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Fahrradtour von Warnemünde nach Kühlungsborn auf dem Ostseeküstenradweg

 

Seebrücke KühlungsbornHeute Morgen ist die Vorfreude auf die anstehende Fahrradtour besonders groß, denn wir haben die schönste uns bekannte Fahrradtour an der Ostsee geplant. Wir wollen auf dem berühmten Ostseeküstenradweg von Warnemünde nach Kühlungsborn fahren. Der Ostseeküstenradweg ist insgesamt über 2000 Kilometer lang. Er führt von Kopenhagen in Dänemark über historische Hansestädte in Deutschland bis nach Danzig in Polen. Es gibt sogar Organisationen die behaupten der Ostseeküstenradweg führt über knapp 8000 Kilometer rund um die Ostsee. Also auch durch Skandinavien. Wie dem auch sei, wir schaffen heute weder die 2000 Kilometer noch die 8000 Kilometer. :-)
Ela mit dem Fahrrad auf der Seebrücke Kühlungsborn

 

Wir wollten ursprünglich die Strecke Kühlungsborn - Warnemünde - Kühlungsborn fahren, aber als wir uns bezüglich einer Schiffstour die Küste entlang erkundigt haben, sind wir darauf aufmerksam geworden, dass die MS Baltica auch Fahrräder transportiert. So lassen sich ja sogar zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Eine Schiffsfahrt an der Ostseeküste und die geplante Radtour an der Ostsee entlang als eine gemeinsame Tour. Stellt sich nur noch die Frage in welcher Reihenfolge? Mit dem Schiff nach Warnemünde und mit dem Fahrrad zurück nach Kühlungsborn oder anders herum. Wir entscheiden uns morgens mit der MS Baltica nach Warnemünde zu fahren. Somit können wir so lange durch Warnemünde bummeln wie wir Lust haben und können uns auf der Rückfahrt so viel Zeit lassen wie wir möchten. Anders herum hätten wir zu einer festen Uhrzeit am Anleger in Warnemünde sein müssen.
Wir sind rechtzeitig an der Seebrücke, an dessen Ende sich die Anlegestelle der MS Baltica befindet. Wir sind nicht die einzigen die auf die Idee kommen die Tour so in Angriff zu nehmen, denn mit uns sind 8 Personen mit ihren Fahrrädern auf der Seebrücke und warten auf die MS Baltica. Von der Seebrücke genießen wir den wunderschönen Blick auf den Strand von Kühlungsborn. In der Ferne sehen wir das Riesenrad auf dem Baltic-Platz.

 

Blick von der Seebrücke zurück nach KühlungsbornBlick von der Seebrücke zurück nach Kühlungsborn

 

 

 

 

 

 

 

 


MS Baltica vor Kühlungsborn Als das Schiff anlegt müssen wir mit unseren Fahrrädern durch alle anderen Passagiere hindurch. Das ist etwas unglücklich geregelt, aber geht wohl nicht anders, denn der Kutter ist ja über 60 Jahre alt und nicht für Rundfahrten gebaut worden. Nun ja wir haben ja alle Urlaub und somit hält sich die Drängelei in Grenzen. An Bord werden uns die Räder abgenommen und im vorderen Bereich abgestellt.
Ela auf der MS Baltica

 

 

 

 

 

Wir suchen uns einen freien Platz am Heck des Schiffes. Nach dem Ablegen haben wir einen tollen Blick von der Ostsee auf die Seebrücke und den Yachthafen von Kühlungsborn.

 

An Bord der MS BalticaMS Baltica verlässt Kühlungsborner Seebrücke

 

 

 

 

 

 

 


 

Ela an Bord der MS BalticaKurz danach kommt Heiligendamm, die Weiße Stadt am Meer, in den Blick. Die prachtvollen Villen sind sehr gut zu erkennen. Als nächstes fahren wir am Gespensterwald vorbei und sind kurz danach auf Höhe des ehemaligen Fischerdorfes Nienhagen. Hinter Nienhagen kommt die Stolteraer Steilküste und ein paar sehr schöne Strände. Auch auf dem Wasser gibt es jede Menge zu beobachten. Die Sonne lacht und es ist angenehm warm.

