Vulkan Tour - Volcano Tour - Nea Kameni - Santorini

 

Vulkan Tour - Start im alten HafenVulkantouren werden auf Santorini an jeder Straßenecke angeboten. Die Touren variieren von kurzen zwei Stunden Trips bis hin zu Ganztagesausflügen. Wir entscheiden uns für das volle Caldera Programm inklusive Vulkan, heißen Quellen, Thirassia und Caldera Rundfahrt. Gebucht haben wir bei uns im Hotel. Treffpunkt war um 10:30 Uhr im alten Hafen.

Blick vom Hafen auf Thira

 

 

 

 

Bereits beim Frühstück auf unserer Terrasse haben wir gesehen das es im alten Hafen heute sicher sehr voll sein wird. Es liegen bereits 4 Kreuzfahrtschiffe in der Caldera, unter ihnen auch die mächtige Queen Victoria mit bis zu 2014 Passagiere. Nun gut, für uns sollte sich dadurch zeitlich kein Problem ergeben, denn jetzt am Morgen wollen alle Kreuzfahrer vom Hafen nach oben in die Stadt, während wir nach unten zu unserem Ausflugsboot wollen. Genau so stellt sich das an der Seilbahn auch da. Vor uns ist kein Mensch und wir können einfach einsteigen und runter in den Hafen fahren. Unten angekommen stehen die Kreuzfahrer in einer langen Zweierreihe quer durch den Hafen. Die wollen alle mit der Seilbahn oder den Eseln nach oben! Na dann viel Spaß….
 

Queen Victoria vor Santorini

 

Wir haben ein ganz anderes Problem, durch die vielen Kreuzfahrer starten ständig Ausflugsboote. Welches ist denn nun unseres? Auf dem Voucher steht kein Bootsname. Also fragen wir bei jedem Boot ob es unser ist. Dreimal werden wir vertröstet, bevor wir endlich mit dürfen. Die Regelung finde ich nicht so toll, aber wahrscheinlich ist das bedingt durch die Kreuzfahrer nicht anders machbar. Denn die Anzahl der Tourteilnehmer ist bedingt durch die Anzahl der Kreuzfahrer sicher täglich sehr unterschiedlich.

 

Boote am Vulkan Nea Kameni - Santorini

 

Nach dem Ablegen geht es vorbei an der Queen Victoria in Richtung Vulkan. Neben dem Kapitän gibt es noch einen Reiseleiter an Bord, der ohne Pause in 5 verschiedenen Sprachen über den Tourverlauf erzählt. Deutsch ist gar nicht zu verstehen und Englisch lassen sich ein paar Brocken aufschnappen. Das liegt aber nicht an seinen Sprachkenntnissen, sondern daran das die Anlage an Bord sicher nicht die Beste ist.

 

Auf dem Vulkan Nea Kameri

 

 

Zu guter Letzt spricht er sehr schnell, denn er muss ja alle 5 Sprachen auf dem kurzen Weg zum Vulkan unterbringen. Die Passagiere, deren Sprache gerade nicht dran ist, unterhalten sich natürlich auch noch lauthals, prima. Na so viel Neues wird er nicht erzählt haben, denn der Ablauf ist ja eigentlich klar. Die paar verständlichen Brocken Englisch decken sich mit dem was in der Reisebeschreibung steht, wird also schon passen.

 

Vulkan Panorama - Santorini

Thira von Nea Kameri - Santorini

 

Unsere erste Station ist Nea Kameni, was übersetzt „Neue Verbrannte“ heißt. Es liegen schon mehrere Boote an der Anlegestelle. Nach dem Aussteigen müssen wir zunächst noch zwei Euro „Eintritt“ bezahlen. Was für ein Quatsch! Wenn zwei Euro für den Schutz des Vulkans fällig sind, dann soll das doch über den Veranstalter abgerechnet werden. Jeder macht seine Tour dann halt zwei Euro teurer, nein wir müssen hier an einer Schlange anstehen und zwei Euro abdrücken.

 

 

Athinios - der neue Hafen von Santorini von Nea KameniNachdem das auch vollbracht ist erzählt uns der Reiseleiter wieder in 5 Sprachen, wann es mit dem Schiff weiter geht und wo wir uns wieder treffen, damit er uns mehr Informationen zum Vulkan geben kann. Wir lösen uns von der Gruppe und gehen den Vulkan hinauf. Der Weg ist steiler als man denkt. Von unserem Hotel in 300m Höhe sieht der Vulkan doch ziemlich platt aus, aber der Anstieg erweißt sich durchaus als giftig. Erste vulkanische Aktivitäten begannen vor 1-2 Million Jahren. Es wird sich um den genauen Beginn gestritten. Na da wollen wir mal nicht so kleinlich sein. Während dieser Aktivitäten entsteht die ursprüngliche Landmasse von Santorini. Es bildet sich eine kreisrunde, kegelförmige Insel, wie sie bei Vulkanen öfter anzutreffen ist. Ihr Name war Programm, denn sie hieß Strongyli, die Runde.

 

Ela auf Nea KameniEtwa 1630 Jahre v. Chr, erdgeschichtlich betrachtet also gestern, kam es dann zu einer gewaltigen Eruption. Es baute sich im Schlot ein gewaltiger Druck auf. Der Schlot explodierte, Unmengen Gesteinsbrocken, Magma und Asche flogen umher. Die Asche gelang bis in die Stratosphäre und verminderte die Sonneneinstrahlung so sehr, dass weltweit ein Temperaturrückgang zu verzeichnen war. Bis zu 60m dick war die Asche- und Bimssteinschicht die Santorini bedeckte.

