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Civitavecchia ist einer der größten Kreuzfahrthäfen Europas und liegt etwa 80 Kilometer nordwestlich von Rom. Wir wollen heute auf eigene Faust mit dem Zug nach Rom fahren. Um zum Bahnhof von Civitavecchia zu gelangen gibt es mehrere Möglichkeiten. Entweder mit dem kostenlosen Hafenshuttle bis zum Portmobility Servicecenter Largo della Pace und von dort zu Fuß etwa 800 Meter zum Bahnhof oder mit dem kostenpflichtigen „Shuttle Train Station“ direkt zum Bahnhof. Um möglichst früh am Bahnhof zu sein, entschieden wir uns für den „Shuttle Train Station“. Für 11:00 Uhr haben wir im Internet Tickets für die Innenbesichtigung des Kolosseums gekauft.
Wir waren um 8:20 Uhr am Bahnhof und stellten uns am Ticketschalter an. Als wir nach dem BIRG-Ticket fragten wurden wir an den Zeitungskiosk einen Raum weiter verwiesen. Ups, nun aber schnell, denn wir wollen den Regionalzug um 8:42 Uhr nach Roma Termini noch erwischen. Am Kiosk ist zum Glück wenig los und ruckzuck haben wir das BIRG-Ticket in unseren Händen. Entspannt erreichen wir den Zug, der bereits gut gefüllt ist. Es handelt sich um einen typischen Pendlerzug der in Pisa gestartet ist. Wir bekommen gerade so noch einen Sitzplatz und jetzt haben wir eine gute Stunde Zeit zum „People Watching“. Das BIRG-Ticket kostet 12€ und ist für Kreuzfahrer die beste Lösung. Neben dem Regionalzug nach Rom sind auch die Metro und Busse in Rom in dem Ticket enthalten. Das hat wirklich super geklappt. Wichtig, vor der ersten Fahrt abstempeln, sonst gilt es als Schwarzfahren.
Den Hauptbahnhof Trimini erreichen wir pünktlich um 9:50 Uhr. Jetzt ab zur U-Bahn Linea B in Richtung Laurentina. Die zweite Station nach Termini ist Colloseo. Puh aber der Weg zur U-Bahn gestaltet sich länger als gedacht. Gefühlt laufen wir unterirdisch direkt zum Kolosseum. :-) Als wir die U-Bahn verlassen stehen wir direkt vorm Kolosseum. Es ist jetzt 10:15 Uhr und wir gehen zur Piazza del Colosseo, wo sich der Eingang befindet. Auf dem Ticket steht 15 Minuten vor der Zeit sollte man da sein. Bei uns sind es 45 Minuten vor der gebuchten Zeit, aber wir probieren es einfach mal. Am Eingang werden wir abgewiesen, weil wir zu früh sind. Nun gut dann schauen wir uns das Kolosseum und den davor stehenden Konstantinsbogen zunächst in Ruhe aus der Entfernung an.


Das Kolosseum in Rom ist schon ein wirklich imposantes antikes Bauwerk, vor allem wenn man sich vor Augen hält, dass es um 80 n. Chr. fertiggestellt wurde. Von außen haben wir es bereits zweimal bewundern dürfen, deshalb wollten wir dieses Mal unbedingt hinein sehen wie es im Kolosseum aussieht.
Um 10:45 Uhr stehen wir wieder in der Schlange und diesmal kommen wir rein. Nach und nach schieben wir uns weiter zur eigentlichen Ticketkontrolle. Endlich im Kolosseum müssen wir uns zunächst orientieren. Vorbei an den Sammelplätzen für die Gruppen schieben wir uns ans Tageslicht, um den ersten Blick ins Kolosseum zu erhaschen. Natürlich ist es hier sehr voll, denn alle wollen diesen ersten Blick genießen.
 
Danach geht es zunächst für eine ganze Weile zurück ins Innere des Kolosseums. Zunächst auf der unteren Ebene bis zu einer Treppe, die uns ins obere Stockwerk führt. Oben kommen wir zu einem Rundweg, der mit vielen Ausstellungsstücken versehen ist.
 
