|
Nachdem wir uns immer weiter von Serifos entfernt haben wird es Zeit mal einen kurzen Blick in die Zante Dionisios Solomos zu werfen. Das die Fähre bereits 1990 in Dienst gestellt wurde kann man an der Einrichtung deutlich erkennen. Alles ganz schön altbacken. Zwischen 1990 und 1999 fuhr die Dionisios Solomos unter Japanischer Flagge zwischen den Japanischen Inseln. Seit 1999 fährt sie unter griechischer Flagge für Zante Ferries. Die Fähre ist 116 Meter lang und 21 Meter breit. Die Fahrzeit zwischen Serifos und Sifnos beträgt 45 Minuten, es wird also Zeit wieder nach draußen zu gehen um das Einlaufen in Sifnos nicht zu verpassen. Mit der Champion Jet 2 hätte die Überfahrt nur halb so lange gedauert, wäre aber viermal so teuer gewesen.

Tatsächlich wurde es Zeit das wir wieder nach draußen kommen, wir fahren bereits an der Westküste von Sifnos entlang. An der Hafeneinfahrt stoppen wir plötzlich. Was ist denn nun los? Ich schaue seitlich am Schiff entlang in Richtung Hafen von Kamares. Ups hier herrscht Stau! Um den Anleger herum befinden sich drei Fähren. Mit dem Champion Jet 2 und dem Superrunner Jet 2 gleich zwei Seajets und zusätzlich noch die Aegean Sea Lines Anemos.

Somit warten wir geduldig bis sich der Knoten aufgelöst hat, bevor wir in den Hafen einfahren dürfen. Als erstes kommt die Anemos an uns vorbeigefahren. Danach der Superrunner Jet 2, der uns ja kurz vor der Hafeneinfahrt noch überholt hat. Als wir uns dem Anleger nähern gehen wir hinunter ins Autodeck, holen unsere Koffer und stellen uns vor die bereits geöffnete Heckklappe. Erstaunlich wenige Passagiere verlassen mit uns die Zante, wenn ich bedenke wie viele es auf Serifos waren. Nun gut Sifnos wird ja auch von viel mehr Fähren angefahren, wie wir gerade gesehen haben. :-)
 
Mit unserem Hotel, dem Xerolithia Accommodation, haben wir im Vorfeld verabredet, dass uns jemand am Ende des Hafenbereichs abholt. Das klappt super, die Besitzerin des Hotels wartet bereits mit einem Schild des Hotels in der Hand auf uns.
 
Bis zum Xerolithia Hotel sind es nur 300 Meter, wir hätten also auch zu Fuß gehen können, aber mit den Koffern ist es schön, dass wir abgeholt werden.
 
Unser Zimmer liegt im Obergeschoss und ist ansprechend eingerichtet. Der Balkon bietet einen wunderschönen Blick auf die Bucht von Kamares. Hier haben wir abends die Sonnenuntergänge genossen. Das Xerolithia war für uns eine gute Ausgangsbasis um Sifnos mit dem Mietwagen zu erkunden.
 

Nach dem einchecken in Hotel, machen wir uns auf den Weg nach Kameres um unseren vorab bei der Firma Suntrail gebuchten Mietwagen abzuholen. Wo wir schon mal da sind schauen wir uns gleich mal in Kamares um. Kamares wirkt im Gegensatz zu Livadi auf Serifos mehr wie ein Versorgungsort. An der Straße reihen sich die Geschäfte und Tavernen aneinander. Da Sifnos ja auch die Insel der Töpfer ist, gibt es hier natürlich auch ein paar Töpfereien und Keramikläden, in einigen kann man den Töpfern auch bei der Arbeit zusehen. Es gibt einige gute Tavernen, uns hat es im Simos am besten gefallen.
 
Der Ort selber hat keine Highlights, das Highlight ist der 800 Meter lange Kamares Beach, der unmittelbar am Hafen beginnt. Das Wasser ist sehr flach und entsprechend warm. Der Kamares Beach wurde mehrfach mit der blauen Flagge ausgezeichnet.
 

Der Strand endet im Ortsteil Agia Marina auf der anderen Seite der Bucht. Oberhalb des Strandes, auf einem Felsplateau, liegt die dem Ort ihrem Namen gebende kleine Kapelle Agia Marina. Natürlich gehen wir die Stufen hinauf um von oben den tollen Blick auf den Strand und den Ort Kamares zu genießen. Von hier lässt sich der Sonnenuntergang mit Sicherheit auch sehr schön betrachten.
 