Krauzfahrtschiffe vor Thira von Nea Kameri  aus- Santorini

 

 

Das Zusammentreffen von Magma und Meerwasser wurden die folgenden Eruptionen noch heftiger, so dass die gesamte Insel auseinander gesprengt wurde. Aber nicht wie man sich das vorstellt, in einer riesigen Explosion, sondern eher Stück für Stück. Nachdem die Magmakammer sich entleert hatte wurde sie brüchig und durch leichtere Eruptionen entstand nun nach und nach Santorini in seiner heutigen Form.

 

Holger auf dem Vulkan von SantoriniDiese Entstehungsform scheint gesichert zu sein, denn wenn der Einsturz plötzlich gewesen wäre, dann hätte die Flutwelle im gesamten östlichen Mittelmeerraum verheerende Schäden verursacht und davon ist zu der Zeit nichts bekannt. Es gab übrigens durch diese Katastrophe keine Todesopfer auf Santorini, oder besser Strongyli. Immerhin war Strongyli schon 1400 Jahre bewohnt. Akrotiri, die Ausgrabungsstätte auf Santorini, war hoch entwickelt, bevor die Bewohner aufgeschreckt durch Vorbeben und leichteren Eruptionen die Insel verließen. 

 

Ela und Haolger auf Nea KameriWir sind inzwischen oben auf dem Vulkan angekommen, unsere Gruppe ist auch schon da und der Reiseleiter erzählt wieder in fünf Sprachen über den Vulkan. Interessant, aber zu zeitaufwendig. Wir waren eh schon gut informiert und sind somit gleich weiter, denn wir wollen ja noch einmal oben auf dem Vulkan den kompletten Weg abgehen und die unterschiedlichen Vulkanabschnitte genau ansehen. Denn die Insel Nea Kameni ist nicht direkt so entstanden wie sie heute aussieht. 

 

Palea Kameri von Nea Kameri gesehen

 

Nach dem der Vulkan Strongyli eingestürzt war und Santorini hinterlassen hatte, gab es zunächst keine Inseln im Inneren der neu entstandenen Caldera. Erst langsam wuchsen unter Wasser durch unterseeische Ausbrüche Inseln heran. Zunächst bildete sich um 197 v. Chr. Palea Kameni, was „alte Verbrannte“ bedeutet. Palea Kameni vergrößerte sich bei weiteren Eruptionen. Nach und nach entstanden nun weitere Inseln. 1573 Mikri Kameni, was übersetzt was heißt? Richtig „kleine Verbrannte“. 1707 bis 1711 die Insel Nea Kameni, auf der wir uns gerade befinden. Oder sind wir doch eher auf der Georgsinsel, die zusammen mit Aphroessa bei heftigen vulkanischen Eruptionen 1866 aus dem Meer auftauchten? Egal inzwischen sind die Inseln Mikri Kameni, Georgsinsel und Aphroessa eh zu Nea Kameni zusammengewachsen. Wir sind inzwischen auf dem höchsten Punkt von Nea Kameni, der 127m hohen Georgios-Kuppel. Von hier haben wir einen prima Blick auf Palea Kameni. Im Hintergrund liegt Aspronisi, die zusammen mit Thira und Thirasia den Kraterrand des ursprünglichen Vulkan bildete.

Hier habe ich mich mal an einem 360 Grad Panorama versucht, so könnt ihr auch nachvollziehen wie es hier aussieht. Klickt auf das Bild um einmal rund um den Vulkan Nea Kameni...

 

Nea Kamenri der Vulkan von Santorini

 

 

Nächste wichtige Stelle auf dem Rundgang ist, zwischen der schwarzen Lava aus den Ausbrüchen 1866-1870 und den grauen Lavasteinen aus dem Jahre 1941, der Liatsikas-Lavastrom, dass jüngste Produkt der Vulkantätigkeiten von Santorini, aus dem Januar 1950.

 

 

 

Nea Kamenri der Vulkan von Santorini - Panorama

 

Fumarolen auf Nea KameriZu guter Letzt kommen wir auf unserem Rundweg an den zentralen Zwillingskrater von Nea Kameni. Hierbei handelt es sich um die aktivste Stelle auf Nea Kameni. Am Ostrand des Kraters befinden sich zahlreiche Fumarolen – Löcher, aus denen 75 bis 95°C heiße Gase austreten. In erster Linie bestehen die Gase aus Wasserdampf und Kohlendioxid, aber auch geringe Mengen Schwefelwasserstoff, Kohlenmonoxid und Methan sind enthalten. Schwefel muss dabei sein, denn an den Austrittsstellen sind eindeutig Schwefel- und Kalkablagerungen zu erkennen.

Vulkanische Aktivitäten in Form von Fumarolen auf Nea Kameri - Santorini

 

Es ist doch erstaunlich wie viele verschiedene Arten Lava der Vulkan zu bieten hat. Von der klassischen schwarzen Schlackenlava bis hin zu braunen sandartigen Lava ist alles dabei. Auch die verschiedenen Entstehungsperioden sind deutlich zu erkennen. Wer hier ein wenig die Augen offen hält sieht mehr als nur karge Landschaft. Das Besondere an Nea Kameni ist, dass es sich um die jüngste Landmasse im östlichen Mittelmeerraum handelt.

Nach 1,5 Stunden auf Nea Kameni geht es mit dem Schiff weiter, um Nea Kameni herum, nach Palea Kameni...