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Die „Mein Schiff Relax“ wurde erst kurz vor unserer Kreuzfahrt in Dienst gestellt. Die mein Schiff Relax ist aktuell das größte Kreuzfahrtschiff der Mein Schiff Flotte. Mit max. 3984 Passagieren passen 1090 Passagiere mehr auf die Relax, als auf die Mein Schiff 1+2 und 1550 mehr als auf die Mein Schiff 3-7. TUI-Cruises begründet die Abweichung von der Nummerierung als Namen, man wolle eine größere emotionale Bindung zu den Gästen aufbauen und den individuellen Charakter des Schiffes hervorheben. Aha ja… In meinen Augen nicht durchgängig, wenn das so gesehen wird, hätte man auch früher darauf kommen können. Das Schwesternschiff der Relax wird „Mein Schiff Flow“ heißen. Der Größenunterschied zu den anderen Schiffen der Mein Schiff Flotte wird bereits auf den ersten Blick deutlich. Wir sind bereits um 5:10 Uhr ab Hannover geflogen und waren bereits um 9:00 Uhr auf dem Schiff. Nach einem gemütlichen Frühstück hatten wir genug Zeit das Schiff zu erkunden, bis um 12:00 Uhr unsere Kabine fertig war. Vor der Reise hatten wir überall von einem komplett neuen Schiff gelesen, na wollen wir mal sehen…
Wir beginnen unseren Rundgang auf Deck 3 an der Bordreiseleitung und Rezeption. Gleich daneben die Leselounge. Farblich ist im öffentlichen Bereich alles ziemlich ähnlich, so auch hier im offenen Treppenhaus, dass es auf den anderen Schiffen auch gibt. Neu auf Deck 3 ist die Barista Bar, eine Bar die in erster Linie für einen Kaffee genutzt wird und an der wir oftmals führende Crewmitglieder gesehen haben.

Auf Deck 4, um das Treppenhaus herum, die Mein Schiff Bar und das Mein Schiff Bistro, beides hat rund um die Uhr geöffnet. Das Bistro vom Design eher schlicht, die Bar wiederum sehr gemütlich.
 
Kurz dahinter auf der Steuerbordseite befindet sich der Landausflugschalter und die Reisewelt, wenn man an Bord gleich die nächste Reise buchen möchte. Sehr nett mit einem Tuktuk dekoriert. Auf gleicher Höhe auf der Backbordseite befindet sich das Atelier und ein Tattoo Studio, das nur temporär geöffnet hat.

Das Heck des Deck 4 wird von der Atlantik Bar und dem Atlantik Restaurant eingenommen. Das Atlantik Restaurant ist zum Abendessen, wie auf allen Schiffen der Mein Schiff Flotte, ein Bedienrestaurant. Hier wird abends ein sehr gutes 5 Gänge Menü mit mehreren Wahlmöglichkeiten serviert.
Die Qualität und der Service waren wieder einmal perfekt. Wir haben hier 9 von 9 Abenden gegessen und waren immer sehr zufrieden. Das Atlantik Restaurant zieht sich über 2 Decks und zum Abendessen ist auf Deck 4 und 5 alles gleich.
 
Beim Frühstück wiederum ist auf Deck 4 Büfett und auf Deck 5 A la Carte. Hier komme ich zum einzigen richtigen dickem Kritikpunkt beim Atlantik. Das Frühstück Büffet auf Deck 4 ist viel zu klein. Alle Gäste drängeln sich in einer Ecke und diese Ecke ist deutlich zu klein. Das ist auf den anderen Schiffen deutlich besser gelöst. Dort gibt es auf jeder Seite ein Büffet und die Gäste teilen sich auf, es gibt kein Gedränge und keine Schlangen. Wir hatten auf der Reise sehr oft das Glück direkt am Fenster sitzen zu können. Das war natürlich reiner Zufall. Als Zugabe haben wir einmal Delfine und einmal sogar einen Wal gesehen, der sogar vom Kapitän angesagt wurde. Scheint also nicht so oft vorzukommen.
Aber zurück zum Schiff und dem Rest vom Deck 4. Vor dem Treppenhaus in Richtung Bug befindet sich auf der Steuerbordseite der Neue Wall, die Einkaufspassage. Die ist auf den anderen Schiffen deutlich größer, dafür auf der Mein Schiff Relax deutlich teurer. Als Beispiel nenne ich mal Handtaschen für 1500€. Auf den anderen Schiffen gab es auch mal einen Shop wo man Dinge kaufen konnte die man vergessen hat, oder „normale“ Mode. Hier gibt es nur teure Marken. Egal, vielleicht findet TUI-Cruises ja genug Suiten Kunden die hier gerne ein neues Täschchen kaufen. :-)