Gespensterwald von Nienhagen von der MS Baltica

 

Die 1,5 Stunden kurzweilige Fahrt vergeht wie im Fluge und ehe wir uns versehen kommt Warnemünde in Sichtweite. Schon eine Weile vorher sehen wir die großen Fähren und Frachter, die Kurs auf den Hafen von Warnemünde genommen haben.

Warnemünde von Bord der MS BalticaStena Line Fähre und Frachter vor der Hafeneinfahrt Rostock Warnemünde

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Als wir in den „Alten Strom“, dem Hafen für Yachten, Fahrgastschiffe und Fischkutter von Warnemünde, einbiegen fährt parallel zu uns eine Fähre der Stena Line und ein Transportschiff das Rotorblätter für Offshore-Windenergieanlagen geladen hat. Ein imposanter Eindruck. Diese beiden Schiffe fahren natürlich nicht in den „Alten Strom“, sondern in die Einfahrt zum großen Hafen von Warnemünde.

Einfahrt "Alter Strom" WarnemündeEla in Warnemünde

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die MS Baltica hat inzwischen angelegt und wir wollen mit unseren Rädern nicht wieder in das Gedränge und warten deshalb bis alle anderen das Schiff verlassen haben bevor wir mit unseren Fahrräder die MS Baltica verlassen. Wir schieben die Räder ein Stück in die Stadt hinein und schließen sie dann sicher an, um Warnemünde ihn Ruhe zu Fuß erkunden zu können.

 

Die Flaniermeile am „Alten Strom“ bietet ein tolles Flair. Warnemünde war früher ein Fischerdorf und ist heute ein
pulsierender Touristenort mit viel Seefahrer-Charme. Wir schlendern auf der mondänen Strandpromenade entlang bis zur Brücke die den „Alten Strom“ überquert.

Kapitänshäuser am "Alten Strom" in WarnemündeAm "Alten Strom" in Warnemünde

Von der Brücke haben wir einen wunderschönen Blick auf die Fahrgastschiffe und Fischkutter. Dieser Abschnitt westlich am „Alten Strom“ hat für mich am meisten Flair. Alle Straßen drum herum und auch die gegenüberliegende Seite des „Alten Stroms“ wirken mehr touristisch. Der „Alte Strom“ ist nicht etwa wie der Name vermuten lassen würde ein natürlicher Hafen. Der „Alte Strom“ wurde bereits 1423 ausgehoben und dabei mit Bollwerken befestigt. Bis 1903 war der „Alte Strom“ die einzige Schiffszufahrt von der Ostsee zum Hafen Rostock.

Der"Alte Strom" in WarnemündeDer"Alte Strom" in Warnemünde

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auf dem Weg zurück zu den Fahrrädern schauen wir uns die liebevoll renovierten Kapitänshäuser, in denen heute Geschäfte und Gaststätten untergebracht sind, etwas genauer an. Natürlich darf auch ein Fischbrötchen direkt vom Fischkutter nicht fehlen.

Fisch Bröchten Kutter am "Alten Strom" in WarnemündeEla blickt auf den Alten Strom

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ela auf dem Ostseeküstenradweg unterwegs nach KühlungsbornGut gestärkt machen wir uns auf den Weg zu unseren Fahrrädern, um die knapp 30 Kilometer nach Kühlungsborn in Angriff zu nehmen. Dazu fahren wir nach Gefühl Richtung Promenade, auf der wir im letzten Jahr schon mal spazieren gegangen sind. Auf der Promenade schieben wir unsere Räder ein Stück, bis Fahrradfahren wieder erlaubt ist.
Am Ende des Warnemünder Strands ist der Radweg plötzlich gesperrt und wir müssen ein Stück auf einem Radweg an der Parkstraße entlang fahren. Auf Höhe der Kleingartenanlage am Waldessaum fahren wir wieder Richtung Küste und verlassen Warnemünde durch ein Waldstück.
Wir nutzen jeden Stichweg um an den Strand herunter zu fahren. Die ersten Abstecher sind vom Strand her nicht besonders ansprechend aber trotzdem finden sich hier ein paar ruhesuchende Besucher.