Nun aber los, es gibt viel zu sehen auf Sifnos. Obwohl Sifnos mit 78 km² nicht viel größer ist als Serifos, sind die Wege doch viel weiter. Das liegt an der Form und Beschaffenheit der Insel. Sifnos ist 18 Kilometer lang und maximal 8 Kilometer breit. Außerdem gibt es ein paar Berge mehr um die man immer herumfahren muss.
Zunächst wollen wir uns den Süden von Sifnos ansehen. Dazu fahren zunächst aus dem Tal hinaus nach Apollonia, wo wir Richtung Plati Gialos abbiegen. Kurz danach kommt der Abzweig nach Faros. Nach 4,5 km erreichen wir den ehemaligen Fischerort Faros und stellen unseren Mietwagen auf dem gut besuchten öffentlichen Parkplatz ab.

Von hier sind es nur ein paar Meter bis zum Strand von Faros. Der Strand ist klein und keine Schönheit, zumindest auf dieser Seite der Bucht nicht. Dort wo der Strand endet, beginnt ein Weg an ein paar Tavernen vorbei. Hinter den Tavernen beginnt der zweite Strandabschnitt von Faros, auch Vlicho Beach genannt. Der Abschnitt sieht deutlich schöner aus und bietet auch Schatten. Aber wir sind ja nicht zum Baden hergekommen.
Wir wollen ein Stück des Sifnos Trails 2 gehen. Der komplette Weg führt von Kastro über Faros zur Panagia Chrissopigi. Das erste Stück haben wir mit dem Auto zurückgelegt. :-) Am Ende der zweiten Bucht in Faros beginnt ein gut ausgebauter Weg an der Westseite der Bucht von Faros entlang. Von dem leicht erhöhten Weg haben wir zunächst einen tollen Blick zurück nach Faros.
Am Ende des Kaps liegt dann leicht erhöht die kleine unscheinbare Kapelle Ag. Charalampos. Wir werfen einen Blick hinein, schlicht und zweckmäßig würde ich sagen.
 
Weniger schlicht ist der Blick als wir um die Ecke kommen. Unser Blick fällt auf die nächste Bucht mit dem hübschen Apokofto Strand und dem Kloster Panagia Chrisopigi auf dem gegenüberliegenden Ende der Bucht. Zurück blicken wir noch eine Bucht weiter auf das Kloster Timios Stavros. Diese Stelle des Wanderwegs ist ein wunderbarer Ort um mal inne zu halten und alles auf sich wirken zu lassen.
Der Weg senkt sich nun zum Apokofto Strand hinab. Unten angekommen gehen wir den Strand entlang bis zum Ende der Bucht. Der Strand selber ist teilweise mit Steinen durchsetzt, aber der Blick über die Bucht auf das Kloster Chrisopigi ist traumhaft.
 
Um diesen Blick noch eine Weile zu genießen und unseren Durst zu löschen, kehren wir in die Taverne mit dem logischen Namen „Chrysopigi“ ein. Wir suchen uns einen Platz mit Blick auf das Meer und das Kloster und stärken uns mit einem griechischen Salat.
 
Nach einer ausgiebigen Pause machen wir uns auf dem gleichen Weg zurück zu unserem Auto und genießen den Ausblick auf jedem Meter. Dieser kleine Spaziergang ist wirklich ein MUSS auf Sifnos.
Um zu unserem nächsten Ziel, dem Kloster Chrisopigi zu gelangen müssen wir mit dem Auto wieder zurück zur Hauptstraße, also fast bis Apollonia zurück. Hier biegen wir dann in Richtung Plati Gialos ab. Kurz vor Plati Gialos biegen wir links ab und erreichen nach 10 Kilometer das Kloster Chrisopigi. Von der Taverne wären es 300 Meter zu Fuß gewesen, aber dann hätten wir nicht den schönen Blick von oben auf die Panagia Chrisopigi gehabt, außerdem wollen wir ja nachher noch weiter nach Plati Gialos.
 |
Der Blick auf die Panagia Chrissopigi ist wirklich der Hammer. Die Panagia Chrissopigi liegt sehr fotogen auf einem Felsen. Genauer gesagt sogar auf einer Insel. Wenn ihr vorhin bei der Wanderung aufgepasst habt, dann werdet ihr bemerkt haben, dass man die Klosterkirche nur über eine kurze Brücke erreichen kann und das es ein gut sichtbare Trennung zwischen dem Festland und der Insel gibt. Der erste Teil des Klosters liegt also auf dem Festland und der hintere auf der Insel. Im vorderen Teil befinden sich die Wohneinheiten und diese scheinen auch bewohnt zu sein.

