Toroweap Point II

Grand Canyon - Torroweap Point

 


Vorbei an den erloschenen Vulkanen der Pine Mountains erreichten wir schließlich Toroweap Point, den vielleicht spektakulärsten Aussichtspunkt des Nationalparks.

Regitration Box Tuweep AreaGrand Canyon Tuweep Area

 

 

 

 

 

 

 

Wir tragen uns in die Registration Box ein und gehen Richtung Aussichtpunkt, der nicht beschildert oder beschrankt ist. Drei Meter vor dem Aussichtpunkt ist von dem spektakulären Aussichtpunkt noch nichts zu sehen. Aber dann.....

Toroweap PointToroweap Point

 

 

 

 

 


 

Das Herz bleibt uns beim Blick entlang der senkrechten Felswand hinunter zum fast 1000 Meter tiefer liegenden Colorado fast stehen.
Vorsicht: Nicht zu dicht ran gehen. Beim Blick in die Tiefe fängt man leicht an zu schwanken.

Grand Canyon Toroweap PointDas Licht ist zur Mittagszeit natürlich etwas grell. Da stellt sich die Frage, wann sollte man den Toroweap Point besuchen? Gute Frage, durch die lange Anfahrt kann man ja eigentlich erst gegen 10:00 Uhr am Aussichtspunkt sein. Außer man steht Nachts auf und fährt dann die Schotterpiste durch die Dunkelheit. Tuweep Point

 

 

 

 

Ab 10:00 Uhr ist das Licht natürlich schon sehr grell, aber was soll’s. Das Abendlicht ist ungünstig, weil man dann Gegenlicht hat. Ideal wäre einen Sonnenaufgang zu erleben. Da zelten aber nicht unser Ding ist, wird das wohl nie was werden. Obwohl bei dieser Location könnte selbst ich schwach werden. Der kleine Campground liegt direkt am Canyonrand. Traumhafter kann man wohl nicht aufwachen.
 

 

Tuweap AreaNach dem wir uns erst einmal sattgesehen haben, machten wir eine Mittagspause. Grillplätze gibt es hier auch und eine Toilette. Den Schatten brauchten wir auch, denn hier oben ist die Temperatur bei ca. 98 Fahrenheit, dass sind ca. 38 Grad Celsius.

 

Tuweep Area

 

 

 

 

Nach der Stärkung machten wir einen kleinen Rundgang zur anderen Seite. Auch von der anderen Seite hat man einen guten Blick auf den Colorado und auf die Umgebung.

Tuweep Area

 

 

 

 

 

 

 


Lava FallsBeim Blick flußabwärts fiel mir sofort das schwarze Lavagestein auf, das in breiter Front den roten Canyonrand von Norden überdeckt. Zu Füßen des Stromes liegen die Lava Falls, die wildesten Stromschnellen am gesamten Colorado. Trotz der großen Entfernung können wir ihr Rauschen hören.

Lava Falls

 

 

 

 

 

 

 

 

Lava Falls

Dort hinunter führt ein Weg. Der Ausgangspunkt des Weges ist über die Lava Falls Road zu erreichen, die kurz hinter der Rangerstation rechts abzweigt. Die Piste ist oft in einem ganz üblen Zustand. Genauso übel ist wohl auch der Trail. In 4-5 Stunden geht es auf rasiermesserscharfen Lavastein nach unten. Und noch eine weitere Besonderheit bescherrt einem die Lava: Durch ihre schwarze Farbe heizt sie sich ungemein stark auf. Also nöööö danke, uns reicht der Bright Angel Trail.
Von hier oben sehen die Stromschnellen eigentlich recht friedlich aus. Doch in ihnen verbergen sich tiefe Wellentäler, in denen die Raftingboote ordentlich umhergeworfen werden. Die Lava Falls waren entstanden, weil aus einer Seitenschlucht nach einem Starkregen große Felsbrocken in den Colorado gespült wurden.

Lava Falls

 

 

 

Von den frühen Vulkanausbrüchen habe ich ja schon berichtet. Der Strom einer späteren Ausbruchserie war weniger dünnflüssig und staute sich im Canyon auf. Der natürliche Damm erreichte eine Höhe von über 150 Metern, wie noch heute Spuren an den Felswänden beweisen. Andere Lavadämme erreichten weiter flussabwärts sogar die dreifache Höhe. Es entstanden natürliche Stauseen von bis zu 300 Kilometer Länge, in denen auch die Sedimente des Colorado festgehalten wurden.
 

Lava Falls AreaGeologen fanden solche Flussablagerungen in Höhlen und Spalten, die heute hoch über dem Colorado liegen. Die wilde Erde kam vor etwas über einer Million Jahren wieder zur Ruhe. Seither hat der Colorado nicht nur alle Lavadämme bis auf kleinste Reste beseitigt, er hat sich ebenso 15 Meter tief in die darunterliegenden Gesteine eingegraben. Heute meint man, den Fluss gezähmt zu haben. Mit dem flussaufwärts gelegenen Lake Powell hat man dem Colorado seine alljährlichen Hochwasser genommen. Auch seine Erosionswerkzeuge, Steine und Schlamm, verbleiben zu einem Großteil im Stausee. Doch dessen menschliche Schöpfer können sich hier ansehen, was der Colorado mit Dämmen bereits gemacht hat. Doch gewiss wird auch der Lake Powell irgendwann eine Episode in der Geschichte des Flusses sein.


Nach ca. 3 ½ Stunden machten wir uns auf den Rückweg. Zuerst die Holperstrecke bis zur Rangerstation und dann die deutlich bessere Schotterpiste. Nach 1 ¾ Stunden waren wir zurück am Hwy59. Auf dem letzten Stück sind wir bis zu 65mph gefahren. :-)) Zuletzt machte die Strecke richtig Spaß. Aber probiert das bitte nur mit einem SUV. Ruck zuck hat man ein Schlagloch übersehen und dann braucht man die Bodenfreiheit.
 

Fazit: Der Trip war absolut lohnenswert. Einen ganzen Tag sollte man schon einplanen, aber der Toroweap Point gehört zu den Top 5 meiner USA-Highlights.
 

So jetzt schauen wir mal zu John Wayne...