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Namibia - Caprivi Streifen

Namibia - Caprivi StreifenAm nächsten Morgen fahren wir zurück nach Divundu, wo wir wieder auf die seit 2001 durchgehend asphaltierte B8 treffen, die uns weiter durch den hier im Westen nur 30 km breiten Caprivi Streifen führen wird. Früher war es mit einem normalen PKW, besonders in der Regenzeit, unmöglich den Caprivi Streifen zu durchfahren, heute ist das überhaupt kein Thema mehr.

Leben im Caprivi Streifen

 

 

 

 

Nach Osten hin verbreitert sich der Caprivi-Strip immerhin auf 90 km. Gleich nachdem wir die Bagani Bridge über den Okavango passiert haben, kommen wir erneut zu einem Kontrolltor.

 

Eingangstor Bwabwata National Park - Carivi Streifen - Namibia

 

 

Das Eingangstor zum 1968 geschaffenen Caprivi Game Park. So steht es noch auf den Schildern am Straßenrand. Allerdings wurden bereits 2007 der Caprivi-Nationalpark und Mahango-Nationalpark zum Bwabwata National Park zusammengefasst. Nun in Afrika mahlen die Mühlen eben etwas langsamer. :-)

Caprivi  Regoon Schild

Bwabwata National ParkEintritt müssen wir hier übrigens nicht bezahlen, die Fahrt auf dem Trans-Caprivi-Highway durch den Nationalpark ist kostenlos. Der Bwabwata National Park umfasst den östlichen Caprivi Streifen vom Okavango bis zum zweiten großen Fluss in der Caprivi Region, dem Kwando River. Die beiden großen Flüsse, mit ihrem Geflecht von Nebenflüssen, sorgen dafür, dass sich die kontrastreiche Landschaft, die wir bereits am Okavango kennengelernt haben, fortsetzt.

Achtung Elefanten  auf der Straße Bwabwata National Park CAprivi Streifen

 

 

 

Außerdem fließen in der Gegend noch der Zambesi, der Linyanti und der Chobe. Links und rechts der Straße ist alles wunderbar grün. Das ist auch der Grund warum hier überall am Straßenrand Elefantenwarnschilder stehen. Im Bwabwata National Park leben etwa 8000 Elefanten, 1000 Büffel, außerdem verschiedene  Antilopenarten, Hyänen, Löwen und Leoparden. Genaue Zahlen existieren nicht, da im Bereich des Parks die Grenzzäune zu Botswana abgebaut wurden und die Tiere zwischen dem Chobe National Park in Botswana und den angrenzenden Bwabwata National Park, sowie Mudumu National Park in Namibia ungestört hin und her wandern können.
Windhose Caprivi StreifenNachts sollte man hier lieber nicht unterwegs sein. Im Scheinwerferlicht sieht man die dunklen Elefanten sehr spät und eine Fahrt über den Trans-Caprivi-Highway ist dann lebensgefährlich. Tagsüber ist die Fahrt hingegen kein Problem. Die Geschwindigkeit ist auf 80 km/h begrenzt und die Grünstreifen links und rechts von der Fahrbahn bis zum Anfang des Waldes sind mindestens 5 Meter breit. Was uns gleich nach der Einfahrt in den Bwabwata National Park aufgefallen ist, die Hütten der zersiedelten Ortschaften fehlen. Ausgerechnet hier, wo es genug Wasser gibt leben gar keine Menschen? Genauso ist es, den Menschen im Park wurde die Viehhaltung verboten und somit blieb den San gar nichts anderes übrig als mit ihren Hütten weiterzuziehen. Nachdem wir den Kwando River passiert haben, sehen wir auch wieder die typischen Rundhütten. Im Caprivi Streifen leben etwa vier Prozent der namibischen Bevölkerung. Gesundheitlich ist der Caprivi Streifen nicht ganz ohne. Der Caprivi Streifen hat die höchste AIDS-Rate in Namibia und das Thema Malaria ist hier durch die Temperaturen in Verbindung mit dem vielen Wasser besonders zu beachten.
Kurz nach überqueren des Kwando Rivers, der weiter südlich zum Chobe River wird, kommt die Kreuzung zur C49, die zum Mudumu National Park und Mamili National Park führt. Für beide Nationalparks ist ein Geländewagen zwingend notwendig, da die Pisten in einem teilweise sehr schlechtem Zustand sind. In der Regenzeit sollte man die Parks lieber komplett meiden, da die Pisten dann oft unpassierbar sind.