Auf gleicher Höhe auf der Backbordseite befindet sich das neue Chalet Restaurant und Bar. Diese Location sieht sehr gut aus. Sehr angenehm eingerichtet. Gemütlich und warm. Leider haben wir es nicht geschafft das Chalet zu testen.
Vor dem Chalet befindet sich die Blaue Flora, ein weiteres kleines Theater. Auch so etwas gibt es ja auf allen anderen Schiffen der Flotte, heißt dort Klanghaus. Im Gegensatz zum Klanghaus ist die Blaue Flora mit einer Bar ausgestattet und wirkt insgesamt nicht so kühl wie das Klanghaus.
 
Auf gleicher Höhe auf der Steuerbordseite befindet sich der Nachtclub D4. Hier geht es meistens gegen Mitternacht los und endet tief in der Nacht. Das Bug auf den Decks 4-5 wird vom Theater dominiert. 800 Gäste finden im Theater einen Platz. Die Frage ist ob das bei knapp 4000 Gästen groß genug ist. Ich denke das passt so. Klar bei der Crew-Show, ABBA Show und noch ein paar anderen Veranstaltungen wird es immer voll, aber sonst sollte es reichen.

Wir waren nur zur ABBA-Show dort und haben gerade noch einen Stehplatz bekommen. Vermutlich sieht es bei schlechtem Wetter oder bei Routen mit kalten Abenden etwas anders aus, denn im Sommer, im Mittelmeer wollen ja auch viele den Abend draußen verbringen. Wir waren auch fast jeden Abend draußen an Deck.
Gehen wir mal hoch auf Deck 5. Auf dem Deck 5 kann man das Schiff einmal komplett umrunden. Das ist neu im Vergleich zu den anderen Schiffen der Mein Schiff Flotte. Wir haben das natürlich gemacht und es hat uns gut gefallen. Vor allem ganz vorne am Bug und hinten über den Motoren steil über dem Wasser. Wie gesagt, im Bug auf Deck 5 befindet sich ebenfalls das Theater. Dahinter folgt das Casino und Lounge, sowie das La Cage. Das La Cage ist eine Bar die im Stile der 20er eingerichtet ist und Pole-Dance Vorführungen bietet. Ein neues Konzept, dass es so auf anderen Schiffen der Flotte noch nicht gibt. Zweimal wollten wir rein, einmal war es geschlossen und einmal wegen einer privaten Veranstaltung nicht zugänglich.
Am Treppenhaus B befindet sich die Taverna Dionnysos und das Sur Mer Bistro. Der Grieche bietet eine gute Auswahl griechische Spezialitäten. Die Meinungen der Gäste gehen sehr weit auseinander, also hatten wir geplant dem Griechen eine Chance zu geben. Wobei es sicher schwierig geworden wäre uns zu überzeugen, denn wir fahren oft nach Griechenland und lieben es dort in den typischen Tavernen zu Abend zu essen. Ihr hört schon Konjunktiv … Wir haben die Taverna Dionnysos doch nicht getestet. Das hätte mittags sein müssen, da wir unser Abendessen auf jeden Fall im Atlantik einnehmen wollten und mittags hatten wir einfach nie Hunger. Wir essen eigentlich immer nur zweimal. Dementsprechend haben wir das ansprechend eingerichtet Sur Mer Bistro auch nicht getestet.
 
Weiter Richtung Heck kommen wir zu zwei wirklich Neuheiten im Vergleich zu allen anderen Schiffen der Flotte. Die Street Art Bar ist eine kleine aber feine Bar. Optisch, wie der Name schon sagt, im Street Art Design gehalten. Abends wird hier Live-Musik gespielt. Wir hatten ein tolles Duo an Bord, dem wir hier zweimal zugehört haben.

