Vancouver


 

 

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GasTown - VancouverDie kosmopolitische Großstadt in der Südwestecke der Provinz liegt zwischen dem natürlichen Pazifikhafen des Burrard Inlet im Norden und dem Mündungsdelta des Fräser River im Süden, nur etwa 50 km von der Grenze zu den USA entfernt. Die vorgelagerten Inseln, als größte Vancouver Island, sind vom Festland durch die Strait of Georgia getrennt und schützen die Stadt vor dem rauhen Pazifik. Das Wetter ist rund ums Jahr im allgemeinen mild. Die Berge ragen fast bis in die Innenstadt: Gleich am Nordufer von Burrard Inlet erhebt sich 1250m hoch der Grouse Mountain, der schon seit Jahrzehnten im Winter als Skigebiet genutzt und im Sommer von Wanderern und Drachenfliegern geschätzt wird.

 


GasTown - VancouveIm Westen reichen an der English Bay die Häuser bis dicht an den Sunset Beach. Nur wenige Schritte nach Norden, im Stanley Park, konkurrieren dagegen jahrhunderte alte Bäume mit dem Wald der Hochhäuser.
Das Festland von British Columbia wurde relativ spät von Europäern besiedelt. Während die Hudson's Bay Company schon 1843 auf Vancouver Island Fort Victoria gründete, ließen sich im heutigen Vancouver erst 1862 Siedler nieder.
Eine der besten Geschäftsideen in der frühen Vancouver Zeit hatte ein gewisser John Deighton, besser bekannt unter dem Namen Gassy Jack (Schwätzer Jack), der 1867 am Burrard Inlet eine Kneipe aufmachte. Sein Whiskey kam bei den Holzfällern und Goldgräbern gut an, und der Laden wurde bald Zentrum einer kleinen Siedlung, die offiziell Hastings hieß, aber nur GasTown genannt wurde. Gründer Gassy Jack ist heute mitsamt einem Faß Whiskey am Maple Tree Square durch ein Denkmal verewigt. Für uns ist GasTown der erste Spot in Vancouver und wirklich ein schöner.
Nicole. Gassy Jack, ElaDas Landing, ein altes Lagerhaus von 1905, in dem heute Geschäfte und das gemütliche Brewpub Steamworks Brewing Co. untergebracht sind, markiert den Beginn von GasTown. In diesem ältesten Teil der Stadt, zwischen Downtown und Chinatown, wo sich Water, Carrall, Cordova und Powell Str schneiden, entstand nach dem großen Brand von 1886 zunächst ein Industriegebiet. Inzwischen sind die Lagerhäuser und Werkstätten zu Boutiquen, Restaurants und Nachtclubs umgebaut. Das Viertel ist heute bevorzugtes Ziel von Nachtschwärmern und Kneipengängern. Die Straßenzüge mit überwiegend Backsteingebäuden sind schön renoviert und begrünt und eignen sich ideal für einen kleinen Bummel.
Steam Clock - VancouverWer Mitbringsel sucht, wird in GasTown garantiert fündig. Die Atmosphäre der Jahrhundertwende lockt heute Besucher wie uns zu jeder Uhrzeit an. Und die wird am liebsten an der Steam Clock, der Dampfuhr an der Ecke von Cambie und Water Street, abgelesen. Die Steam Clock wurde trotz des antiquierten Äußeren erst 1977 vom Bildhauer und Uhrmacher Raymond L. Saunders geschaffen und spielt auf fünf Dampfpfeifen das Londoner Big Ben-Motiv nach. Fenster geben den Blick auf die einzylindrige Maschine und ein komplexes Räderwerk im Innern frei. Übersehen können wir die Steam Clock nicht, wir brauchen einfach nur nach der größten Menschenansammlung in GasTown Ausschau halten.
Der endgültige Aufschwung kam, nachdem der damalige Vizepräsident der Canadian Pacific Railroad, William Van Hörne, 1884 GasTown als Endstation für seine Eisenbahnlinie gewählt hatte. Von ihm stammte auch der Vorschlag, den Ort nach Kapitän George Vancouver zu benennen, der die Gegend bald 100 Jahre zuvor erkundet hatte. Am 6. April 1886 wurde dann die Stadt Vancouver offiziell gegründet.
Die kleine Siedlung wuchs rasch. Auch ein verheerendes Feuer am 13. Juni 1886 bremste den Boom nur vorübergehend. In weniger als einer Stunde brannten damals nahezu alle etwa 1000 Hütten vollständig ab, darunter auch der Saloon von Gassy Jack. Aber der Wiederaufbau erfolgte in Windeseile, und in den nächsten fünf Jahren stieg die Bevölkerungszahl von 1000 auf über 13000 Einwohner. Die Stadt blühte, 1890 gab es bereits über 50 km gepflasterte Straßen und sogar eine Straßenbahn. Sam Kee Thin Building - VancouverDer Goldrausch am Klondike brachte 1898 weiteres Wachstum, ebenso die beiden Weltkriege unseres Jahrhunderts. Dennoch blieb Vancouver für viele Jahrzehnte ein abgelegener Ort ganz am Rande, sozusagen auf der falschen Seite des nach Britannien blickenden, dünn besiedelten Landes, zudem noch durch die Rocky Mountains abgeschnitten von den Bevölkerungszentren im Osten Kanadas. Erst die seit einigen Jahren stattfindende wirtschaftliche Umorientierung auf die Anrainerstaaten des Pazifik ließ Vancouver seinen Sitz in der letzten endlich gegen einen in der ersten Reihe eintauschen, es wurde Kanadas Tor zum Pazifik.
Übrigens etwas weiter südlich von GasTown stößt man an Main und Pender Sts zwischen Göre und Carrall Sts auf Chinatown, der nach San Franciscos Chinesenviertel zweitgrößten chinesischen Gemeinde in Nordamerika. Nur ein kleiner Teil der etwa 150000 Vancouverites chinesischer Herkunft wohnt dort, die Mehrheit kommt täglich zum Einkaufen. Nun ja was ich von den Chinatowns dieser Welt halte ist ja allen San Francisco Lesern bekannt.
Erwähnen tue ich es eigentlich nur wegen des Ausgangs nach Westen. Denn verlässt man Chinatown nach Westen, passiert man zunächst das schmälste Bürogebäude der Welt, das Sam Kee Thin Building (8 West Pender St.), das nur 1,80 m breit ist und direkt an ein anderes Haus gelehnt wurde. Sehr nett anzusehen.
Canada Place - VancouverDen Startschuss für die sprunghafte Entwicklung der jüngsten Zeit gab die Weltausstellung von 1986. Für die Geburtstagsparty zum hundertsten Jahrestag der Stadtgründung rüstete man in gewaltigem Umfang auf: Die Weltausstellung am False Creek südöstlich von Downtown geriet mit mehr als 22 Mio. Besuchern zur bis dato größten ihrer Art in Nordamerika. Ein neues Handels- und Kongreßzentrum, Canada Place, wurde am Coal Harbour eröffnet, eilends ein Nahverkehrssystem, der Sky Train, gebaut und das Bus- und Fährennetz erweitert. Die Rechnung ging auf: Vancouver explodierte förmlich.