Steilküste Nienhagen Ostsee

 

 

Bald endet der Wald und gibt den Blick auf die Küste frei. Wir kommen vorbei am Kap Geinitzort, dass als Tor nach Warnemünde gilt. Hinter dem Kap Geinitzort schließt die Stolteraer Steilküste und die Steilküste Nienhagen an. Hier stoppen wir an einem spektakulären Spot, an dem eine steile Metalltreppe nach unten an den Strand führt. Der Spot gefällt uns sehr gut. Wir genießen den Blick und den warmen Wind der uns hier um die Nase weht.

 

 

Steilküste Nienhagen OstseeStolteraer Steilküste OstseeHolger an der Steilküste Nienhagen

Ela mit dem Fahrrad unterwegs von Warnemünde nach KühlungsbornWeiter geht es bis ins nahegelegene Nienhagen, wo wir unsere Fahrräder vor dem Hotel Nienhäger Strand abstellen und von oben auf den Strand von Nienhagen schauen. In Nienhagen waren wir schon ein paar Mal. Der kleine Ort macht einen sehr gemütlichen Eindruck. Kleiner Tipp, auf dem Parkplatz rechts vom „Strandrestaurant Nienhagen“ befindet sich eine gut gepflegte öffentliche Toilette. Das ist für Radfahrer unterwegs ja immer mal wieder ein Thema. :-)

Ela mit dem Farrad im Ostseebad Nienhagen

 

Hotel Nienhäger Strand - Ostseebad Nienhagen Strand Ostseebad Nienhagen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gespensterwald  Nienhagen OstseeGespensterwald Nienhagen an der Ostsee

 

 

Direkt hinter dem Hotel Nienhäger Strand tauchen wir in den Gespensterwald ein. Seinen Namen erhielt der Gespensterwald durch seine knorrigen, bizarr anmutenden Formen der Bäume. Besonders bei Nebel oder Dunkelheit regen die Formen die Phantasie der Besucher an. Auch am Tage ist der 1943 zum Naturschutzgebiet erklärte Wald mit einer Länge von 1300 Meter und einer Breite von bis zu 600 Meter ein besonderes Stück Natur am Ostseeküstenradweg.
 

 

 

 

Gespensterwald Ostseebad NienhagenHolger im Gespensterwald Nienhagen an der Ostsee

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nachdem wir den Gespensterwald hinter uns gelassen haben fahren wir ein Stück relativ dicht an der Steilküste entlang. Hier ist auch ab und zu mal wieder ein Stück der Steilküste abgebrochen, so dass die Steilküste teilweise mit Netzen stabilisiert wird.

Holger auf dem Ostseeküstenradweg unterwegs nach Kühlungsborn


Börgerende Ostsee

Dort wo die Steilküste endet beginnt die Zufahrt auf den Ort Börgerende. Hier sind in den letzten Jahren immer wieder große Apartment-Anlagen und Ferienhäuser entstanden. Teilweise für die private Nutzung, teilweise zur Vermietung. Wir fahren oben auf dem Deich entlang und schauen rechts auf die Ostsee und links auf Börgerende. Wir haben auch schon mal überlegt eine Ferienwohnung in einer der neuen Apartment-Anlagen in Börgerende zu mieten. Oben mit toller großer Terrasse und Blick über den Deich auf die Ostsee. Die sind auch gar nicht so teuer, aber bis jetzt haben wir uns immer dagegen entschieden, weil Börgerende natürlich doch ein Stück ab vom Schuss ist. Hier hat man seine Ruhe, aber uns ehrlich gesagt etwas zu viel Ruhe.


Strand Heiligendamm OstseeDort wo der Radweg den Deich verlässt, endet auch Börgerende und wir müssen zwischen Börgerende und Heiligendamm ein Stück auf einer öffentlichen Straße fahren. Die Straße ist aber sehr wenig befahren und eigentlich nur von Parkplatzsuchenden Touristen benutzt.