Genau daneben befindet sich das groß beworbene Fugu. Ein Exklusiv-Restaurant das durch die Japanische Küche führt. Angeboten werden Kreationen von Sternekoch Tim Raue. TUI-Cruises wirbt mit einem Erlebnis für alle Sinne und verlangt dafür 119€. Okay man muss es wohl als Event sehen, dass Ganze dauert auch 3 Stunden, aber 119€ zuzahlen, wenn man doch mit dem Konzept Alles Inklusive wirbt? Nein so etwas kommt für uns nicht in Frage, da kann das noch so gut sein. Tut mir leid TUI-Cruises, aber ich finde das ist überzogen. Wir sind sehr gespannt ob das Konzept funktioniert. Auf unser Tour war das Fugu nicht ausgebucht, man hätte jederzeit Plätze bekommen können. Und das wo das Konzept noch vollkommen neu ist und der eine oder andere es mal ausprobieren möchte. Wiederholer wird es sicher nicht viele geben. Aber die Zeit wird es zeigen. Am Heck des Decks 5 befindet sich wie schon gesagt das Atlantik Restaurant. Die Decks 6-14 sind ausschließlich Kabinendecks, mit Ausnahme der X-Lounge am Heck der Decks 6 und 7. Die X-Lounge ist wie überall nur für Gäste der Suiten zugänglich. Auch auf dem Deck 15 sind fast alles Kabinen, den Bug nimmt der Spa und Meer inklusive Sauna ein. Auf Deck 16 im Bug befindet sich die Capitain’s Bar, eine neue Bar die ebenfalls als Highlight gefeiert wird und die leider nicht inklusive ist. Hier müssen die Getränke bezahlt werden. Vom Ambiente gefällt uns die Bar sehr gut, leider habe ich vergessen hier Fotos zu machen. Von der Location ist der Bereich ja nicht neu, hier ist auf den anderen Schiffen die Himmel und Meer Lounge. Dahinter liegt auf der Backbordseite das Bezahlrestaurant Höfde, hierbei handelt es sich um das Steakhaus an Bord. Auf der Steuerbordseite befindet sich die Osteria, in der es Pizza und Pasta gibt. Dahinter das große Büffet-Restaurant Harbour Market. Das haben wir gar nicht genutzt, denn wie gesagt wir essen immer im Atlantik. Genau um nicht ins Büffet-Restaurant zu müssen, buchen wir lieber mein Schiff als AIDA. Aber das Harbour Market macht einen sehr guten Eindruck. Die Auswahl und die Aufbereitung der Speisen sah gut aus. Wann man das Harbour Market Richtung Heck verlässt kommt man direkt auf das erste Außendeck, die Agora. Auf die Außendecks gehe ich gleich ein, zunächst möchte ich noch kurz die letzten Innenbereiche vorstellen. Auf Deck 16 hinter dem Außendeck befindet sich ein weiterer X-Bereich für die Suitenbucher.
Interessant wird es dann wieder im Bug von Deck 17. Hier befindet sich zum einen der Kids Club, den meine ich aber nicht, sondern den Bereich Sport und Gesundheit. Auf den Bereich war ich sehr gespannt. Sowohl auf die Größe, als auch auf die Qualität. Ich war an den 9 Tagen 3 mal im Fitnessbereich und muss sagen er unterscheidet sich nicht groß von den anderen Schiffen der Flotte. Gute Geräte in ansprechender Anzahl sind vorhanden. Im Cardio-Bereich sind auf jeden Fall genug Geräte vorhanden, bei den anderen Geräten kann es schon mal eng werden. Auch die Arena kann man von Deck 17 aus betreten. Der Kursraum ist noch ein Deck höher auf Deck 18.
 
Jetzt wird es aber Zeit das wir an die frische Luft kommen. Starten möchte ich den Rundgang über die Außendecks vorne ganz oben auf Deck 19. Hier befindet sich das Mistral Deck, auf dem auch die Fass-Sauna zu finden ist. Die Fass-Sauna kann man sich für eine Stunde buchen und mit Blick aufs Meer ganz in Ruhe saunieren. Schaut gut aus, aber bei dem Wetter brauchen wir keine Sauna. Ebenfalls hier oben befinden sich zwei Schachfelder und das Shuffleboard Feld. Außerdem natürlich Sitzmöglichkeiten und Liegen. Mit der Mistral Bar wird man selbst hier oben mit Trinken versorgt.
 
Eine gute Ergänzung zu den nun folgenden Außendecks. Deck 18 ist kein voll durchgängiges Deck, es bietet drei kleine Bereiche um ein freies Plätzchen zu finden. Ein echtes Highlight ist der überdachte Bereich mit dem treppenartig angelegten Liegebereich und der dort verlaufenden Jogging-Strecke. Von der Jogging-Strecke hat man einen tollen Blick über das Pooldeck mit dem 25 Meter Pool. Auf beiden Seiten des Pools gibt es Poolbars. Außerdem zwei Bistros und die Eis Bar.



