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Unser letzter Barcelona Besuch ist schon einige Jahre her, umso schwieriger war die Tagesplanung. Barcelona bietet so viele Highlights das es unmöglich ist alles an einem Tag zu sehen. Es stellt sich also die Frage wollen wir möglich viele Spots sehen oder picken wir uns ein paar Spots heraus. Letztendlich entschieden wir uns mit der Innenbesichtigung der Sagrada Familia inklusive des Passionsturms ein großes Highlight zu setzen und drum herum ein paar weitere Spots einzuplanen. Um aus dem Hafen vom Barcelona herauszukommen wollten wir eigentlich die Blauen Cruise Busse nutzen die vom Hafen angeboten werden und die uns für 4,5€ hin und zurück bringen sollten. Sollten, denn wir standen eine Weile herum und haben auf solch einen Bus gewartet, aber es kam keiner. Also sind wir in ein Mein Schiff Shuttle gestiegen. Der hat zwar 9€ hin und zurück gekostet, aber die paar Euro spielen bei solch einer Reise keine Rolle mehr und wir hatten keine Lust mehr zu warten, schließlich gibt es viel zu besichtigen in Barcelona. Egal welchen der Busse ihr nehmt, die halten beide am sogenannten World Trade Centre.

Vom World Trade Centre gehen wir am Kolumbus Denkmal vorbei zur berühmten Straße La Rambla. Das 60 Meter hohe Kolumbus Denkmal wurde 1888 anlässlich der Weltausstellung errichtet und erinnert an die Rückkehr von Kolumbus von seiner ersten Reise in die Neue Welt. Gleich am Anfang der La Rambla befindet sich die Metro Station Drassanes, etwa 600 Meter vom World Trade Centre entfernt. Das Metro System in Barcelona ist unkompliziert und perfekt ausgeschildert. Einzig das Ticketsystem ist für Touristen etwas unglücklich. Tageskarten gibt es nicht, nur 48 Stundentickets. 10er-Karten gibt es auch nicht, nur mit eine APP als personalisierten Tickets. Das bringt uns auch nichts, also kaufen wir für 2,65€ Einzeltickets und fahren mit der grünen Linie L3 bis zum Placa Espanya.
Von der Placa Espanya haben wir freien Blick auf den Springbrunnen de Montjuic, der leider aus Gründen der Wasserersparnis nicht mehr betrieben wird. Das ist sehr schade, denn der bedeutendste Brunnen war eins der Highlights Barcelonas. Im Hintergrund überstrahlt das imposante Kunstmuseum alles. Die Straßen sind gesperrt, hier findet morgen ein Festival statt.

Unser Ziel am Spanischen Platz ist die Arenas de Barcelona, alte Stierkampfarena, die heute ein Einkaufzentrum ist. Heute ist Sonntag und die Geschäfte haben alle geschlossen, was für uns kein Problem ist, denn wir wollen nicht shoppen, sondern von der Terrasse die Aussicht genießen. Der Fahrstuhl der außen hinaufführt ist außer Betrieb, also fahren wir innen die Rolltreppen hinauf. Auf der Terrasse können wir einmal komplett um die alte Stierkampfarena herumgehen und den Blick in alle Richtungen genießen. Der Blick Richtung venezianische Türme, dem Kunstmuseum und dem Spanischen Platz ist sicher der schönste, aber leider wird der Kreisel mit dem Brunnen Font dels Tres Mars gerade komplett renoviert.


Für uns heißt es die Uhr etwas im Blick zu haben, denn wir haben um 12:30 Uhr Karten für die Innenbesichtigung der Sagrada Familia und um 13:15 Uhr für den Passionsturm. Da wir vorher einmal um die Sagrada Familia herum gehen wollen und uns diese grandiose Kathedrale in Ruhe von außen ansehen wollen, machen wir uns schon jetzt auf den Weg. Mit der Metro L1 fahren wir bis Univertitat wo wir in L2 umsteigen und weiter bis Sagrada Familia fahren. Den richtigen U-Bahn Ausgang finden wir sehr leicht, denn der ist mit einem kleinen Bild mit der Kathedrale gekennzeichnet. Zunächst gehen wir in den kleinen Park, der dem Eingang gegenüberliegt und machen von dort ein paar schöne Bilder mit dem Teich im Vordergrund.