Ein schmaler Treppenweg führt zur Klosterkirche hinüber. Das Kloster stammt aus dem 17. Jahrhundert und bеherbergt die heilige Chrissopigi Ikonе. Einmal im Jahr findet auch eine Prozession mit der Chrissopigi-Ikone statt. Dazu wird die Ikone mit einem Schiff zum Kloster gebracht. Da der Besitzer der Aegean Speed Lines aus Sifnos kommt und hier auch das „Elies Resort" in Vathy betreibt, hat er die Ikone sogar schon ein paar Mal mit einer seiner Fähren zum Kloster Chrissopigi gebracht. Wie nicht anders zu erwarten war, ist die Kirche verschlossen. Hinter der Kirche kommen wir zu einem großen gepflasterten Platz. Der dient bestimmt bei Festen wie Ostern oder einer Prozession als Wartebereich, denn die Kirche ist ja viel zu klein bei solch immer gut besuchten Veranstaltungen. Hinter dem Platz beginnt schroffer, von Wind und Wasser bearbeiteter, Felsen. Am Ende der Insel befindet sich das Taufbecken mit der griechischen Fahne. Warum das Taufbecken so weit abseits steht hat sich uns nicht erschlossen, aber wird schon seinen Grund haben. Das Kloster hat uns sehr gut gefallen. Einen großen Teil trägt natürlich seine grandiose Lage dazu bei.
Nun wird es aber Zeit das wir uns auf den Weg nach Plati Gialos machen. Dazu fahren wir wieder ein Stück den Hügel hinauf zur Hauptstraße, wo wir links abbiegen. Wenn man rechts abbiegt und gut einen Kilometer zurück fährt zweigt links ein Weg zum Kloster Panagia tou Vounou ab. Das sage ich nicht wegen des Klosters, sondern wegen der grandiosen Aussicht, die man vom Kloster auf Plati Gialos hat. Man hält am Kloster und geht links um das Kloster herum. Den Abstecher haben wir bereits auf der Fahrt zum Kloster Chrissopigi gemacht.
 
Von der oben beschriebenen Kreuzung führt die Hauptstraße schnell hinab nach Plati Gialos. Dieser Badeort liest sich im Reiseführer ganz hervorragend. Plati Gialos hat einen 1 Kilometer langen, flach abfallenden Strand mit feinem Sand. So steht es im Reiseführer, mit dem Zusatz es handelt sich um den längsten Strand auf Sifnos und das stimmt wahrscheinlich sogar alles. Aber der Strand ist an einigen Stellen so schmal, dass man noch nicht mal sein Handtuch ausbreiten kann ohne das die Füße nass werden. Wir begnügen uns mit einem Panoramablick am Ende der Bucht. Der Blick ist toll aber das ist auch alles was uns hier gefallen hat.
Wo wir schon mal im Süden sind, machen wir zusammen doch noch einen Abstecher nach Vathi. Dazu muss man aber auch wieder fast nach Apollonia zurück, um auf eine Höhenstraße abzubiegen, die Richtung Süden oftmals schöne Ausblicke bietet. Als Abstecher unterwegs bietet sich der 427 Meter hohe Agios Andreas an. Von der Hauptstraße zweigt eine steile Straße zu der Ausgrabungsstätte ab. Als wir oben ankommen ist sie verschlossen. Einen schönen Ausblick haben wir auch nicht, weil die Ausgrabungsstätte diesen verdeckt. Na toll!!! Dann bleibt für unterwegs nur ein Stopp an einen der vielen antiken Türmen. Die lohnen sich aber auch nicht wirklich. Viel mehr als ein paar Steine auf einem Haufen ist bei den meisten nicht zu sehen. Somit erreichen wir zügig einen Aussichtspunkt auf Vathi. Hier stoppen wir natürlich und orientieren uns schon mal vorab. Unser Blick fällt auf die fast kreisrunde Bucht von Vathi. Das 5 Sterne Elies Resort mit seinem großen Pool sticht natürlich heraus und passt eigentlich so gar nicht nach Sifnos und schon gar nicht in so eine kleine Bucht. Das zweite markante Gebäude ist die Kirche Taxiarchis direkt am Strand.
Dar Hafen von Vathi ist durch seine Wind geschützte Lage bei Seglern sehr beliebt. Unten in Vathi gibt es einen gut ausgeschilderten Parkplatz. Diesen sollte man nehmen, sonst steht man wie wir plötzlich viel einen Schild das die Durchfahrt verbietet. :-) Also zurück und von hier zu Fuß bis zum Strand. Direkt am Ende des Zugangs befinden sich Tavernen, über deren Außenbereich man gehen muss um zur Kirche Taxiarchis zu gelangen. Sehr geschickt gemacht.

Die im 17. Jahrhundert erbaute Doppelkirche von "Taxiarchis" und "Evaggelistrias" ist mit Fahnen geschmückt und bittet gerade dazu fotografiert zu werden. Eine Doppelkirche direkt am Wasser. Sehr schön. Wir gehen an den anschließenden Tavernen vorbei, bis zu den letzten Häuser in der hufeisenförmigen Bucht. Hier suchen wir uns eine Mauer, setzen uns rauf und schauen auf die langgezogene Bucht.
 
Zum Abschluss unseres Vathi Besuchs gehen wir den Strand auch noch ein Stück in die andere Richtung und kommen bald zum Elies Resort. Dort drehen wir um und machen uns auf den Rückweg zum Auto.
|