Weiter in Richtung Heck kommen wir zum oberen Bereich der Agora, die ich vorhin schon kurz angesprochen habe und die sich über Deck 16 und 17 erstreckt. Auf Deck 17 im Bereich der Agora stehen tagsüber Liegen und hier befindet sich auch der Infinity Pool. Auf Deck 16 ist die Agora Bar und die Bühne zu finden. Auch hier stehen tagsüber Liegen. Am Abend finden hier die Außenveranstaltungen statt, dazu unter Fazit gleich mehr.
 
Am Heck des Deck 17 befindet sich die Bar 17. Das ist der Nachfolger der beliebten Außenalsterbar. Wir lieben es nach einem Tag an Land als erstes ein Getränk an der Bar am Heck zu trinken und in Ruhe aufs Wasser zu schauen. Das haben wir natürlich auch auf der Relax so gemacht, aber in Ruhe ist gar nicht so einfach, weil der Bereich der Bar 17 kleiner ist als auf den anderen Schiffen und durch große Sitzmöbel noch kleiner gemacht wurde.

Das bei 1000 Gästen mehr an Bord, von denen viele im Laufe der letzten Reisen die Außenalsterbar lieb gewonnen haben… Sorry, dass funktioniert nicht. Warum hat man sich von der Außenalsterbar verabschiedet? Was mir auch nicht so gut gefällt, beim Blick nach hinten raus, schaut man direkt auf das X-Sonnendeck. Auch als Suitenbucher würde es mir nicht gefallen das die Besucher der Bar 17 automatisch auf mein Sonnendeck schauen.
  
Wie hat uns nun die Mein Schiff Relax gefallen? Das ist gar nicht so einfach zu beantworten. Es ist weder so, dass wir sagen würden, wir fahren nie wieder mit dem Schiff, aber ich würde die Relax auf keinen Fall bevorzugen. Wenn ich bei zwei interessanten Routen die Wahl zwischen der Relax und einem anderen Schiff der Mein Schiff Flotte hätte würde ich ein anderes Schiff wählen. Warum sehe ich das so? -Der eben erwähnte Punkt mit der Bar 17 stört mich schon sehr. Da hat TUI-Cruises in meinen Augen einen klaren Fehler gemacht. -Die Agora ist tagsüber ein toller Ort, abends für Veranstaltungen bei 1000 Gästen mehr an Bord, aber deutlich zu klein. Wenn hier Veranstaltungen mit Darstellern aus dem Theater waren, standen die Leute teilweise in 4er Reihen. -Das Frühstück im Atlantik ist auf der Relax ungemütlich geworden. Ein Büffet für das große Restaurant ist einfach viel zu klein. Positiv ist auf jeden Fall der Außenbereich. Die Gäste verteilen sich auf den vielen Außendeckbereichen und man hat fast immer die Chance eine Liege zu bekommen außer an Seetagen zwischen 11 - 15 Uhr.
Meine persönliche Meinung ist das dieses Schiff für amerikanisches Publikum gut funktionieren würde. Amerikaner verteilen sich besser. Das hört sich komisch an, aber wenn für uns Deutsche eine gute Veranstaltung angeboten wird, dann rennen wir da alle hin. Deshalb ist das Pooldeck bei einem Schiff mit 4000 Gästen abends oder das Theater bei solch Veranstaltungen überfüllt. Die Amis würden nie alle zur White-Party, ABBA-Show oder Crew-Show laufen. Solange man abends draußen etwas machen kann funktioniert das noch halbwegs, wenn das Schiff aber in kälteren Regionen unterwegs ist und 4000 Gäste abends drinnen bespaßt werden wollen wird es drinnen mächtig voll und zwar an allen Bars.
Hier noch ein paar Schiffsdaten der Mein Schiff Relax: •Schiffslänge/Schiffsbreite: 333 Meter/42,1 Meter •Vermessung (Bruttoraumzahl): 158.640 •Anzahl Decks: 19 •Anzahl Kabinen: 1945 •Passagierzahl: 3984 •Besatzungsstärke: 1535 •Bauwerft: Fincantieri (Monfalcone) •Flagge: Malta •Antrieb: LNG (Liquified Natural Gas) •Höchstgeschwindigkeit: 21,5 Knoten
 
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