Zion National Park

 

 Zion National Park Zion National Park
Den Zion National Park besucht man fast zwangsläufig wenn man von Las Vegas zum Colorado Plateau unterwegs ist. Wir haben ihn bis jetzt immer nur auf der Durchfahrt besucht und hatten nur 3-4 Stunden Zeit. Aber auch in dieser Zeit kann man einiges sehen. Selbst wenn man nur auf dem HWY 9 durch den Park fährt bekommt man viele bizarre Felsformationen zu sehen.


 Zion National Park

 

 

Auch zum Zion Canyon, der wichtigsten Sektion des Zion National Park, führt der HWY 9.  Er läuft streckenweise direkt am Virgin River entlang, durch eine Landschaft wie aus dem Bilderbuch des Wilden Westens. Hinter dem voll auf den Parktourismus eingestellten Springdale erreicht man den Haupteingang des Zion Park. Hinter dem Visitor Center befindet sich ein Parkplatz, von dem aus der Shuttle Service, entlang dem Zion Canyon Scenic Drive startet. Da wenig los war, sind wir direkt bis zur Einfahrt des Scenic Drive gefahren und haben dort einen der wenigen Parkplätze ergattert. Hier steigen wir dem Shuttle zu. Die 7 Meilen lange Stichstraße, folgt dem Virgin River in das enger werdende, üppig grüne Tal. Beidseitig beeindrucken gewaltige, hoch aufstrebende Felsgebilde in allen Rot- und Brauntönen - fantastische Motive für meine Kamera. :))
Der Zion Canyon gehört zu den eindrucksvollsten Teilen des Parks. Seine Entstehung verdankt er in erster Linie der Erosionsarbeit des Virgin River, die nach den letzten großen Hebungen des Colorado Plateaus gegen Ende des Tertiärs einsetzte. Später wurde der Canyon dann durch den seitlichen Abbruch immer neuer Gesteinslagen erweitert.
Zion Canyon Scenic DriveAls wir in das himmlische Tal von Zion kommen, glauben wir kaum, dass dieses friedliche, plätschernde kleine Flüsschen diese tolle Szenerie herauspräpariert haben soll. Das der Virgin River aber auch anders sein kann, zeigt er bisweilen bei einem der kräftigen Gewitterschauer im Sommer. Dann schwillt innerhalb kurzer Zeit das friedliche Gewässer auf mehr als das Doppelte an, erscheint in einer unheilverkündenden roten Farbe und zermalmt in seinen Fluten alles - vom Felsbrocken bis zum hineingestürzten Baum. Zu dieser Zeit kann man überall im Park sein, nur nicht in den Narrows, der an manchen Stellen kaum fünf Meter breiten Schlucht des Virgin River. Ansonsten gehören Wanderungen durch die Zion Narrows zu den empfehlenswertesten Touren im gesamten Südwesten. 12 Meilen weit kann man dort in einer engen Klamm wandern, immer wird man von den senkrechten, über 200 m hohen Felswänden eingerahmt bleiben. Diese hohle Gasse ist einmalig, da sie viel steiler als alle anderen Canyons ist. Zudem geht man hier durch die Schlucht eines permanent fließenden Gewässers. So kommen auf der gesamten Wanderung die Füße kaum aus dem Wasser, machmal muss man sogar schwimmen. Bei einer derartig von den Launen des Virgin River abhängenden Aktivität überwacht die Leitung des Nationalparks natürlich genauestens das jeweilige Sicherheitsrisiko für Wanderer. Auf einer Tafel am Eingang der Schlucht kann man über die Gefahr von Gewittern und damit den gefürchteten „Flash Floods“ lesen, die von Juli bis September am häufigsten sind. Oft wird der Weg von den Rangern dann auch gesperrt. Als wir bei den Narrows waren, war der Weg zwar frei, aber es gab ein „Flash Flood“-Warnung, deshalb konnten wir uns die Wanderung verkneifen.