Seebrücke Heiligendamm Ostsee


Holger auf der Seebrücke in HeiligendammEla auf der Seebrücke in Heiligendamm

In Heiligendamm stellen wir unsere Räder am Imbiss Strandpunkt ab und gehen zur Promenade hinauf. Oben angekommen geht es rechts hinunter zum langen Strand von Heiligendamm. Wir aber gehen nach links, entlang dem spannenden Projekt „Die weiße Stadt am Meer“. Heiligendamm ist das älteste Seebad Deutschlands. Bereits 1793 wurde Heiligendamm gegründet. Die Idee dazu hatte Georg Christoph Lichtenberg. Der Professor für Mathematik und Physik erklärte den Nutzen von Meerwasser auf den Körper und stellte die Frage: "Warum hat Deutschland noch kein Seebad?" Damit kam alles ins Rollen. Noch im gleichem Jahr wurde am "Heiligen Damm", einer Erhebung aus Kieseln in der Ostsee, ein Seebad errichtet. Das Seebad wurde sinniger Weise Heiligendamm genannt.

 

Nach und nach stieg die Bedeutung und Anerkennung von Heiligendamm als Seebad. Im 19. und 20. Jahrhundert wurde das Seebad stark vom europäischen Hochadel genutzt. Nach dem zweiten Weltkrieg und zu DDR Zeiten verfielen die teuren Villen. Nach der Wende versuchten sich verschiedene Projekte in der Renovierung der denkmalgeschützten Villen, von denen aber zunächst alle scheiterten.

Die Weiße Stadt am Meer in Heiligendamm


Strand HeiligendammIn den Mittelpunkt der Weltöffentlichkeit rückte Heiligendamm im Jahre 2007 mit der Durchführung des G8-Gipfels.
Das Projekt, dass die über 150-jährigen ehrwürdigen Logierhäuser am Meer endlich zu retten scheint, heißt „Die Weiße Stadt am Meer“. Die Investoren renovieren die Villen nach und nach und bauen in ihnen sehr hochwertige Wohnungen. Wir kommen nun schon ein paar Jahre immer mal wieder nach Heiligendamm und beobachten wie das Projekt voran schreitet. Es wird Villa für Villa in Angriff genommen. Es hat den Anschein, als wenn erst wieder Geld generiert werden muss, bevor  es weiter geht. Insgesamt sollen sieben denkmalgeschützte Villen der so genannten Perlenkette renoviert werden.
Wir sind inzwischen auf der 200 Meter langen Seebrücke von Heiligendamm angekommen und schauen von hier auf die „Weiße Stadt am Meer“. Von hier wirken die Logierhäuser von Heiligendamm besonders schön. Auf der anderen Seite der Seebrücke schließt sich das Grand Hotel Heiligendamm an. Das 5 Sterne Hotel hat auch eine sehr wechselhafte Vergangenheit hinter sich.

Die Weiße Stadt am Meer - Logierhäuser HeiligendammGrand Hotel Heiligendamm

 

 

 

 

 

 

 

 

Nachdem wir diese tolle Gesamtkulisse lange genug genossen haben, nehmen wir das letzte Stück unser heutigen Tour zurück nach Kühlungsborn in Angriff. Der Weg führt uns zunächst noch ein Stück durch den Ort Heiligendamm und kommen dabei auch am Bahnhof der nostalgischen Eisenbahn „Molli“ vorbei. Dabei haben wir Glück und sehen gerade einen Dampfzug, der den Bahnhof verlässt und nach Kühlungsborn fährt.
Nostalgischen Eisenbahn „Molli“Bäderbahn Molli in Heiligendamm

 

 

 

 

 

 

 

 

Dann durchqueren wir ein Stück Wald, bevor wir wieder auf die Küste treffen. Allerdings haben wir hier kaum mal einen Blick auf die Ostsee, denn die Büsche sind in diesem Bereich einfach zu hoch gewachsen. Es gibt ein paar Stopps, die allerdings nur wenig Aussicht bieten, denn auch hier holt sich die Natur die Aussicht zurück.
Als wir kurze Zeit später Kühlungsborn erreichen stoppen wir am Yachthafen, wo wir uns im „Vielmeer“ bei einem kühlen Getränk erfrischen. Diese grandiose Tour hat uns sehr gut gefallen. Zunächst mit der MS Baltica nach Warnemünde zu fahren war sicher auch die richtige Entscheidung. Dadurch hatten wir auf dem Rückweg keinerlei Zeitdruck und konnten dieses schöne Stück des berühmten Ostseeküstenradwegs in Ruhe genießen.

Erfrischung im Vielmeer Restaurant im Yachthafen Kühlungsborn

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