Die schönsten Außenaufnahmen von der Sagrada Familia kann man aber meiner Meinung nach von der gegenüberliegen Seite, also dort wo sich der Ausgang befindet, machen. Bereits 1882 begann der Bau der Basilika unter dem Architekten Antoni Gaudí und ist bis heute nicht abgeschlossen. Nach ihrer Fertigstellung wird die Sagrada Familia 18 Türme haben. Die 18 ist keine zufällige Zahl. 12 Türme für die zwölf Apostel, 4 Türme für die vier Evangelisten (Matthäus, Markus, Lukas und Johannes), ein Turm für die Jungfrau Maria und der mit 172 Meter höchste Turm, der Jesusturm. So es ist kurz nach 12 Uhr und wir stellen uns schon mal in die Reihe. Nach der Kartenkontrolle kommen wir zur Sicherheitskontrolle. Die Taschen werden durchleuchtet und wir müssen durch eine Sicherheitsschleuse. Als wir das geschafft haben, kommen wir zu der Plattform die zum Eingang führt.
Vor unserem Besuch haben wir uns die Sagrada Familia App und den darin enthaltenen Audio-Guide heruntergeladen. Um es vorweg zu nehmen, die App und der Guide sind super. Sehr detailliert und benutzerfreundlich. Die ersten drei Audio-Guide Punkte sind noch außerhalb der Basilika. Bei den ersten beiden Spots geht es um Antoni Gaudí und die Idee die hinter der Sagrada Familia steht. Der dritte Audio-Guide Punkt befasst sich mit der Eingangsfassade. Die Fassaden haben alle ein eigenes Thema. Die Eingangsfassade ist nach Osten ausgerichtet und stellt die Geburt, die Kindheit und das Leben als Erwachsener da. Die Skulpturen und Ornamente sind sehr detailgetreu und fassettenreich.
Nun geht es für uns aber rein in die Sagrada Família. Hier weiß ich gar nicht wie ich das was ich sehe beschreiben soll. Der erste Eindruck ist so überwältigend, dass mir die Worte fehlen.
 
Der Audio-Guide erklärt, dass Antoni Gaudí sich von der Natur beeinflussen lassen hat. Vor allem von Bäumen und Wäldern. Okay auf die Idee wäre ich nicht gleich gekommen, aber wenn man es weiß kann man es nachvollziehen. Die Säulen aus Granit und Basalt gehen nicht einfach als Stütze nach oben, sondern verzweigen sich wie Äste. Nach Antoni Gaudí‘s Tod im Jahre 1926 haben sechs Nachfolger versucht die Kathedrale im Sinne von Antoni Gaudí zu Ende zu bauen. Aktuell versucht sich Jordi Fauli i Oller daran.
  
 

Der große lichtdurchflutete Innenraum wird durch die bunten Fenster in vielen verschieden Farben versetzt. Durch die eine Seite schimmert das Licht Gelb, Orange, Rot und durch die andere Seite Grün, Blau.
 
Nach 45 Minuten haben wir unseren nächsten Termin, die Besichtigung des Passionsturms. Mit der Innenbesichtigung sind wir noch nicht ganz durch, aber das ist kein Problem, wir kommen nach der Besichtigung des Passionsturms wieder hier unten raus und können den Audio-Guide an der gleichen Stelle fortsetzen.
Für die Besichtigung des Passionsturms müssen wir vorher alle Taschen abgeben. Der Turm ist schlichtweg zu eng für Rucksäcke. Den Turm hinauf geht es mit dem Fahrstuhl, hinab müssen wir über eine sehr enge Wendeltreppe. Oben angekommen gibt es drei verschiedene Spots von denen man ein paar andere Türme aus der Nähe betrachten kann und auch mal auf die Stadt schauen kann.
  
Der Bau der Sagrada Família wird im Übrigen ausschließlich durch Spenden und Eintrittsgelder finanziert. Der Audio-Guide vergisst natürlich nicht auf das Thema Spenden hinzuweisen und auch in der App hat man die Möglichkeit dazu. :-) Der Plan war, den Bau 2026, zum 100. Todestag Gaudís, fertigzustellen. Das kann ich mir allerdings beim besten Willen nicht vorstellen.
  
Nachdem wir die Besichtigung des Turms beendet haben, schauen wir uns noch die offenen Punkte im Innenraum an. Zum Abschluss unserer Innenbesichtigung gehen wir noch einmal ganz ans Ende, dorthin wo der gesamte Innenraum zu bewundern ist.

