir ein ganz besonderes Spektakel. Oben auf den Bäumen entdecken wir einen Weißkopfseeadler. Nicht genug damit, dass wir das Tier in aller Ruhe beobachten können, nein wir erleben es sogar beim „fischen“. Plötzlich startet der eben noch ruhig sitzende Adler von seinem Baum, wir dachten schon wir haben ihn verscheucht, fliegt über unsere Köpfe hinweg und stürzt Richtung Meer. Alles geht blitzschnell. Er sticht ins Wasser und hat tatsächlich einen Fisch im Schnabel. Mit seiner Beute macht er sich auf zu einem etwas entfernteren Baum. Für uns ist das alles gut zu verfolgen, da es sich in unmittelbarer Nähe abspielt. Oben auf dem Baum macht er sich über seine Beute her. Plötzlich kommt ein großer schwarzer Vogel und will dem Adler den Fisch klauen. Ist der Lebensmüde? Wie gesagt der rabenähnliche Vogel ist gewiss nicht klein, aber mit einem Weißkopfseeadler sollte er sich besser nicht anlegen. Tut er aber. Er gibt nicht auf und nervt den genüsslich speisenden Adler. Mehrfach muss der Adler dem anderen Vogel verscheuchen bevor der endlich aufgibt. Für uns ein faszinierendes Schauspiel.

Weißkopfseeadler - Long Beach

 

Long Beach - Pacific Rim National Park

Riesenwellen bringen immer wieder neue Muscheln und Seetierchen an den einsamen, kilometerlangen Sandstrand. Der feine Dunst über dem Wasser mischt sich mit dem Dampf, der von dem warm werdenden, feuchten Sand aufsteigt und die Szenerie in ein weiches Licht hüllt.
Entlang der Long Beach Road bieten mehrere Parkplätze an der Straße Zugang zum Meer.
Am Nordende des Parks kann man vom knapp 100m hohen Radar Hill die spektakuläre Aussicht über Wasser und Land genießen. Der Name stammt von einem in den 50er Jahren angelegten Horchposten, der ein Teil des Frühwarnsystems gegen die UdSSR war.
 

 


Long Beach - Pacific Rim National Park

 

Der oben schon angesprochene, 75km lange, West Coast Trail, verläuft zwischen Bamfield und Port Renfrew. Er ist ein bevorzugtes Ziel von Outdoorfreunden. Jedes Jahr legen ihn fast 9000 Wanderer zurück. Der Weg, für den man fünf bis sieben Tage benötigt, liegt im Pacific Rim National Park und ist heute so beliebt, dass die Parkverwaltung ein Besucherlimit festlegen musste. Der rauhe Trail entlang der einsamen, dicht bewachsenen Küste stellt, selbst wenn man gut gerüstet losmarschiert,  eine jener Herausforderungen dar. Der Kampf mit den Elementen und die Prüfung der eigenen körperlichen Leistungsfähigkeit als Freizeitvergnügen...


West Coast Trail lnfo:
Der West Coast Trail ist vom 15. April bis 30. September geöffnet.
Es ist ein Permit erforderlich.
Reservierungen jeweils ab 1. März für die folgende Saison.
Es werden nur 40 Permits pro Tag ausgestellt.
Telefonisch bei Discover British Columbia
Shuttle Bus Service durch West Coast Trail Connector.

Long BeachNur wenige dieser Abenteuerlustigen wissen, dass der Wanderweg früher der einzige, schwache Hoffnungsschimmer für Schiffbrüchige war, die sonst in der weg- und steglosen Wildnis am „Friedhof des Pazifik“ oft elend zugrunde gingen. Noch heute führt zumindest ein Teil des Weges durch unberührten Regenwald mit jahrhundertealten Bäumen, müssen Bäche an Furten durchwatet oder mit kleinen cable cars an einer schwankenden Seilbahn überquert werden.
Wie viele Schiffe in den letzten 150 Jahren an dieser tückischen Küste sanken, weiß man nicht genau. Bei Long Beach liegen noch die Reste einer spanischen Galeone aus dem späten 18. Jahrhundert. Das letzte Schiff, dass hier auf Grund lief, war 1974 die MV Vanlene, deren Öl die Strände am Cape Beale verunreinigte. Den Anlass zum Bau des West Coast Trail lieferte das schlimmste Schiffsunglück in der Geschichte von British Columbia, der Untergang des amerikanischen Passagierschiffs SS Valencia im Jahr 1906. Das 75 m lange, stählerne Dampfschiff kam mit 164 Passagieren, viele davon Frauen und Kinder, aus San Francisco. Man befand sich auf dem Weg nach Victoria und Seattle, als die Fahrt am Montag, den 22. Januar, um Mitternacht an den Klippen vor Pachena Point jäh endete. In der Dunkelheit und dem starken Südwestwind hatte das Schiff den Eingang in die Juan de Fuca Strait gleich um 60 km verpasst und mehr als sechs Stunden auf falschem Kurs verbracht. Als die Besatzung den verhängnisvollen Navigationsfehler bemerkte, war es zu spät. Schon wenige Minuten später lief die Valencia zum ersten Mal auf. Zwar konnte sich das Schiff noch einmal frei machen, hatte aber ein großes Leck geschlagen.
Long Beach

 

In der allgemeinen Panik wurden deshalb, anstatt bis zum Tagesanbruch auszuharren, vier Rettungsboote mit Frauen und Kindern besetzt und in die aufgewühlte See gehievt. Doch jedes einzelne kenterte, und die Insassen ertranken auf der Stelle.
Schließlich brach die Valencia in mehrere Stücke. Man hatte es zwar noch mehrmals mit Rettungsbooten versucht, doch nur 19 Menschen konnten gerettet werden. Zuletzt zerbrach die Valencia endgültig, ihre letzten Passagiere wurden in die See gespült und ertranken. Insgesamt überlebten nur 38 Männer die Katastrophe.

Nach so viel Schauergeschichten wird es wohl Zeit, dass wir uns auch aufs Wasser begeben...