Rom

Engelsbrücke, Engelsburg, Petersplatz, Peterskirche

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Blick von der Engelbrücke zum Vatikan

Wir mit den AIDAbikern auf der EngelsbrückeWir fahren ein Stück und kommen zur Engelsbrücke, die über den Tiber zur Engelsburg führt. Sie wurde um 150 n. Chr. gebaut und erhielt nach einem Umbau 1668 ihren heutigen Namen. Der allgegenwärtige Bernini entwarf das Brückengeländer mit 10 Engelsfiguren.
Die Engelburg selber wurde zur gleichen Zeit von Kaiser Hadrian als Grabmonument erbaut. Bereits im 3. Jahrhundert wurde die Engelsburg dann zu einer Befestigungsanlage ausgebaut und wurde später auch als Schatzkammer und Gefängnis genutzt.

Engelsburg - Rom

 

1277 ließ Papst Nikolaus III. den Vatikanpalast über einen geheimen Gang mit der Engelsburg verbinden, um im Fall eines Angriffs einen Fluchtweg zu haben. Tatsächlich benötigte Papst Clemens VII. in Jahre 1527 den Gang, um sich in Sicherheit zu bringen. Seit 1901 dient die Engelsburg nun als Museum. Zu sehen gibt es das übliche Gerümpel: Waffen, Möbel, Gebrauchsgegenstände, Skulpturen, Gemälde und die Papstgemächer.

 

Peterskirche - RomGenug der Vorbereitung auf den Vatikan, wir fahren noch ein paar Meter und haben Italien verlassen. Mit Betreten des Petersplatzes stehen wir auf dem Gebiet des Vatikanstaats. Hier legen wir nun unsere Mittagspause von zwei Stunden ein. Jeder kann machen was er will und in zwei Stunden treffen wir uns an den Rädern wieder. Eigentlich wollte ich in die Kuppel der Peterskirche, aber kurzer Hand entscheiden wir uns doch für die Peterskirche selber. Wir waren zwar schon mal drin, aber ich denke es gibt hier so viele Details zu entdecken, dass wir uns da ruhig noch mal umschauen können.

 

 

Petersplatz - Rom - Vatikan - Panorama

Peterskirche - Rom - Ptersdom - VatikanWie konnte der Vatikan, mitten in Italien überhaupt entstehen? Das kam so:
Der Vorgänger vom Vatikanstaat entstand nach dem das weströmische Reich und die byzantinische Herrschaft zusammen gebrochen war. Die Päpste der damaligen Zeit nutzen die Schwäche Italiens und weiteten ihre weltliche Herrschaft von Rom über ganz Mittelitalien aus. Der erste Kirchenstaat, das Patrimonium Petri war geboren. 1377 kehrten die Päpste aus Avignon zurück und machten den Vatikanpalast zu ihrem Hauptsitz.
Petersplatz - Rom - VatikanAls Italien wieder erstarkte, wurde der Kirchenstaat auf den Bereich um Rom reduziert. Als 1870 die Savoyer in Rom einmarschierten stand es sehr schlecht um die letzten Besitztümer des Kirchenstaats. Papst Plus IX. zog sich in den Vatikanpalast zurück. Von da an blieb die Lage schwierig. Erst am 11. Februar 1929 wurden die Lateranverträge geschlossen und der Vatikanstaat war endgültig entstanden. Er ist mit 0,44 km² der kleinste Staat der Welt und der Papst ist sein Alleinherrscher.

Petersplatz - Rom - VatikanDie 0,44km² umfassen neben der Peterskirche, den Petersplatz, die Vatikanischen Gärten und Museen. Außerdem noch ein paar exterritoriale Gebiete, zum Beispiel die Basiliken S. Giovanni in Laterano, S. Maria Maggiore, S. Paolo fuori le Mura und den Lateranpalast. Der Vatikanstaat ist ein vollwertiger Staat mit allen Rechten und Pflichten. Es gibt eigenes Geld, eigene Briefmarken, eigene Autokennzeichen, mit der Schweizer Garde eine eigene Armee usw.
Wenn man den Petersplatz betritt und zum ersten Mal auf die im Halbkreis aufgestellten Säulen schaut, überkommt einen ein majestätisches Gefühl. Der Blick wird durch die Bogenform der Säulen auf die Peterskirche gelenkt. Die Säulen sind in vierer Reihen angeordnet und von wem ist dieses Kunstwerk entworfen? Richtig, von Bernini. Der Bursche hat wohl, außer bei der Kirche S. Agnese in Agone, immer den Zuschlag bekommen.

Schweizer Garde - VatikanDas Dach der Kolonnaden ist mit 140 Heiligenstatuen und Wappen reich verziert. An zwei Stellen des Petersplatzes, die mit weißen Pflastersteinen gekennzeichnet sind, verschwinden alle hinteren Säulen hinter der ersten Reihe. Probiert es mal aus. Der Obelisk wurde nicht neu hergestellt, er wurde 1556 aus dem Neronischen Circus hier hergebracht und aufgestellt. Wie hat man so ein Teil ohne Kran aufgestellt? Manche Leistungen früherer Jahrhunderte sind wirklich unglaublich. Wir gehen Richtung Eingang und kommen dabei an einem Brunnen von Carlo Maderno vorbei. Nett anzusehen, aber eigentlich fällt er im Säulenmeer gar nicht auf. Vor dem Betreten der Peterskirche werden wir kontrolliert wie bei der Handgepäckkontrolle am Flughafen. Danach kommen wir zu dem Teil des Petersplatzes, der trapezförmig vor der Peterskirche liegt. Der Peterplatz besteht aus dem runden Teil mit den Säulen und dem trapezförmigen Teil, der auf die Peterskirche zuführt. Die Trapezform unterstützt den verlauf der Säulen, direkt auf die Kirche zu. Die Inszenierung ist wirklich sensationell gelungen.