Wir umrunden das Kolosseum im Inneren etwa zu einem Drittel, bevor wir wieder nach draußen treten und den Blick von oben auf den Innenraum des größten Amphitheaters des Römischen Reiches werfen können. Das Kolosseum bot Platz für bis zu 50.000 Zuschauer, die von den Tribünen den Gladiatorenkämpfen beiwohnen konnten. Hier oben verlaufen sich die Massen etwas und wir können in Ruhe, in unserem Tempo, das Kolosseum bewundern. Während des Besuchs wird mir klar, warum so penibel auf die Einhaltung des Slots auf dem Ticket geachtet wird. Wenn noch mehr als die erlaubten Besucher hier umherlaufen sieht keiner mehr etwas.
Der Weg führt uns einmal komplett auf dieser oberen Ebene um das Kolosseum herum, so dass wir es aus allen Winkeln betrachten können und auch bereits gute Einblicke in die freigelegten unterirdischen Räume bekommen.

Bevor wir wieder nach unten gehen kommen wir zu einem Spot, der uns einen tollen Blick hinüber zum Forum Romanum und dem Konstantinsbogen bietet. Das Forum Romanum und das angrenzende Palatin sind ebenfalls im Eintrittspreis enthalten, aber das Forum Romanum ist sehr groß und die Zeit verläuft sehr schnell, deshalb haben wir uns entschieden mit dem Kolosseum vorlieb zu nehmen. Auch wenn es sicher interessant gewesen wäre auch das politische, wirtschaftliche und religiöse Zentrum des antiken Roms zu erkunden. Dann hätten wir uns nur auf diese drei Highlights konzentrieren müssen, aber wir wollten uns die vielen anderen Highlights Roms nach der langen Zeit auch mal wieder ansehen.
 
Aber noch sind wir im Kolosseum und haben inzwischen wieder die untere Ebene erreicht. Im Gegensatz zum ersten Spot stehen wir jetzt direkt an den unterirdischen Räumen. Die lassen sich mit einem anderen Ticket ebenfalls besichtigen.
 
Der Weg führt uns noch einmal halb um das Kolosseum herum, bevor wir langsam zum Ausgang kommen. Der Besuch des Kolosseums hat uns ausgesprochen gut gefallen. Zum Abschluss umrunden wir noch einmal das Kolosseum.
Danach machen wir uns wieder auf den Weg zur U-Bahn. Mit der Linea B fahren wir zurück zum Hauptbahnhof „Roma Termini“. Hier nehmen wir die orangene Linea A Richtung Battistini. Es sind drei Stationen bis „Spagna“, der Station an der Piazza di Spagna, dem Spanischen Platz mit der Spanischen Treppe.

Zunächst gehen wir zum Brunnen Fontana della Barcaccia und versuchen ein Bild vom Brunnen und der Treppe zu machen, was gar nicht so einfach ist, denn das wollen natürlich alle. Für mich ist das Foto das was die spanische Treppe ausmacht. Im Vordergrund der an ein Boot erinnernde Brunnen von Pietro Bernini und im Hintergrund die spanische Treppe mit der Kirche Trinità dei Monti. Nachdem das Bild im Kasten ist, gehen wir die 135 Stufen der Spanischen Treppe hinauf.

Die 1725 fertiggestellte Treppe wurde im Barockstil gebaut. Die Treppe haut mich nun wirklich nicht vom Sockel und die Kirche Trinità dei Monti besticht auch eher durch schlichte Eleganz. :-) Die Treppe selber wird übrigens seit einiger Zeit Tag und Nacht von mehreren Polizisten überwacht. Sie sollen die Spanische Treppe vor Vandalismus schützen.
Von der Spanischen Treppe machen wir uns auf den Weg zum Fontana di Trevi, dem Trevi-Brunnen. Wir lassen uns per Handy navigieren, was aber eigentlich gar nicht notwendig ist. Es sind genug geführte Besuchergruppen in der Stadt und wenn man denen folgt oder schaut wo sie herkommen dann kommt man auch von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit. Als wir den Trevi-Brunnen erreichen stellen wir fest, dass er aktuell gar kein Wasser führt.