Zion LodgeWir fahren mit dem Shuttle zur Zion Lodge und entscheiden uns für eine Wanderung zu den Emerald Pools. Diese kann man auf bequemen Wegen erreichen, nur man sollte es früh am Morgen tun, wenn noch wenig los ist. Startpunkt des knapp 2 km langen Fußweges ist die Fußgängerbrücke über den Virgin River, kurz unterhalb der Zion Lodge. Ab hier geht es auf einem gutem Pfad zu Wasserbassins und überhängenden Felsen.

 

Emerald Pools Trail

 

 

 

Emerald Pools

 

 

 

 

Der poröse Sandstein im Park, Überbleibsel versteinerter Dünen, lässt das Wasser relativ leicht eindringen, das dann entlang von Quellhorizonten wieder austritt. Ergebnis sind verschwiegene Oasen mit Wasserbecken. Moose und Farne wachsen in prächtigen hängenden Gärten und saugen das Nass auf, das wie aus einem Schwamm aus dem Fels tropft. Nochmal so weit und anstrengender ist es zu den Upper Pools, die größer sind, einen Mini-Sandstrand haben und vor allem eine überwältigende Aussicht bieten. Tja wir hatten Pech, die Pools waren (wie oft im Sommer) ausgetrocknet und somit machten wir uns auf den Weg zurück zur Lodge.

 

Zion Canyon Scenic DriveDie Alternative wäre für uns die Angels Landing Wanderung gewesen. Man sollte schwindelfrei sein, denn der Weg zum Angels Landing ist eine Gratwanderung. Oft dicht am Abgrund und nur mit einer Kette gesichert.  Als Belohnung erhält man dann den sagenhaften Blick von einer fast 1800 Meter hohen Felszinne, ein Panorama, das seinesgleichen sucht. Hmm da haben wir uns mit den ausgetrockneten Pools wohl falsch entschieden. Für uns geht es nun mit dem Shuttle zurück zum Auto.
Im östlichen Abschnitt windet sich der HWY 9 als Zion - Mount Carmel HWY, in Haarnadelkurven und durch Tunnels auf etwa 1600 m zum Östlichen Parkeingang hinauf.

 


 Zion National Park Im Verlauf führt die Straße mitten durch die Wunderwelt der Farben und Formationen des Zion Hinterlandes. Für diesen Bereich planen wir immer ein wenig Extrazeit ein. Die besten Fotomotive liegen einige Schritte abseits der Straße. Auch andere Nationalparks haben schöne Durchfahrten, aber auf eine solche Felslandschaft direkt an der Straße stößt man nicht wieder.
Der Navajo-Sandstein, ist die Gesteinsart, die überwiegend das Bild des Zion National Park prägt. Entstanden ist der Navajo-Sandstein aus Sanddünen, die durch hohen Druck zu Sandstein wurden. Viele haben ihre ursprüngliche weiße Farbe behalten, oft ist der Fels auch durch Spuren von Eisenoxid rötlich gefärbt. Betrachtet man einmal die Felsen naher, so erkennt man an vielen Stellen noch deutlich Strukturen, die den Dünenursprung zeigen. Da das Navajo-Gestein porös und weich ist, brechen oft Stücke aus einer Felswand heraus - dies ist die Geburtsstunde einer natürlichen Brücke.

 Zion National Park HWY 9Zion - Mount Carmel Highway

 
 

 

 

 

 

 

 

Geologisch ist der Zion National Park ausgesprochen interessant. Im Lauf von Millionen Jahren wurde das Gebiet, in dem heute der Zion Park liegt, wieder und wieder von Binnenmeeren, Seen, reißenden Flüssen, aber auch von tropischen Niederungen geprägt. Immerfort auftretende Hebungen und Senkungen des Landes und die ständig wirkenden Erosionskräfte haben letztendlich dieses Gebiet gestaltet. Bei den Hebungen kam es zu Spannungen in der Erdoberfläche, Risse entstanden, das Gestein zerbarst und bot der Erosion noch bessere Ansatzmöglichkeiten. So war es möglich, dass besonders der Virgin River, sein Werk beginnen und zu jener Vollendung brachte, die heute den eindrucksvollen Zion Canyon ausmacht.