 

 

 
Petersplatz - Rom - Vatikan - Panorama

Peterskirche innen - Rom

 

 

Obwohl wir die Peterskirche schon mal betreten haben, verschlägt es uns wieder den Atem. Die größte Kirche der Christenheit ist dreischiffig mit Querhaus und Chorapsis. Die ersten Blicke fallen auf die alles beherrschenden riesigen Marmorsäulen. Der Innenraum ist fast komplett aus feinstem Marm

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Petersdom innen - RomPapstgrab - Peterskirche - Rom

 

Die Gräber vieler Päpste sind hier zu finden. Meistens von bekannten Bildhauern aus Marmor entworfen. Ein besonders auffälliges Papstgrab ist das Grabmal von Papst Alexanders VII aus reinstem Marmor. Es besteht aus zwei Figuren von denen die rechte, die nackte Wahrheit darstellen soll. Aber auch andere berühmte Persönlichkeiten haben Denkmäler hier. Zum Beispiel liegt hier auch eine Platte auf der Karl der Große im Jahre 800, von Papst Leo III. zum römischen Kaiser gekrönt wurde.

 

 


Petersdom innen - RomWer hat diesen Prunk hier eigentlich hingestellt? Das ist nicht so einfach zu beantworten. Der Vorgängerbau der Peterskirche wurde im 4. Jahrhundert auf dem Grab des heiligen Petrus errichtet. Zu der Zeit waren die Päpste aber noch in Avignon und es gab in Rom keinen Kirchenstaat. Als die Päpste aus Avignon zurück kehrten, war diese Kirche bereits baufällig und um 1450 wurde der Neubau in Auftrag gegeben. Nach zaghaftem Beginn war es Barmante, der das Projekt 1506 in Schwung brachte. Er entwarf einen Grundriss in Form eines griechischen Kreuzes mit vier kleineren griechischen Kreuzen in den Ecken.

Kuppel Peterskirche - Rom

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kuppel Petersdom - RomLeider starb Barmante schon 8 Jahre später und seine Nachfolger bauten in weit einfacheren Stil weiter. Erst als Michelangelo die Bauleitung übernahm und wieder auf Bramantes Entwurf zurückgriff kam wieder Stil in den Bau. Er wandelte den Entwurf nur leicht ab und auch nach seinem Tod wurde dieser Entwurf nun als der endgültige umgesetzt. Besonders schwierig war Michelangelos Kuppel umzusetzen, die als architektonisches Meisterwerk gilt.

Baldachin mit Papstaltar - Peterskirche - Rom

 

 

 

Ab 1614 wurde die Fassade gefertigt, inklusive des Balkons, von dem der Papst zu Ostern und Weihnachten den Segen „Urbi et Orbi“ spricht. Am 18. November 1626 wurde die Peterskirche nach über 150 Jahren Bauzeit endlich eingeweiht. Aber wer geglaubt hat der uns inzwischen wohl bekannte Herr Bernini lässt seine Finger von der Peterskirche, der hat sich getäuscht. Drei Jahre nach der Einweihung baute Bernini zwei Glockentürme an, von denen aber einer einstürzte. Ohoh, nun ist wohl jedem klar warum er die Kirche S. Agnese in Agone an der Piazza Navona nicht bauen durfte. Er war zwar ein brillanter Bildhauer, aber mit dem berechnen der Statik tat er sich scheinbar etwas schwer. 
Wir kommen zu einem der unbestrittenen Highlights der Peterskirche, dem Baldachin mit seinem Papstaltar. Seine spiralförmigen Säulen und das Dach wurde aus den vom Dach des Pantheon entfernten Bronzeplatten gefertigt. Der Baumeister des zwischen 1624 und 1633 errichteten Baldachin ist? Ihr ahnt es schon, Bernini.

 

 

 

Petersdom innen - RomDie Problematik mit der Statik habe ich ja bei der Fassade schon erwähnt, so war es auch am Baldachin. Sein junger Schüler, Borromini machte ihn darauf aufmerksam, eine Tatsache die er ihm nie verzieh. Als eben dieser Borromini ihm auch noch das Projekt S. Agnese in Agone „wegnahm“, war der Stress zwischen den beiden nicht mehr zu kitten. Oh ich schweife ab.

Peterskirche Innenansicht - Rom

 

 

 

 

 

 

 

 

Rechts vor dem Baldachin entdecken wir eine Besucherschlange, die sich an einer Statue vorbeischlängelt und ihr den rechten Fuß küsst. Es ist die Bronzestatue des hl. Petrus, durch die Küsse erhoffen sich die Gläubigen Segen auf all ihren Wegen. Der Fuß ist vom vielen küssen schon sichtbar schmaler als der linke. Am Ende der Peterskirche befindet sich das Cathedra Petri. Dieses, aus viel Gold hergestellte, Denkmal zeigt eine Gruppe Menschen vor einem großen Heiligen Stuhl. Für die perfekte Beleuchtung sorgt ein Fenster, das den heiligen Geist darstellt. Das auch dieses Kunstwerk von Bernini ist, brauche ich wohl nicht zu erwähnen.

Unsere Pause neigt sich so langsam dem Ende entgegen, die Bikes rufen...