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Alle guten Dinge sind drei, hoffen wir zumindest. Dies ist unsere dritte Orient Kreuzfahrt mit Bahrain als Hafen. Aber wir haben Bahrain noch nie betreten. Bei unserer ersten Orient Kreuzfahrt wurde die von uns gebuchte Biketour kurzfristig von den Bahrainer Behörden abgesagt. Alle anderen Ausflüge die uns halbwegs interessiert haben waren zu dem Zeitpunkt leider schon ausgebucht. Bei unserer zweiten Orient Kreuzfahrt haben wir wieder die Biketour gebucht und haben es immerhin bis in den Bus geschafft, der uns zum Startpunkt unserer Biketour bringen sollte. Nachdem wir im Bus aber 3 Stunden im Stau verbracht haben, da an dem Tag der internationale Triathlon von Bahrain stattfand und alle Straßen total verstopft waren, wurde die Biketour abgesagt und wir kehrten unverrichteter Dinge wieder zurück zum Schiff.
Da wir ja lernfähig sind, haben wir diesmal nicht die Biketour gebucht, sondern uns für die Große Bahrain Tour mit dem Bus entschieden. :-) Um die Spannung gleich kaputt zu machen, ja die Tour hat stattgefunden und wir haben Bahrain tatsächlich betreten. Erster Besichtigungspunkt unserer Tour war die Al Fateh Moschee in Manama, der Hauptstadt von Bahrain.

Die 1988 fertiggestellte Al Fateh Moschee ist mit einer Länge von 100 Metern und einer Breite von 75 Metern die größte Moschee in Bahrain. Benannt wurde sie nach Ahmed Al Fateh dem Eroberer Bahrains. Laut Ausflugsbeschreibung war ein Besuch der Moschee gar nicht vorgesehen. Eigentlich sollte hier nur ein Fotostopp stattfinden. Umso erstaunter waren wir als unser Reiseleiter von 45 Minuten Aufenthalt sprach. Eine Führung war auch organisiert. Blöd nur das wir keine Moschee tauglichen Klamotten an hatten, da wir ja nicht damit gerechnet haben die Moschee zu betreten.

Nun gut die Knie und Schultern bei Männern und Frauen müssen bedeckt sein, waren sie natürlich nicht, aber kein Problem es gibt kostenlos frisch gereinigte akkurate Kleidung. Hübsch verpackt beginnt unsere Führung durch die Al Fateh Moschee. Unsere Führerin weißt uns auf die vielen hochwertigen Materialien hin die hier verarbeitet worden sind. Marmor aus Italien, Kronleuchter mit Swarovski-Kristallen, Lampen aus Frankreich, handgeschnitzte Teakholz Türen aus Indien … Für mich besonders auffällig die Kuppel mit einem Durchmesser von 24 Metern und den 12 bemalten Fenstern, die ein buntes, weiches Licht in die Gebetshalle fallen lassen.

Am Ausgang der Moschee hat die in der Moschee ansässige Mission des Ahmed Al-Fateh Islamic Center einen Stand aufgebaut an dem für Verständnis und Zusammenleben zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen geworben wird. In der heutigen Zeit eine sehr wichtige Aufgabe, wenn sie ernsthaft betrieben wird. Darüber kann ich mir kein Urteil erlauben. Es lagen kostenlose Hefte aus, die den Islam erklären und auch eine kostenlose Übersetzung des Korans war dort zu haben.
Unsere Tour ging weiter zum Nationalmuseum von Bahrain. Dem Museum gegenüber war ja zunächst doch ein wenig skeptisch. Ein Museum in einer Tagestour in der möglichst viel von Bahrain gezeigt werden soll? Na schauen wir mal….

Bereits nach betreten des größten öffentlichen Museums in Bahrain sind wir positiv überrascht. Wir hatten eher mit inhaltlich verstaubten Ausstellungen gerechnet, aber weit gefehlt.

Die 27.800 Quadratmeter Ausstellungsflächen sind hochmodern in Szene gesetzt. Wobei in Szene gesetzt es gut trifft. Die Themen sind optisch aufbereitet und größtenteils durch Lebensszene aus der damaligen Zeit veranschaulicht. Die Themen lauten Archäologie, antike Zivilisation, Kultur und Lebensstil. Aber auch Bahrains Flora und Fauna kommen nicht zu kurz. Rundum ein wirklich gelungenes Museum.
 
Wir fahren weiter zum Fort von Bahrain und dazu fahren wir quer durch die Innenstadt von Manama der Hauptstadt von Bahrain und schauen uns dabei die markantesten Gebäude der Stadt an. Bedingt durch die Spiegelungen der Busscheibe haben die Bilder leider nicht die gewohnt Qualität. Sorry dafür..
 