Hmm, kurz gegooglet … So ganz klar ist mir das nicht. Teilweise wird von Renovierung geschrieben, teilweise von Umbau und einem Steg. Möglicherweise soll hinterher sogar Eintritt verlangt werden. Na schauen wir mal. Auf jeden Fall suche ich mir ein erhöhtes Plätzchen, um den Trevi-Brunnen und den Palazzo Poli vollständig aufs Foto zu bekommen. Viele Besucher glauben, dass Gebäude gehört zum Brunnen, aber nein der Brunnen ist nur so dicht an die Südfassade des Palazzo Poli gebaut worden, dass man glaubt es sei ein Bauwerk. Wer Ahnung von Baustilen hat, der kann es auch daran erkennen, dass der Trevi-Brunnen aus dem Jahr 1762 im barocken Stil und der Palazzo Poli im Rokoko erbaut wurde. Aber um ehrlich zu sein, da sind wir auch raus. :-) Durch den Umbau können unzählige Besucher kein Geld mehr über die Schulter in den Brunnen schmeißen und sich Glück wünschen. Dadurch verliert die Stadt Rom Unmengen an Geld. Mit dem Geld wird normalerweise der Brunnen Instandgehalten und wohltätige Zwecke unterstützt.
Vom Trevi-Brunnen gehen wir zum Pantheon. Auch hierher findet man eigentlich ganz einfach, immer den Gruppen hinterher. Aber sicher ist sicher, also nehmen wir das Navi, das uns zum Pantheon führt. Das Pantheon wurde um 126 n. Chr. fertiggestellt und ursprünglich als Tempel für die Götter des römischen Reiches erbaut. Bei einem unserer letzten Besuche haben wir das Pantheon bereits von innen besichtigt. Damals konnte man einfach reingehen. Heute muss man wie beim Kolosseum vorher Tickets für einen Timeslot reservieren. Wer noch nicht drin war sollte das nachholen.

Die Kuppel, die im Zentrum eine runde Öffnung hat, ist mit einem Durchmesser von 43,3 Metern sehr beeindruckend. Durch die runde Öffnung in der Kuppel fällt ein breiter Lichtstrahl in das Innere. Die Dachkonstruktion wird von 16 Säulen aus grauem und rosa Granit getragen. Die Innenmauer wird von sieben großen Nischen gesäumt, die sich mit acht mit kleinen Säulen versehenen kleineren Nischen abwechseln. Da fragen wir uns, wie man zu der damaligen Zeit so etwas bauen konnte? Wir stehen neben dem Brunnen auf der Piazza della Rotonda, dem Vorplatz des Pantheons und ich versuche im Gegenlicht ein halbwegs brauchbares Pantheon Bild hinzubekommen. Na ja, geht gerade so würde ich sagen. :-)
Vom Pantheon ist es nicht weit bis zu unserem nächsten Ziel, der Piazza Navona mit seinen markanten 3 Brunnen. Früher war die Piazza Navona ein antikes Stadion für sportliche Wettkämpfe, danach wurde sie als Marktplatz genutzt, bevor sie ihre jetzige Verwendung als Platz zur Erholung bekam. Entsprechend haben sich rings um die Brunnen Restaurants und Cafés angesiedelt.

Wir betreten die Piazza Navona an der Nordseite mit der Fontana del Nettuno. Die Fontana del Nettuno stellt Neptun im Kampf mit einem Kraken dar. Mitten auf dem Platz steht Fontana dei Fiumi oder Vierströmebrunnen. Leider ist der Brunnen umzäunt und wird gerade saniert.