Vancouver - Canada Place

 

 

Zwischen 1982 und 1987 wuchs die Bevölkerung der drittgrößten Stadt Kanadas um über 10 %, in den fünf Folgejahren sogar um 17 %, während fast überall sonst in B. C. die Bevölkerungszahlen abnahmen. Inzwischen ziehen jährlich etwa 44000 Menschen nach Vancouver. Die Grundstückspreise stiegen in schwindelnde Höhen, nicht zuletzt durch den Zuzug von Zehntausenden wohlhabender Chinesen aus Hongkong.
Der Zustrom von Geld und Menschen zeigt Folgen. Inzwischen ist Vancouver der größte Hafen Nordamerikas: Jährlich werden über 70 Mio. Tonnen Waren umgeschlagen. Kohle und andere Bergbauprodukte sowie Getreide, Öl, Holz und Holzprodukte stellen den Löwenanteil. Der internationale Handel, vor allem mit Asien, nimmt noch immer ständig zu.
Den Hafen begutachten wir von der Promenade des Canada Place aus. Das Gebäude, das wie ein Schiff unter fünf geblähten Segeln gerade aus dem Hafen zu stechen scheint, wurde zur Weltausstellung von 1986 von dem aus Deutschland stammenden Architekten Eberhard Heinrich Zeidler errichtet. Heute dient es als Kongreßzentrum, außerdem beherbergt es ein IMAX Theater mit einer riesigen Rundumleinwand.

Vancouver - HafenVancouver - Harbour

 

 

 

 

 

 

 

 

VancouverVancouver

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Granville IslandSo nun sind unsere Füße aber platt, rein ins Auto. Zunächst fahren wir nach Granville Island. Die Zufahrt ist leicht zu übersehen und so drehen wir eine Ehrenrunde.

Granville Island

 

 

 

 

 

Voll ist es hier, wir bekommen kaum einen Parkplatz. Granville Island ist eine nette Insel, die scheinbar von den Touristen lebt. Hier hat man einen guten Blick auf Vancouver und es gibt jede Menge Shops.

 

Granville Island - Vancouver

 

Nach einem kurzem Stopp auf den Mole fahren wir in den Stanley Park.
Der 400ha große Stanley Park ragt am Ende der Halbinsel in den Burrard Inlet vor. Der Park, benannt nach dem 1888-93 amtierenden Gouvernor General Lord Frederick Arthur Stanley, ist ein idealer Platz, um der lebhaften Stadt zu entfliehen und in einer grünen Oase Ruhe zu finden. Der Kontrast könnte kaum größer sein. Eine einzige Straße, der Stanley Park Drive, folgt in gebührendem Abstand dem Ufer. Sie kann nur gegen den Uhrzeigersinn befahren werden.

Vancouver - Skyline -  Stanley Park

Zwar bietet auch der Stanley Park Drive immer wieder Ausblicke auf Burrard Inlet, die Strait of Georgia, English Bay oder die Berge, aber das reicht uns nicht. Wir parken an der Ostspitze des Parks, von wo aus man besonders in der Abenddämmerung unvergleichliche Blicke auf die Skyline von Vancouver hat. Die Uferpromenade ist insgesamt 10km lang und umgibt den Park auf seiner ganzen Länge.
Unser letzter Halt ist an der Nordspitze des Parks an die 1937-38 gebaute Lions Gate Suspension Bridge, die die Stadt mit dem am Nordufer des Burrard Inlet liegenden West Vancouver verbindet. Sie wurde von der Guinness Brauerei finanziert und damals als größte Hängebrücke im gesamten Empire gefeiert. Die dazugehörige Straße, eine Verlängerung der Georgia St., die leider mitten durch den Park führt, ist zu Stoßzeiten hoffnungslos verstopft.

 Stanley Park - VancouverLions Gate Suspension Bridge - Vancouver


 

 

 

 

 

 

 

An dem der English Bay zugewandten Westufer des Parks befinden sich zwei Strände, am südlicheren Second Beach auch ein Meerwasserpool.
Vancouver gefällt uns gut, bei Sonne ist es hier bestimmt noch schöner.
 

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