Am Fort angekommen sind wir froh, dass wir uns bei dem schönen Wetter wieder draußen aufhalten können. Das Fort von Bahrain das man heute besichtigen kann, ist aus dem 16. Jahrhundert und wurde von den Portugiesen errichtet, die zu der Zeit der Herrschaft über diese Region inne hatte. Das Fort Bahrain errichteten die Portugiesen dort wo sich einst die Hauptstadt von Bahrain, Qal'at al-Bahrain, befand.


 
Qal'at al-Bahrain ist eine archäologische Stätte auf Bahrain, deren Ursprung bis 2.000 Jahre vor Christus zurück reicht. Von Qal'at al-Bahrain ließen sich die Handelsrouten zwischen Asien, Europa und Afrika bestens kontrollieren. Seit 2005 zählt Qal'at al-Bahrain zum Weltkulturerbe der UNESCO. Die Ruinen der Stadt Qal'at al-Bahrain sind auf einer Fläche von etwa 300 mal 600 Metern verstreut und werden nach und nach freigelegt. Über allem thront die Festung Qal'at al-Bahrain. Sie ist die krönende Spitze und sehr gut restauriert. Zum Schluss der Führung gehen wir auf den höchsten Punkt des Fort Bahrains. Von hier haben wir einen tollen Blick über die Anlage und auf die 6 Kilometer entfernte Skyline von Manama.
Wie das immer so ist auf solch organisierten Touren. Es gibt Spots die einen mehr interessieren und Spots die einen weniger interessieren. Der Nächste, eine Kamelfarm interessierte mich von Anfang an weniger.

Die Kamele sind in Bahrain Prestigeobjekte und werden auch als solche hier gehalten und gezüchtet. Um es vorweg zu nehmen, ich denke schon, dass es den Tieren hier nicht schlecht geht. Aber aus meiner Sicht macht es keinen Sinn die Tiere hier gefangen zu halten, damit andere sie ansehen können und an Hand der Anzahl der Tiere den Reichtum des Besitzers bestimmen kann. Die männlichen Kamele sind von den restlichen getrennt und an eine 2m lange Kette gelegt, damit sie sich gegenseitig nicht beißen.

Alle anderen Kamele sind nach verschiedenen Kriterien in Gruppen von 4-8 Tieren zusammengesperrt. Mit 20 Minuten war der Stopp hier zum Glück kurz bemessen. Uns wurde noch mit auf den Weg gegeben die Tiere nicht zu füttern oder zu streicheln. Natürlich hielten sich nicht alle dran, aber als wir in den Bus stiegen gab es keine Verletzten zu beklagen. :-))
Der nächste Stopp war noch überflüssiger. Das Al-Jasra-Handwerkszentrum. Hier wird die traditionelle Handwerkskunst der Bahrainer gezeigt und natürlich entsprechende Gegenstände verkauft. Mir kommt das ganze recht touristisch vor. Da erschien mir das Heritage Village, in Abu Dhabi deutlich authentischer und hat mir auch von der Qualität der Waren deutlich besser gefallen. Die Zeit für diesen Stopp hätte AIDA deutlich besser investieren können.


Als letzten Stopp kommen wir zum King Fahd Causeway. Es handelt sich um eine 25 Kilometer lange Damm- und Brückenkonstruktion, die auch vorhandene Inseln mit eingebunden hat. Der King Fahd Causeway wurde zwischen 1981 und 1986 gebaut und verbindet den Inselstaat Bahrain mit Saudi Arabien.

Die Grenze zwischen Saudi Arabien und Bahrain befindet sich genau in der Mitte des King Fahd Causeways. Dazu wurde eine künstliche 66 Hektar große Insel aufgeschüttet, auf der sich die Grenzstation befindet. Die Fahrt über den King Fahd Causeway hat ein bisschen was von der Fahrt auf dem Overseas Highway, dem südlichsten Abschnitt des U.S. Highways 1, nach Key West in Florida.
Leider ist der Aussichtsturm, von dem man den King Fahd Causeway von oben betrachten kann, wegen Renovierungsarbeiten geschlossen. Schade, der Blick von da oben hätte den Gesamteindruck sicher gut abgerundet. Aber auch so haben wir einen guten Überblick über dieses interessante Bauwerk bekommen.


Ein interessantes Detail hat uns unsere Führerin erzählt. In Saudi Arabien dürfen Frauen ja bekanntlich kein Auto fahren. In Bahrain ist das problemlos möglich. Wenn eine Frau jetzt also alle von Bahrain zur Grenze fährt, muss sie entweder einen Fahrer aus Saudi Arabien haben oder kommt nicht über die Grenze. Unsere Tour geht zu Ende und wir sind froh endlich etwas von Bahrain gesehen zu haben. Allerdings hat uns das gesehene nicht gerade restlos begeistert. Bahrain ist aus unserer Sicht die am wenigsten attraktivste Destination.
 
Das Auslaufen, inklusive herrlichen Sonnenuntergang erleben wir natürlich wieder an der Ocean-Bar.
 
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