Zion - Mount Carmel Highway Zion National Park HWY 9

 

 

 

 

 

 

 


Zion - Mount Carmel Highway

Die optischen Juwelen von Zion blieben lange Zeit nur sehr wenigen Besuchern vorbehalten, denn zu abgelegen war der Park auch noch im 20. Jahrhundert. Unter großem Aufwand baute man 1930 den Zion - Mount Carmel Highway, bei dem man allein drei Jahre brauchte, um einen Tunnel durch die abweisenden Felsbarrieren zu sprengen. Nun bestand eine Verbindung nach Osten zum HWY 89.
Das Durchfahren der Tunnel ist für große Fahrzeuge problematisch! Busse oder WoMos, die höher als 3,4m sind, können den Tunnel nicht passieren. Autos, die einschl. Außenspiegel breiter als 2,4 m und länger als 6,4 m sind, benötigen eine Eskorte.

 

Zion NP - Canyon Overlook

 

 

Direkt Östlich des langen Tunnels stoppen wir, denn hier beginnt ein eine Meile langer, einfacher Wanderweg zum Canyon Overlook, für den wir insgesamt etwa eine Stunde benötigen. Dieser Aussichtspunkt ist für einen Rückblick auf den Zion Canyon außerordentlich gut geeignet, denn wir schauen auf den Bereich, durch den wir gerade gewandert und gefahren sind.
 

 

Kurz vor dem Ostausgang des Parks erreichen wir die Checkerboard Mesa, eine schachbrettähnliche Felswand, die durch ihre vielen senkrechten und waagerechten Riefen auffällt. Der Berg ging, wie viele andere Berge im Zion, aus Sanddünen hervor, die gepresst wurden und später durch Erosionskräfte dieses seltsame Aussehen erhielten. Die senkrechten Risse sind durch Wasser und Frost entstanden, die waagerechten durch Wind. Für uns ein schöner Abschluss des Zion.

Checkerboard MesaCheckerboard Mesa


 

 

 

 

 

 

 

 Zion National Park HWY 9

 

 

Ein weiterer Teil des Zion ist Kolob Canyons Area. Dieses sehr schöne Gebiet umfasst den Nordwestzipfel des Parks, ist von der I-15 aus mit dem Exil 40 zugänglich und nur sehr wenig besucht. Das Gebiet der Kolob Canyons weist mehrere schöne Canyons auf, die sich in den gewaltigen tiefroten Felsen gebildet haben. Die rote Farbe der glatten senkrechten

 

  Zion National Park HWY 9

Felsgiganten steht in beeindruckendem Kontrast zum Grün in den Canyons und dem Blau des Himmels. Das Gebiet wird durch die Kolob Canyons Road erschlossen. Die nur etwa 8 Meilen lange Straße windet sich durch fantastische Landschaft aussichtsreich aufwärts zu einem Rastplatz. Ein kurzer Trail führt zu einem spektakulären View Point. Am Lee Pass an der Straße beginnt der Kolob Arch Trail / La Verkin Creek Trail, der Trail ist 14 Meilen lang und anstrengend. Ziel ist der Kolob Arch. Dies ist der größte freistehende Naturbogen der Welt mit unglaublichen 94 m Spannweite (der Landscape Arch im Arches National Park ist "nur" 89 m lang).

 

Weitere Zion National Park Infos:
http://www.nps.gov/zion/
http://www.zion.national-park.com/
http://www.utah.com/nationalparks/zion.htm
 

Man ist das beim nächsten Spot staubig...