 
So langsam wird es Zeit die Sagrada Família zu verlassen. Nachdem wir draußen sind, haben wir noch einen letzten Spot, die Passionsfassade an der Westseite der Sagrada Família, dort wo sich der Ausgang befindet. Die Passionsfassade ist mit Skulpturen und Ornamente zu den letzten Tagen und dem Tod von Jesus verziert.
Die Innenbesichtigung der Sagrada Família hat sich absolut gelohnt. Wir haben insgesamt gute drei Stunden bei der Basilika verbracht.
Danach sind wir mit der Metro L2 zurück zur Station „Passeig de Gràcia“ gefahren. Dort stehen mit dem Casa Batlló und dem Casa Mila weitere Meisterwerke des Architekten Antoni Gaudí. Das Casa Batlló wurde 1904 erbaut. Die geschwungenen Formen und bunten Mosaike machen seine Fassade einzigartig. Die Balkone sehen aus wie Augen. Das Verspielte soll innen genauso weiter gehen, wir haben uns aber mit der Außenansicht begnügt.
 


Das Casa Mila steht auf der gleichen Straße, 500 Meter entfernt. Das Casa Mila wude zwischen 1906 und 1912 erbaut. Hier fehlt mir mal wieder das Verständnis für Kunst. Für mich macht das Gebäude nicht viel her. Ja es hat keine geraden Linien und die Fenster sind so unregelmäßig, dass man denkt da hat sich jemand vermessen, aber außer den hübschen Balkongittern kann ich an dem Gebäude nicht viel finden.
 
Das ist auch ganz gut so, denn somit können wir zügig weiter in die nahegelegene U-Bahn Station Diagonal. Um von hier zum Gotischen Viertel zu gelangen müssen wir einmal umsteigen, um dann mit der L4 bis Jaume I zu fahren. Von hier durchstreifen wir die engen, labyrinthartigen Gassen des Gotischen Viertels. Als erstes kommen wir zur Kathedrale von Barcelona oder La Catedral. Die Kathedrale wurde zwischen dem 13. und 15. Jahrhundert erbaut. Heute befindet sich hier der Sitz des Erzbischofs von Barcelona. Die Kathedrale ist beeindruckend, aber nach dem Besuch der Sagrada Família reizt uns die La Catedral weniger. Sicher tue ich der La Catedral unrecht, aber für heute reicht es an Innenbesichtigungen.

Wir gehen an dem Palast der Generalität von Katalonien entlang und unter der Pont del Bisbe, einer wunderschönen gotischen Holzbrücke, hindurch. Die Brücke verbindet zwei Gebäude, die zum Palast der Generalität von Katalonien gehören, miteinander.

Kurz dahinter kommen wir zum Placa de Sant Jaume. An dem Platz befindet sich der Haupteingang des Palasts der Generalität von Katalonien oder Regierungsgebäude von Katalonien und auf der gegenüberliegen Seite steht das Rathaus von Barcelona.
Unser nächstes Ziel ist die Plaça Reial, ein schöner Platz mit einem Brunnen und einigen Palmen. Ein Ort der Ruhe im hektischen Barcelona. Zumindest wenn keine Besuchergruppen über den Platz geschleift werden. Um den Platz herum haben sich Cafés, Restaurants und Bars angesiedelt.
 
Vom Plaça Reial kommen wir direkt zur La Rambla, hierbei handelt es sich um eine berühmte Flaniermeile. Restaurants werben hier um Kunden, wir lehnen höfflich ab und gehen weiter Richtung Kolumbusstatue, wo wir wieder am Ausgangspunkt unserer Tagestour angekommen sind.
 
Wir lassen das ausgesprochen hübsche Finanzamt rechts liegen und gehen hinunter zum Wasser. Hier sehen wir auch die Telefèric del Port, die Hafen-Seilbahn. Diese Seilbahn verbindet den Strand von Barcelona mit dem Montjuïc-Berg. Leider kann man nicht mehr an der Mittelstation ein und aussteigen, dann hätte es noch eine kleine Chance gegeben diese Seilbahn in den Tag mit einzubauen. Aber man muss sich in Barcelona so oder so für ein paar Spots entscheiden. Wie oben bereits beschrieben ist es unmöglich Barcelona an einem Tag zu besichtigen. Nicht mal im Ansatz.
 

Inzwischen sind wir wieder an der Shuttle Bus Haltestelle am World Trade Centre angekommen. Der Bus steht zum Einsteigen bereit und kurze Zeit später fahren wir zurück zur Mein Schiff Relax. Mit uns im Hafen heute die Allure of the Seas und die Costa Smeralda. Im Gegensatz zu Marseille war es heute in Barcelona nicht extrem voll. In Barcelona verteilen sich die Leute auf Grund der vielen Highl ights einfach besser. Wieder an Bord geht es natürlich ans Heck zur Bar 17. Von hier haben wir noch einmal einen schönen Blick auf die Stadt. Auch die Sagrada Família ist gut zu erkennen.
 
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