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Heute können wir den Tag etwas ruhiger angehen. Die MS Amina erreicht Melk um 9:00 Uhr. Somit können wir in Ruhe frühstücken und uns entspannt fertig machen. Wir gehen heute zu Fuß vom Anleger nach Melk. Die Amina hatte nur das Stift Melk als Ausflug im Angebot und wir wollen auf jeden Fall auch den Ort Melk ansehen.

Die Amina liegt heute sehr fotogen am Anleger, dass nutze ich natürlich aus und mache erstmal Bilder von allen Seiten.
 
Danach gehen wir an den Schiffen vorbei bis zum Restaurant Mole Melk. Hier befindet sich ein großer Parkplatz und der Campingplatz von Melk. Vom Restaurant geht es nun ca. 500 Meter auf einem Fußweg in Richtung Melk. Wir erreichen die Melker Hubbrücke, die 1937 über den Melker Donauarm errichtet wurde. Zunächst wurde die St. Leopold Brücke per Seilzug von 16 Männern bedient, bevor sie 1952 auf Elektroantrieb umgestellt wurde. Links neben der St. Leopold Brücke befindet sich ein perfekter Aussichtspunkt auf das Stift Melk. Das Licht ist zwar nicht ganz optimal, wir haben noch leichtes Gegenlicht. Trotzdem ist der Blick auf das über dem Ort thronende Stift Melk sehr schön. Meinen Eltern reicht der Blick, sie entscheiden von hier an nicht weiterzugehen und stattdessen den Blick auf das Stift von einer Bank im Schatten zu genießen.
 
Ela und ich gehen über die St. Leopold Brücke in den Ort Melk hinein und erreichen bald den Hauptplatz, über dem das Stift Melk zu schweben scheint. Das schönste Gebäude am Hauptplatz ist die alte Poststation aus dem Jahre 1792. An der Fassade sind beeindruckende Stuckreliefs, die den Götterboten Merkur und Porträts von Postmeistern zeigen. Außerdem sind Darstellungen der Landwirtschaft, des Kriegs- und Postwesens zu sehen.
 


Vom Hauptplatz führt eine Gasse bis zum Rathaus, das als solches zunächst gar nicht zu erkennen ist. Im Mittelalter befanden sich hier ein Schankhaus und eine Fleischbank. Gegenüber vom Rathaus befindet ein netter Platz mit einem Brunnen und mehreren Cafés und Restaurants.
 
Als nächstes wollen wir uns doch das Stift Melk mal etwas genauer ansehen. Dazu suchen wir uns den Treppenweg, der zum Stift hinaufführt. Bereits das Eingangsportal des Stift Melk ist sehr imposant. Das Stift wurde 1089 gegründet und wird seitdem ununterbrochen von Benediktinermönchen bewohnt. Durch das Eingangsportal gelangen wir in den Torwartlhof, wo sich auch das Gebäude mit dem Ticketschalter befindet.

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Für die Innenbesichtigung haben wir keine Zeit mehr. Also schauen wir uns im öffentlichen Bereich um. Wir sind ganz erstaunt, dass der nächste Innenhof, der Prälatenhof, kostenlos betreten werden darf. Um dorthin zu gelangen, müssen wir durch ein großes zweistöckiges Gebäude gehen. Der Prälatenhof ist mit 84m x 42m ein Mächtiger Hof, in deren Mitte ein Springbrunnen steht. Seitlich sind einige große Türen zu sehen, von denen die meisten nicht verschlossen sind. Am Ende des Hofes auf der linken Seite steht eine Tür weit offen, wir gehen hinein und stellen fest das es der Eingang zum Stiftsmuseum ist. Niemand ist hier und kontrolliert Tickets, es wäre also kein Problem, dass wir uns weiter umsehen. Fühlt sich aber falsch an, also drehen wir um und verlassen die Innenhöfe des Stifts wieder. Im Außenbereich gibt es noch zwei Gartenanlagen. Für den Stiftspark mit seinem barocken Gartenpavillon benötigt man eine Eintrittskarte. Das finde ich reichlich überzogen, für die paar Blumen. :-) Außerdem gibt es noch den kostenlosen Bereich mit dem Stiftsrestaurant. Diesen Bereich schauen wir uns kurz an. Die Gartenanlage ist top gepflegt, jedes Blatt wird sofort aufgefegt und anschließend wird alles fein säuberlich geharkt. Am Ende befindet sich eine Treppe, von der wir einen schönen Blick auf einen Teil des Gartens und das Stift haben.
Langsam wird es Zeit zum Schiff zurückzukehren. Wir gehen also durch Melk, überqueren die St. Leopold Brücke, sammeln dort meine Eltern ein und nehmen die 500 Meter zurück zum Schiff in Angriff.
 
Als wir die Amina erreichen, ist es 12:15 Uhr, wir haben also noch 45 Minuten, bis die MS Amina die Stadt Melk verlässt. Na dann suchen wir uns doch direkt einen schönen Platz auf dem Sonnendeck. Kurz vor uns legt unser Schwesternschiff die Amelia ab und fährt gemütlich an uns vorbei. Die Amelia begleitet uns von jetzt an auf unserem Rückweg nach Passau.