Einhemische im  Caprivi Streifen - Namibia

 

 

 

Beide Nationalparks sind sehr wildreich, benötigen aber durch die schlechten Pisten viel Zeit. Wir verzichten auf die beiden National Parks, da wir ja mit dem Chobe National Park ein absolutes Highlight als nächstes Ziel vor Augen haben. Auch auf die "Lebenden Museen" verzichten wir. Im Lizauli Traditional Village am nördlichen Eingang des Mudumu National Parks werden den Touristen das afrikanische Leben vor Ankunft der Europäer vorgeführt.
Transport auf afrikanischEs finden diverse Vorführungen statt. Es wird getanzt, Schmuck gefertigt und gekocht. So etwas Ähnliches gibt es mit dem Lebenden Museum der Mafwe, nur wenige Kilometer nördlich von Kongola an der D 3502 liegend, noch einmal. Mich erinnert das Ganze an das "Theater" das wir in Kenia bei dem Besuch eines Massai Dorfes erlebt haben. Das hat uns schon damals nicht gefallen und deshalb bleiben wir auf der B8, die uns direkt in die Provinzhauptstadt des Caprivi Streifen, nach Katima Mulilo führt.

Afrikaner tranportiert Lasten auf dem Kopf...

 

 

 


Katima Mulilo ist seit Rundu und damit seit über 500 km die erste Stadt. Hier endet der Trans Caprivi Highway. Richtung Norden führt die Sesheke Brücke über den Zambesi nach Sambia und Richtung Süden führt uns die B8 auf der Ngoma Bridge über den Chobe River nach Botswana.

 


Katima Mulilo - Namibia - Caprivi StreifenKatima Mulilo hat sich bis heute einen sehr afrikanischen Charakter bewahrt. Das ist auch kein Wunder, der Tourismus spielte hier sehr lange überhaupt keine Rolle. Ganz im Gegenteil, der Caprivi Streifen war lange Zeit Schauplatz von kriegerischen Auseinandersetzungen und Katima Mulilo war zu der Zeit ein wichtiges militärisches Zentrum.

Katima Mulilo - Namibia - Caprivi Streifen

 

 

 

 

Der Caprivi Streifen wurde sowohl in den langjährigen Bürgerkrieg in Angola hineingezogen, als auch durch den Versuch der Sezessionsbewegung eine Abspaltung des Caprivi Streifens von Namibia zu erzielen. Bis ins Jahr 2000 hinein kam es zu militärischen Zwischenfällen und Übergriffen auf Touristen. Es war so schlimm, dass die Strecke zwischen Divundu / Bagani und Katima Mulilo nur Konvoi unter Militärschutz befahren werden konnte. Ein Teil der Infrastruktur in Katima Mulilo stammt noch aus der Zeit der Unruhen. Das moderne Krankenhaus und der Flughafen mit asphaltierter Landebahn sind positive Überlassenschaften der Unruhen. Das Militär in Katima Mulilo ist inzwischen stark verkleinert worden und das merkt man der Stadt insgesamt an. Das Geld der Soldaten fehlt an allen Ecken und Enden. Die 2004 eingeweihte Sesheke Brücke über den Sambesi nach Sambia hat Katima Mulilo wieder etwas mehr Leben eingehaucht. Seit dem ist
Frischer Fisch auf dem Chobe RiverKatima Mulilo Verkehrsknotenpunkt zwischen Sambia, Namibia, Botswana und mit Abstrichen Zimbabwe und Angola geworden. Vor allem LKWs stehen an der Sesheke Brücke zwischen Sambia und Namibia oft stundenlang im Stau. .
Unsere Fahrt nach Botswana hingegen können wir ohne Stau fortsetzen. Am Grenzübergang an der Ngoma Bridge über den Chobe River haben wir keinerlei Probleme. Wichtig ist: Mit dem Mietwagen ist eine spontane Einreise nach Botswana nicht möglich! Man benötigt ein von der Autovermietung ausgestelltes Permit, das die Einreise erlaubt. Dieses Permit muss direkt an einer Mietwagenstation ausgefüllt und natürlich auch bezahlt werden. Ohne solch ein Permit wird man an der Grenze zurückgewiesen.

Ngoma Bridge  Grenze Namibia - Botswana

Für die Einreise benötigt man außerdem natürlich einen gültigen Reisepass, einen Internationalen Führerschein, Fahrzeugpapiere und ein Visum, das man vor Ort bekommt und natürlich ebenfalls bezahlen muss. Auch eine Straßennutzungsgebühr ist noch zu zahlen. Nach viel Bürokratie und einigen Einnahmen fürs botswanische Staatsäckchens haben wir es geschafft, wir dürfen über die Grenze nach Botswana. Jetzt noch die übliche Veterinärkontrolle, die wir hier in Botswana noch einige Male passieren sollten. Wir müssen zum ersten Mal aussteigen und alle unsere Schuhe desinfizieren. Außerdem müssen wir auch mit unserem Mietwagen durch ein Desinfektionsmittel fahren. Als wir noch über diese Maßnahme diskutieren, begrüßen uns direkt am Grenzzaun Elefanten. Na wenn das mal kein hoffnungsvoller Auftakt unseres Chobe National Park Aufenthalts ist.

Folgt uns mit dem Pfeil nach unten rechts direkt nach Botswana, wer erst noch Infos über Botswana lesen möchte, der klickt hier:Pfeilrechtsblau

Weiter direkt nach Botswana zum Chobe National Park…..

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