Die Fontana dei Fiumi wurde 1651 von Gian Lorenzo Bernini in der Mitte des Platzes errichtet. Die vier Statuen stellen die Flüsse Donau, Ganges, Nil und Río de la Plata dar, welche wiederum die vier damals bekannten Kontinente symbolisieren. Das markante Gebäude auf seiner Höhe ist das Museo di Roma, es gehört zu den Stadtmuseen, allerdings werden hier heutzutage Kunstwerke aller Art ausgestellt.
Am Südende der Piazza Navona steht die Fontana del Moro oder Mohrenbrunnen. Die Fontana del Moro erhielt ihren Namen von der Statue des mit einem Delphin kämpfenden Äthiopiers.
Von der Piazza Novona gehen wir über die „Via die Caronari“ Richtung „Ponte S. Angelo“ die uns direkt auf die Engelsburg zuführt. Der Weg auf der Ponte S. Angelo über den Tiber, direkt auf die Engelsburg zu, hat schon etwas Erhabenes.
Die Engelsburg wurde zunächst von verschiedenen Kaisern genutzt, bevor sie in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts auf Wunsch der Päpste Nikolaus V. und Alexander VI. mit einem fünfeckigen Schutzwall umgeben und zur Residenz der Päpste ausgebaut wurde. Sie wurde als Verteidigungsburg, päpstliche Festung und Gefängnis genutzt. Durch einen Gang auf den Grenzmauern des Vatikans gelangte man auf kürzestem Weg aus der Peterskirche zur sicheren Engelsburg. Große Lager an Getreide, Öl, Wasser sicherten das Überleben. Heute befindet sich ein Museum in dem Bauwerk. Zu sehen ist die Geschichte der Engelsburg, die päpstlichen Gemächer, die Zellen der Gefangenen, Fresken, die Truhen der Kirchenschätze und Statuen.

Wir lassen die Engelsburg rechts liegen und gehen über die „Via della Conciliazione“ direkt auf den Petersdom zu. Hier ist alles geschmückt und es gibt Umzüge in Richtung Petersdom. Der Petersdom ist bereits von weitem gut sichtbar.
Als wir näher kommen sehen wir das auf dem Petersplatz sehr viele Stühle aufgebaut sind. Ich nehme an das es sich um die Vorbereitungen für den Pfingstgottesdienst in zwei Tagen handelt. Auf dem Petersplatz stehen 284 Säulen. Die Säulen stehen hintereinander in vier Reihen. Über der Kolonnade sind 140 Statuen der Heiligen und der Märtyrer der Kirche angebracht. Rechts ist die Sixtinische Kapelle zu sehen. Hier haben Kardinäle aus aller Welt vor ein paar Tagen den neuen Papst gewählt. In diesem Jahr belassen wir es bei der Außenansicht des Petersdoms. Von innen haben wir den Petersdom vor ein paar Jahren ausführlich besichtigt.
 
Für uns wird es langsam Zeit uns auf den Weg zum Bahnhof Roma S. Pietro zu machen. Dazu gehen wir der „Via Paolo VI“ folgend im Halbkreis um den Petersplatz herum und suchen uns dann mit googlemaps den Weg zum 1 Kilometer entfernten Bahnhof Roma S. Pietro. Hier steigen wir in den nächsten Regionalzug in Richtung Pisa. 45 Minuten später erreichen wir den Bahnhof von Civitavecchia. Eigentlich wollten wir vom Bahnhof wieder den kostenpflichtigen Shuttle direkt zum Schiff nehmen.

Allerdings war der weit und breit nicht zu sehen. Also machten wir uns selbst auf den Weg zum Hafen, um von dort den kostenlosen Hafenshuttle zum Schiff zu nehmen. Das würde ich beim nächsten Mal vermeiden, denn der kostenlose Hafenshuttle fährt nicht mehr am Hafeneingang beim „Forte Michelangelo“ sondern knapp 1 Kilometer weiter beim Portmobility Servicecenter Largo della Pace. Wenn man schon den ganzen Tag viele Kilometer durch Rom gelaufen ist, sind diese insgesamt 1,5 Kilometer zum Schluss überflüssig. Egal wir sind ja angekommen und haben uns dann erstmal an der Bar 17 ausgeruht und viel alkoholfreie Flüssigkeit nachgetankt. Na gut, später gab es auch einen Cocktail :-)
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