 
Pünktlich um 13:00 Uhr legen wir zum letzten Mal auf unserer ersten Flusskreuzfahrt ab und nehmen die letzten 187 Kilometer zurück nach Passau in Angriff. Natürlich bleiben wir an Deck und genießen das geniale Wetter und die tolle Aussicht.
Natürlich durchfahren wir auch wieder ein paar Schleusen. Eine ganz besondere Schleuse ist die Schleuse Persenberg mit dem gleichnamigen Schloss am rechten Uferrand. An der Einfahrt ist der Zug der Nibelungen als Steinreliefs des österreichischen Bildhauers Oskar Thiede dargestellt.
 
 
Als nächstes kommt das Denkmal Donauwirbel und das ist der Vorbote für einen weiteren Höhepunkt, dass Durchfahren des Donauwirbels. An der Einfahrt des Donauwirbels thront auf einen fotogenen Felsen die 1256 erstmals erwähnte Burg Werfenstein. Die Burg Werfenstein war Teil eines alten Maut- und Sicherungssystems entlang der Donau. Auf der Gegenüberliegenden Seite stand auf der Donauinsel Wörth die Burganlage Wörth. Wenn die Schiffe keinen Zoll zahlten, ließ sich von den Burgen aus die Donau mit Ketten für die Schifffahrt sperren. Heute dient die Burg als privater Alterswohnsitz. Die Durchfahrt durch den Donauwirbel ist spektakulär. Die Kurven sind für die langen Kreuzfahrtschiffe schon sehr eng. Gefühlt fährt das Bug nach Backbord und das Heck Steuerbord.
 
Im weiteren Verlauf des Tages folgen der Ort Grein an der Donau und das hübsche Schloss Dornach.
 
So langsam wird es dann auch Zeit das wir uns frisch machen. Heute ist ja leider schon der letzte Abend und das große Galadinner steht auf dem Programm. Das bedeutet, dass die Auswahl noch umfangreicher ist und die Speisen noch einmal hochwertiger sind als an den anderen Tagen. Zum Schluss gibt es auch noch die berühmte Eisbombe, die so wie damals auf dem „Traumschiff“ serviert wird.
Im Laufe des Abends findet noch eine Tombola zu Gunsten der Crew statt. Lose dazu konnten im Laufe des Tages gekauft werden. Bernd und sein Team haben ein paar nützliche und viele sehr lustige Geschenke zusammengesammelt. Bei der Verlosung unterstreicht Bernd noch einmal sein Unterhaltungstalent. Wir lassen den Abend bei einem Getränk ausklingen und plaudern über die Erlebnisse der letzten Tage. Am nächsten Tag erreichen wir gegen 8:30 Uhr Passau. Im Gegensatz zur Einschiffung erfolgt die Ausschiffung nicht in der Altstadt von Passau, sondern am Anleger Lindau, etwas außerhalb von Passau. Nach dem letzten Frühstück an Bord der Amina bringt uns der Bus gegen 9:30 Uhr zum Bahnhof nach Passau. Von hier geht es mit der Bahn zurück nach Hause. Die Bahnreise war eine ganz eigene Geschichte, aber darüber hülle ich den Mantel des Schweigens…
Fazit: Unsere erste Flusskreuzfahrt hat uns sehr gut gefallen. Allein hätten wir die Donaukreuzfahrt sicher noch nicht gebucht, aber meine Eltern haben sich uns als Begleitung zur Diamantenen Hochzeit gewünscht. Wir dachten im Vorfeld wir sind noch zu jung für eine Flusskreuzfahrt, aber das stimmt nicht. Wenn man eine Flusskreuzfahrt unternimmt, muss man auf jeden Fall noch gut zu Fuß sein. Allein um das Schiff zu verlassen, muss man oftmals durch andere Schiffe hindurch gehen, teilweise auch über das Sonnendeck des anderen Schiffs, also Treppe hoch und Treppe runter. Wenn man nicht mehr gut zu Fuß ist, ist das ganz schön anstrengend. Auch an den Destinationen muss man eigentlich immer größere Distanzen zurücklegen. Also falls ihr Interesse an einer Flusskreuzfahrt habt, kann ich euch empfehlen rechtzeitig eine Flusskreuzfahrt zu unternehmen. Die Qualität der Speisen und der Service war ganz hervorragend. Den Service haben wir sogar besser empfunden als bei der Mein Schiff Flotte und das war für uns immer der Maßstab. Die ganze Organisation war super. Die Anreise und die Abreise waren perfekt organisiert. Auch alles andere passte. Das die Abendunterhaltung mit einem Alleinunterhalter an Bord kaum anders zu gestalten ist, muss jedem klar sein.
Zurückgelegte Distanzen: Passau – Dürnstein 217 km Dürnstein – Esztergom291 km Esztergom – Budapest71 km Budapest – Bratislava222 km Bratislava – Wien65 km Wien – Melk108 km Melk – Passau 187 km Gesamt1161 km
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